Ungewöhnliche Arbeitsvermittlung Vorarbeiten gegen den Fachkräftemangel bei Peters in Twist

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Jörn Reimink (links), kaufmännischer Leiter bei Peters Maschinenbau, erklärte den Bewerbern die Abläufe im Betrieb. Arbeitsvermittler Marc Stoßberg (2. von links) hörte aufmerksam zu. Foto: Reinhard FanslauJörn Reimink (links), kaufmännischer Leiter bei Peters Maschinenbau, erklärte den Bewerbern die Abläufe im Betrieb. Arbeitsvermittler Marc Stoßberg (2. von links) hörte aufmerksam zu. Foto: Reinhard Fanslau

Twist. Unter dem Motto „Innovative Wege gegen den Fachkräftemangel“ hat die Agentur für Arbeit Nordhorn zusammen mit der Firma Peters Maschinenbau in Rühlerfeld eine außergewöhnliche Aktion ausgeheckt: Sechs Arbeitssuchende aus der Metallbaubranche bewarben sich mit einer Art Probearbeit. Zum Teil mit Erfolg.

Statt wie üblich gut gekleidet mit Krawatte und mit Bewerbungsmappe unter dem Arm zu einem Vorstellungsgespräch zu kommen, standen die sechs Fachkräfte frühmorgens um 8 Uhr in Arbeitskleidung und mehrere von ihnen mit Sicherheitsschuhen bei Peters auf der Matte und trafen sich mit Arbeitsvermittler Marc Stoßberg und Jörn Reimink, dem kaufmännischen Leiter bei Peters. Ziel war es, an Ort und Stelle herauszufinden, ob in dreierseitigem Interesse ein fester Job für die Metall-Facharbeiter herausspringen könnte.

„Wir wollen damit die klassische Bewerbungssituation im Büro auflösen. Denn wir sind davon überzeugt, dass die Arbeitssuchenden in dieser Situation sich und ihre Fähigkeiten viel besser präsentieren können“, sagt Arbeitsvermittler Stoßberg und ergänzt: „Wir überspringen damit das, was für viele bei der Arbeitssuche ein Hemmnis ist.“

Jörn Reimink unterstützt diese Aussage: „Wir machen das zum zweiten Mal. Beim ersten Mal haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Bewerber viel gelöster sind, wenn sie in diesem Arbeitsumfeld sind und mit ihren möglicherweise künftigen Kollegen zu tun haben.“ Beim ersten Termin dieser Art hatten zwei von drei Bewerbern noch am selben Tag einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Ein weiterer entstand kurz Zeit später.

Gruppengespräch

Die Qualifikationen und Berufserfahrungen der sechs Arbeitssuchenden an diesem Tag sind höchst unterschiedlich. Die Spanne reichte von Hilfsarbeiten bis zum Meistertitel. Zunächst versuchte Reimink im Gruppengespräch und dann in ausführlichen Einzelgesprächen auszuloten, ob überhaupt einer und wenn ja, welcher Job im Betrieb für den Bewerber geeignet sein könnte. Die, die ihre Sicherheitsschuhe dabei hatten, durften dann zeigen, was sie können. Das Angebot nahmen sie gerne an und erzählten dabei auch von dem, was sie bisher alles gemacht hatten.

„Sehr gute Quote“

Am Ende des Morgens kamen alle zusammen und berichteten Reimink und Stoßberg, wie es war. In drei der sechs Fälle kamen keine Beschäftigungsverhältnisse zustande. Fehlende Deutschkenntnisse und nicht ganz ausreichende Fähigkeiten, technische Zeichnungen lesen und umsetzen zu können, waren die Hauptgründe. Bei zwei Bewerbern passte es auf Anhieb. Sie werden demnächst eine feste Arbeitsstelle bei Peters Maschinenbau antreten. Ein weiterer hat Interesse und seinen potenziellen neuen Arbeitgeber überzeugt, es laufen noch die Vertragsverhandlungen. Die Zahl derer, die durch die morgendliche Gemeinschaftsaktion von Peters Maschinenbau und der Arbeitsagentur demnächst in Lohn und Brot stehen, könnte sich also auf drei erhöhen. „Eine sehr gute Quote“, freut sich Arbeitsvermittler Stoßberg.


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