3:2 beim VfV Hildesheim SV Meppen: Drei Tore, drei Verletzte, drei Punkte


Hildesheim. Bereits eine halbe Stunde vor dem Anpfiff haben die mitgereisten Fans des SV Meppen am Donnerstagabend ausgiebig gefeiert. Mit Sprechchören unterstützten sie den Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga schon beim Aufwärmen lautstark. Die Mannschaft dankte es den Treuesten mit einem 3:2 (2:0) beim VfV Hildesheim. Es war ein teuer erkaufter Sieg.

Die schlechte Nachricht: Mirco Born musste nach 37 Minuten verletzt raus. Mit Blick auf das Titelrennen und die Relegation vor der Brust zumindest am Donnerstagabend ein erster Schreck. Verletzungen Nummer zwei und drei: Marcel Gebers und Torhüter Jeroen Gies prallten beim ersten Gegentor zusammen, beide blieben liegen. Gies musste benommen das Spielfeld verlassen, für ihn ging Benjamin Gommert zwischen die Pfosten. Gebers konnte ab der 68. Minute nicht mehr weitermachen.

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Gebers in der Innenverteidigung

„Wir mussten drei Mal verletzungsbedingt auswechseln. Das bringt natürlich auch keine Ruhe ins Spiel. Wir wollten eigentlich noch etwas anderes ausprobieren, das hat sich durch die Verletzungen erledigt“, berichtete Meppens Trainer Christian Neidhart. Der Coach konnte zumindest in der Startelf Gebers für Geiger in der Innenverteidigung bringen. Gebers hatte in der bisherigen Pflichtspielen diese Position nicht ausgeübt.

Anfängliche Fehler

Die Anhänger ließen sich von den verletzungsbedingten Auswechselungen nicht beirren. Von „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ bis hin zum aktuellen beliebtesten Fan-Hit „Nie mehr vierte Liga“ war alles dabei, die knapp 80 Emsländer schonten ihre Stimmbänder nicht. Ihr Team ließ es anfangs indes etwas ruhiger bei den stark abstiegsbedrohten Hildesheimern angehen – einige Male zu ruhig. Fehlpässe und zahlreiche Unterbrechungen prägten das Bild.

710 Zuschauer

Ab der 20. Minute erhöhten beide Mannschaften vor 710 Zuschauern das Tempo. Nachdem Mame Diouf an SVM-Keeper Gies scheiterte, markierte Mirco Born das 1:0 (23.). Wie im Stile einer Spitzenmannschaft trat das selbstbewusste Meppen auf. Bestes Beispiel: das Tor von Benjamin Girth. Aus dem Nichts verwandelte der Goalgetter aus 18 Metern zum 2:0 (42.). Angesichts der Spielanteile ging es nicht unverdient mit der Zwei-Tore-Führung in die Pause.

Sembolo holt Elfmeter raus

Meppen machte nach dem Seitenwechsel da weiter, wo es aufgehört hatte. Die Neidhart-Elf übernahm nun völlig die Kontrolle, Hildesheim zog sich zurück. Die Konsequenz: Francky Sembolo, der für Born in die Partie kam, holte gegen Yannik Schulze einen Elfmeter heraus. Girth verwandelte anschließend eiskalt zum 3:0 (49.). „Wenn man das Spiel so sieht, ist es etwas kurios, wie man es noch so scharf machen kann“, haderte Neidhart angesichts der hektischen Schlussphase. „Wir hatten eigentlich alles im Griff.“

Posipal schiebt am leeren Tor vorbei

Dominic Hartmann nutzte eine Nachlässigkeit in der Meppener Defensive und netzte zum 1:3 ein (56.). Gies und Gebers blieben benommen am Boden liegen und mussten in der Folge runter. Die Auswechslungen und das Gegentor brachten die Emsländer aus dem Konzept, Hildesheim wurde stärker. Tim Franke brachte die Neidhart-Elf mit seinem 2:3 zum Zittern (81.). Bitter: Zuvor hätte Patrick Posipal den Sack zumachen müssen. Keeper Nis Zumbeel war geschlagen, das Tor war frei – und Posipal schob vorbei (80.).

Bilanz aufgebessert

So wurde es noch einmal spannend. Meppen konzentrierte sich aufs Kontern – ohne Erfolg. Hildesheim wurde immer druckvoller, die Gäste kamen noch kaum aus der eigenen Hälfte. „In der Phase haben wir es sicherlich nicht gut gemacht. Am Ende stehen drei Punkte da und wenn man die erste Halbzeit sieht, war das auch verdient“, sagte Neidhart und fügte mit Blick auf Meppens verheerende Bilanz in Hildesheim (kein Sieg in den vergangenen acht Jahren) hinzu: „Deswegen war es wichtig, dass ich aus Hildesheim drei Punkte mitnehmen darf. Darüber freuen wir uns auf dem Weg zur Meisterschaft riesig.“

Meisterschaft in Oldenburg?

Den Titel könnten die Emsländer nun ausgerechnet schon in einer Woche im Derby beim VfB Oldenburg eintüten. Meppen hat nun zwölf Punkte Vorsprung auf Weiche Flensburg bei noch insgesamt fünf zu absolvierenden Partien. Bei einem eigenen Sieg und einem Punktverlust Flensburgs wäre die Meisterschaft perfekt. „Wir wollen den Derbysieg“, skandierten die mitgereisten SVM-Fans – es könnte ein geschichtsträchtiger Derby-Erfolg werden.

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