„Das war eine Reise wert“ SV Meppen: Weite Spionagetouren in den Südwesten

Von Uli Mentrup

Aufmerksame Beobachter bei den Südwest-Topteams in Mannheim und Elversberg: das Meppener Trainerduo Christian Neidhart (l.) und Mario Neumann. Foto: ScholzAufmerksame Beobachter bei den Südwest-Topteams in Mannheim und Elversberg: das Meppener Trainerduo Christian Neidhart (l.) und Mario Neumann. Foto: Scholz

Meppen. Die „Spionage“ hat begonnen: Nachdem die möglichen Relegationsgegner Waldhof Mannheim und SV Elversberg den SV Meppen beim 3:2 in Hildesheim beobachteten, stattete das SVM-Trainerduo Christian Neidhart und Mario Neumann den Südwest-Topteams bei zwei 1000-Kilometer-Touren einen Gegenbesuch ab und sah mit dem 1. FC Saarbrücken einen dritten Kandidaten.

Neidhart sah in Mannheim ein „richtig gutes Regionalligaspiel“, in dem Saarbrücken als Mannschaft die reifere Leistung bot und trotz Unterzahl „absolut verdient“ 2:0 gewann: Abwehrspieler Peter Chrappan hatte in der 50. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen. Beim nächsten Angriff gelang dem Team von Dirk Lottner, bei dem der Ex-Meppener Alex Hahn verletzt fehlte, die Entscheidung. Torjäger Patrick Schmidt schloss den Konter nach einem langen Pass mit dem Außenrist ab. Der 23-Jährige erzielte seinen 21. Saisontreffer. Der Trierer Muhamed Alawie, der vergangene Saison für den SVM spielte, traf 19-mal. Die Saarbrücker Führung hatte Alexandre Mendy bereits in der ersten Minute markiert.

Saarbrückens fünfter Sieg in Serie

Der fünfte Sieg in Serie sorgt in Saarbrücken für Euphorie. Der Abstand auf einen Relegationsplatz beträgt bei einem Spiel Rückstand sechs Punkte. Mannheim liegt mit 67 Zählern knapp vor Elversberg (66), die jeweils noch vier Partien bestreiten müssen, aber am letzten bzw. vorletzten Spieltag frei haben.

Kulisse in Mannheim beeindruckt Neidhart

Neidhart zeigte sich von der Kulisse mit 8721 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion beeindruckt. Die Freude der Mannheimer, die ihr 100-jähriges Vereinsbestehen feierten, wurde durch die zweite Heimniederlage getrübt. In Überzahl sei Waldhof gegen kompakte Saarbrücker nicht viel eingefallen, meinte Neidhart, der sich erste Eindrücke verschafft hat, aber noch einmal die Videoaufzeichnung studieren will. Allerdings fehlte Mannheims Torjäger Nicolas Hebisch (Muskelfaserriss). Trainer Gerd Dais verzichtete in der Startelf auf Ali Ibrahimaj, der seinen Wechsel zum Zweitligisten SV Sandhausen bekannt gegeben hatte.

Elversberger Duo wechselt zum Nachbarn

Neumann sah einen 1:0-Erfolg von Elversberg gegen den FC Walldorf (1500 Zuschauer). Die Saarländer haben fünf Spiele in Folge nicht verloren (11 Punkte). „Das war eine Reise wert. Es ist wichtig, sich einen Eindruck zu verschaffen“, erklärte der 50-Jährige, der mit Verteidiger Leandro Grech (VfR Aalen) und Stürmer Edmond Kapllani (FC Augsburg) zwei bekannte Routiniers im Team von Michael Wiesinger beobachtete. „Die Mannschaft steht zurecht oben“, urteilte Neumann. Das Tor des Tages erzielte der offensive Mittelfeldspieler Markus Obernosterer. Der Österreicher wechselt wie Torwart Daniel Batz nächste Serie nach Saarbrücken, was zwischenzeitlich für Verstimmung sorgte. Die Saarbrücker sind am Samstag Gastgeber der Elversberger. Dann könnte eine Vorentscheidung fallen – oder das Relegationsrennen noch spannender werden.

Auslosung unglücklich

Über die Auslosung ist Neidhart ohnehin nicht sonderlich glücklich. Denn die Meppener müssen sich noch mit drei potenziellen Gegnern beschäftigen. Da haben es alle Konkurrenten leichter.