Am Sonntag im Derby in Oldenburg Macht der SV Meppen sein Meisterstück?

Von Dieter Kremer

Im Hinspiel zog Meppen (vorne, Mirco Born) mit 0:1 den Kürzeren. Foto: ScholzIm Hinspiel zog Meppen (vorne, Mirco Born) mit 0:1 den Kürzeren. Foto: Scholz 

Meppen. Drei Ziele verfolgt Fußball-Regionalligist SV Meppen in dieser Saison: Relegationsticket lösen, Meister werden und Aufstieg in die Dritte Liga. Nummer eins ist längst erreicht. Ausgerechnet im Derby beim Erzrivalen kann das Team von Trainer Christian Neidhart nun sein Meisterstück machen – am fünftletzten Spieltag.

Die Meppener gastieren am Sonntag um 15 Uhr beim VfB Oldenburg. Die Fans fiebern der Partie entgegen. Bis zum Donnerstag hatte der SVM bereits 500 Tickets für das Derby verkauft. Neidhart geht davon aus, dass rund 1000 Emsländer im Stadion sein werden. „Das ist natürlich schon ein Highlight, auswärts so viele Fans dabei zu haben. Was auch ein Verdienst der gesamten Saison ist“, sagt er. Klar ist die Ausgangslage: Gewinnt Meppen und der ETSV Weiche Flensburg, der eine Stunde früher spielt, siegt nicht gegen Hildesheim, können die Anhänger in Oldenburg die Meisterschaft feiern.

Generalprobe

Dass die Erwartung der Meppen-Fans und die Kulisse groß sein werden, kommt Neidhart durchaus entgegen. Kann er doch sehen, wie sein Team mit solch eine speziellen Stress- und Drucksituation umgeht. „Es ist in der Tat auch für uns so eine erste Generalprobe, gerade weil es auswärts ist und ein Derby.“ Aus so einem Spiele könne man viele Lehren ziehen, so Neidhart.

Führungsspieler gefordert

In Oldenburg wird es insbesondere auf die erfahrenen Spieler wie Martin Wagner, Benjamin Gommert und Dennis Geiger ankommen – aber auch auf Thilo Leugers. Neidhart und Leugers kannten sich bereits, bevor Leugers im Dezember 2014 zum spanischen Drittligisten Atletico Baleares wechselte. Denn der heute 26-Jährige hielt sich nach seiner langen Zeit in den Niederlanden (FC Twente Enschede, NAC Breda) beim SV Meppen fit. Als klar wurde, dass Leugers nach Deutschland zurückkehren will, habe man sich damit beschäftigt, so Neidhart. „Dass es geklappt hat, war ein absoluter Glücksfall für uns.“ Als Fußballer, aber auch als Mensch, nehme Leugers eine ganz wichtige Position innerhalb der Mannschaft ein. „Menschlich und sportlich ist er eine Vollgranate. Das passt zu 100 Prozent zum SV Meppen.“ Man könne stolz sein, dass er beim SVM spielt, betont Neidhart.

Gies im Tor

Bei den Meppenern im Tor stehen wird erneut Jeroen Gies trotz seines Zusammenpralls mit Marcel Gebers im Hildesheim-Spiel, als beide später ausgewechselt werden mussten. „Ich möchte einfach sehen, wie sich Jeroen nach so einem Spiel und in so einer Drucksituation in Oldenburg verhält“, erklärt Neidhart. Das könne man in dieser Situation perfekt machen, ergänzte der Coach. In den letzten Punktspielen wird Benjamin Gommert wieder zwischen den Pfosten stehen.

Gebers fällt aus

Während Gies zur Verfügung steht, muss Gebers (geschwollenes Knie) noch pausieren. „Er wird nächste Woche wieder ins Training einsteigen“, berichtet der Coach. Die Bänder und der Meniskus sind in Ordnung, aber die Prellung verhindert Gebers‘ Einsatz in Oldenburg. Gebers spielte beim 3:2-Sieg in Hildesheim anstelle von Dennis Geiger in Viererkette, weil er bislang noch nicht in der Innenverteidigung neben Jovan Vidovic aufgelaufen war. „Wir werden sicherlich in den nächsten Spielen noch das eine oder andere probieren“, kündigt Neidhart weitere „Experimente“ an.

Kremer muss pausieren

Ausfallen wird weiterhin Max Kremer (Innenbanddehnung). Bei Thorben Deters (Handbruch) warten Team und Trainer noch auf eine Manschette. Sobald sie fertig ist, wird Deters in der zweiten Mannschaft wieder herangeführt.

Vrzogic wieder fit

Wieder einsatzbereit ist David Vrzogic (Gehirnerschütterung), der bis vergangenen Dienstag krankgeschrieben war. Seit Donnerstag wieder im Training ist Mirco Born (Wadenprobleme). Zu 100 Prozent wieder hergestellt ist Marius Kleinsorge (Muskelfaserriss), der in Hildesheim wieder auf dem Spielberichtsbogen stand, aber nicht zum Einsatz kam.

Team belohnt

Meppen geht ausgeruhter in das Derby. Fand doch die Hildesheim-Partie bereits am Gründonnerstag statt. Über Ostern hatten die Spieler frei. Das Trainerteam belohnte die Mannschaft, weil sie die eigene Zielsetzung (10 Punkte aus vier Begegnungen) mit dem Sieg in Hildesheim (12 Punkte) sogar noch übertrumpfte. Während das Trainerteam auf Spionagetour im Südwesten war, um die drei möglichen Relegationsgegner (Mannheim, Elversberg, Saarbrücken) zu beobachteten, haben viele Spieler die live übertragene Partie zwischen Mannheim und Saarbrücken (0:2) im Fernsehen verfolgt. Seit Dienstag bereiten sich die Meppener auf das Derby vor.

Englische Woche für VfB

Der VfB Oldenburg, im Vorjahr lange auf Meisterkurs, hat Ostersonntag seine Serie von drei Niederlagen in Folge mit einem 2:0 gegen die zweite Mannschaft des FC St. Pauli gestoppt. Mittwochabend trennte sich die Truppe von Dietmar Hirsch auswärts 2:2 vom BSV Rehden, der vom Ex-Lingener Wolfgang Schütte trainiert wird.

0:1 im Hinsiel

Mit 0:1 unterlag der SV Meppen im Hinspiel vor der Rekordkulisse von 5882 Zuschauern gegen den Erzrivalen. Erstmals in dieser Saison blieb der SVM torlos – im 13. Spiel. „Hier regiert der VfB!“, schallte es durch die Hänsch-Arena und noch lange in den Ohren der Meppen-Fans. Oldenburgs Daniel Franziskus versetzte ihnen sportlich einen Stich ins Herz, als er den Ball bereits nach 5:05 Minuten einnetzte. Im Hinspiel habe man Oldenburg an die Wand gespielt, erinnert sich Neidhart. „Das Einzige, was gefehlt hat, waren die Tore.“ Dass die letzten drei Derbys verloren gingen, weiß Meppens Trainer natürlich. Die beiden Partien im Vorjahr habe man verdient verloren, räumt er ein. Aufgrund der Verletztenmisere sei man gar nicht in der Position gewesen, Paroli zu bieten. „Das muss man akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.“ Man könne in dieser Saison aber sehen, wie schnell sich das Blatt wenden kann. „Es wäre sicherlich noch ein i-Tüpfelchen auf die gute Saison, wenn man den Fans noch einen Derbysieg schenken kann.“ Wenn er am Ende beide Derbys verlieren würde, aber trotzdem den Aufstieg in die Dritte Liga packt, würde er es aber sofort unterschrieben, gesteht Neidhart. „Letztendlich geht es um das Gesamtpaket. Und das sieht so aus, dass wir es natürlich am Ende schaffen wollen.“

Hier gibt es den Liveticker zum Spiel!


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