Stimmen nach Meppens Relegationsspiel Mannheims Seegert: „Eine Schlacht von 22 Gladiatoren“

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Martin Wagner war nach dem Abpfiff aufgrund seines Platzverweises sichtlich geknickt. Foto: Werner ScholzMartin Wagner war nach dem Abpfiff aufgrund seines Platzverweises sichtlich geknickt. Foto: Werner Scholz

Mannheim. Nach dem torlosen Unentschieden im Relegationshinspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem SV Meppen haben sich die Spieler wie folgt geäußert:

Benjamin Girth (verletzter Stürmer Meppen): Martins Platzverweis war unglücklich. Vielleicht, wenn du alles zusammen siehst, ist es nicht unbedingt Gelbrot. Aber er hat es gepfiffen. Dafür ist der Schiedsrichter seiner Linie treu geblieben. Bei Nennhuber habe ich erst gedacht, er gibt Gelb. Aber Mirco wäre komplett durch gewesen. Man muss die Rahmenbedingungen sehen. Wir waren eine komplette Halbzeit zu zehnt. Nach dem Spiel sagt man, das 0:0 ist okay.

Martin Wagner (Mittelfeldspieler Meppen): Bei meiner ersten Gelben Karte macht Fink das clever. Ich glaube, ich treffe ihn gar nicht. Dann habe ich die Gelbe und gleich noch eine Situation, wo ich im Mittelfeld noch einmal für mich ein ganz normales Foul mache. Er lässt sich theatralisch fallen. Ich war so überrascht, dass ich sofort die Gelb-Rote kriege, weil ich eigentlich schon von einem Bundesligaschiedsrichter erwarte, dass er da ein bisschen Fingerspitzengefühl hat. Und sagt, pass auf, jetzt hast du ein, zwei Fouls gemacht! Beim nächsten Mal fliegst du runter! Dass er mich in so einem Spiel sofort runter stellt, war für mich überraschend. Ich finde, das geht gar nicht. Das kann man sicher so und so sehen. Aber ich sehe es so, weil ich ein Spieler bin, der immer fair spielt und selten Platzverweise hat. Aber es ist, wie es ist. Wir haben überragend gekämpft und super dagegengehalten. Mit zehn Mann gefightet. Ich muss der Mannschaft ein brutales Kompliment machen, was sie bei den Temperaturen mit zehn Mann geleistet hat. Das ist aller Ehren wert. Ich denke, dass das auch vom Ergebnis her verdient ist. Für die Zukunft mache ich mir da überhaupt keine Sorgen.

Marius Kleinsorge (Angreifer Meppen): Ich habe gemischte Gefühle. In der ersten Halbzeit war es so, dass wir an sich zwei Chancen hatten, die wir hätten machen müssen. Nach der Roten Karte sagen wir alle, dass wir zufrieden mit dem 0:0 sind. Weil wir dann doch schon gemerkt haben, dass uns in Unterzahl die Kräfte ein bisschen fehlen. Aber im Großen und Ganzen sind wir erst mal glücklich, dass wir hier nicht verloren und zumindest einen Punkt geholt haben. Es ist letztendlich mit der Torregel schon ein gefährliches Ergebnis. Aber ich glaube, wenn wir wieder so kompakt stehen wie hier, mit unseren Fans im Rücken, dann können wir das sehr, sehr positiv gestalten.

Patrick Posipal (Mittelfeldspieler Meppen): In der ersten Halbzeit gab es Chancen auf beiden Seiten. Schade, dass wir das Tor nicht gemacht haben. Ich weiß auch nicht, ob der eine Kopfball drin war. Im Spiel hatte man das Gefühl, dass der hinter der Linie war. Sonst können wir auf jeden Fall mit dem Unentschieden gut leben. Wenn man bei solchen Temperaturen so lange in Unterzahl spielt, können wir stolz auf uns sein, wie wir dagegengehalten haben. Die Szene zum Platzverweis von Martin habe ich selber gar nicht so richtig wahrgenommen, dass der Schiedsrichter die Rote Karte zückt. Das ist natürlich ärgerlich. Martin ist ein sehr wichtiger Spieler. Trotzdem hat die Mannschaft das kompensiert und ist noch enger zusammengerückt. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit nicht mehr so viel zugelassen. Standen sehr gut und haben sehr diszipliniert gespielt. Ich denke, dass wir das auch am Mittwoch wieder so umsetzen werden. Dass wir dann den einen Sieg noch holen und aufsteigen.

Sebastian Schepers (Abwehrspieler Meppen): Sensationelles Ergebnis für uns. 0:0 mit einem Mann weniger. Was wir in der zweiten Halbzeit als Mannschaft geleistet haben, das war überragend. Wir haben uns in jeden Ball reingeworfen und bis zum Umfallen verteidigt. Hätten wir ein bisschen mehr Glück gehabt in der ersten Halbzeit, hätten wir schon in Führung gehen können. Aber das ist ein super Ergebnis für uns, und das wollen wir zuhause vergolden.

Simon Tüting (Abwehrspieler Mannheim): Die Vorzeichen waren für beide Mannschaften natürlich schwierig. Ich glaube, die ersten Minuten waren auf beiden Seiten schon ein bisschen von Nervosität geprägt. Meppen am Anfang gleich mit zwei Hochkarätern, das muss man auch so deutlich sagen. Einen hat unser Torwart super pariert. Erste Halbzeit vielleicht sogar ein leichtes Chancenplus für Meppen, wobei wir auch zwei gute Möglichkeiten hatten. Deswegen war es ausgeglichen. Die Gelb-Rote Karte so kurz vor der Halbzeit ist natürlich ein vermeintlicher Vorteil, gerade bei den Temperaturen. Für mich auch eine vertretbare Entscheidung. Zur Halbzeit haben wir uns vorgenommen, schon offensiver zu agieren. Allerdings auch mit der nötigen Kontrolle. Jeder weiß, wie es in der Relegation ist, wenn man sich dann einen fängt. Wir sind druckvoll aus der Kabine gekommen, ohne die ganz großen Chancen. Haben einen kleinen Durchhänger gehabt in der zweiten Halbzeit. Man hat bei beiden Teams den Substanzverlust gespürt. Wir kamen dann noch ein bisschen auf. Der Wind wurde uns dann nochmal aus den Segeln genommen durch unsere Rote Karte. Ich glaube, dass man heute gesehen hat, dass zwei gleichwertige Mannschaften aufeinandergetroffen sind – mit einer guten Qualität.

Thilo Leugers (Mittelfeldspieler Meppen): Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir jetzt nicht großartig Hauruckfußball nach vorne spielen müssen. Sondern dafür sorgen müssen, dass einfach die Null steht. Ich glaube, bei dem Wetter hat sich jeder den Arsch aufgerissen. Genau das richtig gemacht, was wir machen mussten. Vielleicht sind wir ein-, zweimal nicht ruhig genug geblieben, um einen Konter zu fahren. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Martin stand bei seiner Chance aus spitzem Winkel blank. Nach der Ecke war der Ball aus meiner Sicht ein Stück drin, ich stand auf der Linie. Aber ich bin nicht sicher. Ich dachte nur, wie kann er den nicht geben? Wenn bei Martins Fouls vielleicht eine halbe Stunde gewesen wäre und er noch ein kleines Foul dazwischen gehabt hätte, dann hätte ich gesagt, den Platzverweis kann man geben. Aber das macht ein bisschen das Spiel kaputt. Ich hätte sie als Schiedsrichter nicht gegeben.

Marcel Seegert (Abwehrspieler Mannheim): Das war eine Schlacht. Da waren 22 Gladiatoren auf dem Platz, am Ende noch 20. Das war Wahnsinn. Ein Hin und Her. Ich weiß nicht, ob den Meppenern die Rote Karte in die Karten spielt. Ich denke, bei den Temperaturen ist die anlaufende Mannschaft unter Zugzwang. Muss mehr laufen. Sich mehr Sachen erarbeiten. Die andere Mannschaft bildet zwei Blöcke und verschiebt vor dem Sechszehner. Es hat uns enorm Kraft gekostet. Dann wurden wir einmal ausgekontert, wo der Kevin (Nennhuber, Anm. der Redaktion) die Rote Karte sehen musste. Am Ende haben wir es nochmal mit einem Distanzschuss versucht, das Glück zu erzwingen. Mit Glück rutscht da irgendeiner rein. Aber 0:0 ist okay. Wir haben es letztes Jahr gesehen – ein Auswärtstor, und die Welt sieht ganz gut aus. Jetzt regenerieren wir, unsere Körper sind einfach nur leer.


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