„Erneuerbare Energien auf Dauer preisgünstiger“ Grünen-Delegation besucht Agro Energie GmbH in Twist

Von Gerd Mecklenborg

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Projektleiter Christoph Pieper (stehend) erläuterte der GRÜNEN- Delegation das Bürgerwindparkprojekt. Foto: Gerd MecklenborgProjektleiter Christoph Pieper (stehend) erläuterte der GRÜNEN- Delegation das Bürgerwindparkprojekt. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Eine Delegation der Partei Bündnis 90/ Die Grünen, Kreisverband Emsland/ Nord, hat sich beim Unternehmen Agro Energie GmbH in Twist über die Möglichkeiten der Sektorenkopplung am Beispiel des Bürgerwindparks in der Region Haren informiert.

Man setze sich schwerpunktmäßig für den Klimaschutz und die Einhaltung der Klimaziele von Paris ein, verlautete es zum Auftakt der Veranstaltung aus den Reihen der Politiker. So betrachte man den Besuch und die Diskussion mit Unternehmensvertretern als Chance, sich detailliert zu informieren und eigene Ideen und Anschauungen zu verdeutlichen.

Die Besucher erkennen das „Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Bürgerwindpark Fehndorf/Lindloh zur Verstetigung von Windenergie als einen Beitrag aus dem Emsland zum Gelingen der Energiewende“, hieß es weiter. Projektleiter Christoph Pieper zeigte anhand technischer Innovationen geplante Energiemarktszenarien auf, „mithilfe derer zukünftig eine überwiegende Selbstversorgung der Stadt Haren aus 100 Prozent erneuerbarer Energien gelingen kann“.

Dezentralisierung

Zur Umsetzung dieses Projekts, an dem auch das Unternehmen Enercon und die Stadt Haren beteiligt sind, kommt ein mit dem Windpark verbundenes Speicherfeld zum Einsatz. Es enthält Speichertechnik in Form von Batterien zur Kurzzeitspeicherung und einen Elektrolyseurs – zur Erzeugung von Wasserstoff – zur Langzeitspeicherung von Überschussstrom zu windstarken Zeiten.

„Die Energiewende wird dezentral stattfinden“, sagte Pieper, der erläuterte, „dass diese Dezentralisierung der Energieversorgung als Abkehr von den zentralen Großkraftwerken erstmals Anreize bietet, den Netzausbau so gering wie möglich zu halten“. Es würde nur ein stabiles Verteilnetz benötigt, „das den in der Region erzeugten Strom aufnimmt und auch wieder an den regionalen Verbraucher verteilt“.

Infrastruktur anpassen

Diese Konstellation würde die Netzkosten durch einen bedarfsgerechten Netzausbau für den Endverbraucher letztlich verringern. „Allerdings ist die Infrastruktur noch nicht angepasst, und auch regulatorisch muss vonseiten der Politik der Energiemarkt noch in Richtung Direktvermarktung überdacht werden“, sagte der Projektleiter. Mit einem geschätzten Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro könne diese anspruchsvolle Aufgabe gelöst und beispielhaft auch für andere Regionen werden.

„Die genannte Summe zeigt, wie wertvoll saubere Energie in Zukunft sein wird. Einen stetig ansteigenden Energieverbrauch, mit dem damit verbunden Rohstoffverbrauch, werden wir uns somit in Zukunft nicht mehr leisten können“, lautete das Statement der Grünen. Auf Nachfrage von Bernhard Ellermann, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Grünen-Kreisverbands Emsland / Nord, erklärte Projektleiter Pieper, dass die erneuerbaren Energien mittlerweile preisgünstiger seien als etwa Atomenergie, „das gilt besonders hinsichtlich der Folgekosten“.


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