Mit Tempo 112 im Wohngebiet Gemeinde Twist will gegen Raser vorgehen

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Die Bushaltestelle in Twist-Schöninghsdorf. Die rechte Einfahrt ist Zufahrt zur Sporthalle, der Franziskusschule und dem Kindergarten. Die Verkehrsicherheitskommission hält in desem Bereich der Ortsdurchfahrt eine Begrenzung auf Tempo 30 für unnötig. Foto: Manfred FickersDie Bushaltestelle in Twist-Schöninghsdorf. Die rechte Einfahrt ist Zufahrt zur Sporthalle, der Franziskusschule und dem Kindergarten. Die Verkehrsicherheitskommission hält in desem Bereich der Ortsdurchfahrt eine Begrenzung auf Tempo 30 für unnötig. Foto: Manfred Fickers

Twist. Messungen in Twist haben ergeben, dass manche Autofahrer mit mehr als 100 Stundenkilometern durch Wohngebiete rasen. Dagegen soll jetzt vorgegangen werden.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Feuerschutz hat sich mit einer Reihe von Vorschlägen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in Wohnsiedlungen, vor Kindergärten, Schulen, Seniorenwohnungen und an Bushaltestellen befasst. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde eine flächendeckende Einführung von Tempo-30 in Wohngebieten beantragt, darüber hinaus auf Straßen vor öffentlichen Einrichtungen. Die Verkehrssicherheitskommission des Landkreises konnte wegen Terminproblemen erst im Dezember zum Ortstermin kommen, erklärte Bürgermeister Ernst Schmitz. Jetzt sei die Anordnung erfolgt, wobei allerdings nicht alle Wünsche berücksichtigt wurden.

Vor der Grundschule Adorf wird es keine Tempo-30-Zone geben, weil hier Aufpflasterungen und Einengungen ohnehin zum Langsamfahren zwingen. In Schöninghsdorf, an der Bushaltestelle vor dem Kindergarten und der Grundschule bleibt es bei Tempo 50. Hier bieten aus Sicht der Fachleute die Haltebucht für die Busse und die auf Schritttempo begrenzte Umfahrung genügend Sicherheit. Ebenso wurde die Situation vor der Christophorusschule in Rühlerfeld wegen von der Landesstraße abgesetzten Bushaltebucht eingeschätzt. In Twist-Bült wird es auf der Straße Auf dem Bült vor dem Pflege-Wohnen und der Marienschule einen Tempo-30-Abschnitt geben, nicht aber vor der künftigen Kinderkrippe, berichtete Schmitz. In Schöninghsdorf und Rühlerfeld werden in den Wohngebieten die beantragten Tempo-30-Zonen eingerichtet.

Das Thema Busschleusen auf dem Schwarzen Weg ist wegen Diskussionsbedarfs der Ratsfraktionen von der Tagesordnung abgesetzt worden. Dennoch berichtete der Bürgermeister über die Ergebnisse von zwei Messstellen auf der innerörtlichen Verbindungsstraße in einem Wohngebiet, die der Landkreis Emsland zur Vorbereitung des Umbaus von Bushaltestellen eingerichtet hat. Bei der Einmündung der Bürgermeister-Nottberg-Straße in den Schwarzen Weg wurde eine werktägliche Verkehrsbelastung zwischen 3377 und 3953 Fahrzeugen ermittelt. Zwölf Prozent der Verkehrsteilnehmer sind hier deutlich zu schnell, Spitzenwert waren 112 Stundenkilometer. Ähnlich liegen die Werte bei der zweiten Messstelle im Bereich des Betriebsplatzes. Hier fuhren werktäglich zwischen 3207 und 3654 Fahrzeuge vorbei. Hier fuhren sogar 21 Prozent der Fahrer deutlich zu schnell, Spitzenwert 106 Stundenkilometer.

Die Gemeinde will jetzt drei digitale Geschwindigkeitsmessgeräte anschaffen, die per Bildschirm die Fahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. Eins soll an der Georgstraße unmittelbar hinter der Ortseinfahrt fest installiert werden, eins bekommt seinen Standort Am Kanal bei der Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Das dritte Gerät wird mobil verwendet und soll zunächst in der Ortsdurchfahrt Schöninghsdorf stehen. Es gehe darum ,Daten für mehr Verkehrssicherheit zu sammeln, sagte der Bürgermeister. Dirk Hake (CDU) wies darauf hin, dass solche Geräte in Lingen mit Erfolg eingesetzt werden. „Innerörtliche Rennstrecken“ sollen erkannt und beseitigt werden. Rudi Gaidosch (SPD) sagte, dass die Messergebnisse des Landkreises die Notwendigkeit von eigenen Maßnahmen der Gemeinde begründen.


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