Samstag gegen VfL Wolfsburg II SV Meppen droht Ausfall der halben Mannschaft

Von Dieter Kremer


Meppen. Als Titelkandidat Nummer eins galt die U23 des VfL Wolfsburg vor der Saison. Doch nicht der Vorjahresmeister, sondern der SV Meppen führt zehn Spieltage vor Schluss souverän die Regionalliga Nord an. Allerdings bangen die Meppener im direkten Duell (Samstag, 16 Uhr) um sechs Kräfte.

Definitiv nicht auflaufen dürfen Patrick Posipal, der am Mittwoch beim 0:4 beim FC St. Pauli II aufgrund einer Notbremse die Rote Karte sah, und Jovan Vidovic. Der Innenverteidiger erhielt bei der höchsten Saisonniederlage des Spitzenreiters seine fünfte Gelbe Karte. Ebenfalls zuschauen müssen Marius Kleinsorge (Muskelfaserriss) und Thorben Deters (Mittelhandbruch). Kleinsorge wird möglicherweise in einer Woche im Havelse-Heimspiel wieder zur Verfügung stehen. Mehr oder minder große Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Benjamin Girth und Thilo Leugers.

Achillessehnenreizung bei Leugers

Leugers stand am Mittwoch zwar beim Aufwärmen noch auf dem Platz, brach aber sein Programm ab und ging unter die Dusche. Beim Abschlusstraining hatte er bereits über Achillessehnenprobleme geklagt, wollte aber spielen. Neidhart: „Wir haben im Vorfeld schon gesagt, wir wollen kein Risiko eingehen. Damit es keine längere Geschichte wird.“ Leugers war am Donnerstag beim Arzt, der eine leichte Reizung feststellte. Ob der 26-Jährige spielen kann, werde sich eventuell am Freitag, aber vielleicht erst am Spieltag entscheiden, wartet Neidhart ab.

Girth muss Okay geben

Girths Muskelfaserriss ist laut Ultraschalluntersuchung wieder verheilt, und am Donnerstag stand der Torjäger auch auf dem Trainingsplatz. Ob der 25-Jährige wieder auflaufen kann, ist aber noch offen. Derartige Verletzungen würden Girth vom Kopf her nicht groß belasten, sagte Neidhart. In der Hinrunde hatte Girth eine ähnliche Verletzung und kehrte schneller als erwartet zurück. „Am Ende des Tages entscheidet das Benny selber. Wenn er merkt, es geht, dann spielt er auch.“

Nichts riskieren

„Irgendwie erwischt es uns immer vor dem Wolfsburg-Spiel knüppeldick“, nimmt Neidhart die personellen Probleme mit einem Schuss Galgenhumor. Die Grundvoraussetzungen seien nicht einfach. „Wir müssen mal heute abwarten, ob sich das eine oder andere zum Positiven wendet“, hofft Neidhart, dass er nicht auf alle sechs Kräfte verzichten muss. „Wenn die sechs ausfallen, ist das schon ein enormer Qualitätsverlust.“ Klar ist: Das Trainerteam will weder bei Leugers noch bei Girth ein Risiko eingehen. Um nicht sieben Spieler auf einen Streich ersetzen zu müssen, wechselte Neidhart extra den mit vier Gelben Karten vorbelasteten Kapitän Martin Wagner bei der Paul-Pleite vorzeitig aus.

Ex-Leverkusener Wollscheid dabei?

Mit Wolfsburg habe man schon ein Brett vor Augen, kennt Neidhart das Leistungsvermögen der VfL-Reserve. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben sie alle Spieler wieder an Bord.“ Zuletzt waren neben den zurückgekehrten Verletzten aus dem Profikader Spieler wie der Ex-Leverkusener Philipp Wollscheid, Jannes Horn, Justin Möbius und Amara Conde dabei. Neidhart: „Im Grunde genommen ist Wolfsburg von der Qualität und den Einzelspielern her das Beste in der Regionalliga Nord – so ehrlich muss man sein.“ Deshalb habe man natürlich großen Respekt vor den Gästen. „Aber wir müssen keine Angst haben. Wir haben bis auf Oldenburg alle Heimspiele gewonnen.“ Gerade in der jetzigen Phase benötige aber die Mannschaft die Unterstützung der Zuschauer.

Pauli-Spiel abgehakt

Die vierte und zugleich höchste Saisonpleite haben die Meppener abgehakt. „Vielleicht ist so ein Ergebnis mal ganz heilsam, aber es war unnötig.“ Eine Stunde lang sei alles okay gewesen. Man hätte nur seine Möglichkeiten nutzen müssen. Durch die kurz hintereinander fallenden drei Gegentore sei das Thema schnell durchgewesen, so Neidhart. „Ich denke, wir hätten das Spiel nie verloren, wenn wir in der ersten Halbzeit in Führung gegangen wären.“

Spaß im Training

Nicht den Kopf zu sehr über die Beine bestimmen lassen, sondern das nächste Spiel angehen, lautet die Marschroute. Man habe das Pauli-Spiel ganz nüchtern analysiert, berichtete der SVM-Coach. „Wir haben auch keinerlei Druck aufgebaut. Fakt ist, dass die Mannschaft bis jetzt einen Riesenjob gemacht und eine überragende Saison gespielt hat.“ Deshalb fange man jetzt nicht an, irgendwelche Floskeln rauszuhauen. Im Training habe man bereits wieder den Spaß gespürt. Zudem seien die Jungs sehr selbstkritisch, so der Coach. Er fordert Ruhe und Besonnenheit.

„Jungwölfe“ beißen vor allem daheim

Die Wolfsburger überraschen in dieser Saison mit zwei Gesichtern. Zu Hause ist das Wolfsrudel gefräßig, holte 29 von 39 möglichen Punkten (neun Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen). Macht Platz zwei in der Heimtabelle hinter dem SV Meppen (elf Siege in zwölf Spielen). Verlassen die Wölfe jedoch ihr heimisches Revier, werden sie „zahm“. Nur ein Auswärtsspiel konnte die Bundesligareserve gewinnen – 2:0 bei Lupo Martini Wolfsburg (13. November). Lediglich drei Teams holten in der Fremde genauso wenig oder weniger Zähler, wobei Drochtersen drei Partien weniger bestritten hat.

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Bereits im Hinspiel gegen die „Jungwölfe“ plagten Meppen große Sorgen. Bei der 1:2-Niederlage fielen einige Offensivkräfte aus. Wolfsburgs Torjäger Marcel Reichwein schoss das Siegtor, nachdem Meppens David Vrzogic die Führung von Robert Herrmann ausgeglichen hatte. Meppen fehlten der rotgesperrte Mirco Born und der verletzte Marius Kleinsorge. Benjamin Girth, Max Kremer und Marc Schnier mussten verletzt ausgewechselt werden. Am Ende bildeten Patrick Posipal und Jens Robben die Offensive. „Es war schon sehr unglücklich, dass wir da verloren haben“, erinnert sich Neidhart. Aber man habe sehr mutig gespielt. Für die Meppener war es die erste Niederlage der Saison nach zuvor neun Siegen in neun Partien.

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