Freitag in Drochtersen Neidhart schärft die Sinne der Meppener Spieler

Von Uli Mentrup

Meppener Torschütze beim 2:0-Sieg in der Hinserie gegen SV Drochtersen/Assel: Max Kremer (l.) ist am Freitag ein Kandidat für die Startelf. Foto: ScholzMeppener Torschütze beim 2:0-Sieg in der Hinserie gegen SV Drochtersen/Assel: Max Kremer (l.) ist am Freitag ein Kandidat für die Startelf. Foto: Scholz 

Meppen. „Kurs halten“, lautet die Vorgabe für den Regionalliga-Spitzenreiter SV Meppen vor dem Punktspiel am Freitag um 19.30 Uhr beim SV Drochtersen/Assel. Der Vorjahresaufsteiger hat erst ein einziges Heimspiel verloren.

„Wir haben in diesem Monat noch zwei schwere Auswärtsspiele in Drochtersen und beim FC St. Pauli sowie zwei Heimspiele gegen die Topmannschaften aus Wolfsburg und Havelse vor der Brust“, weiß SVM-Trainer Christian Neidhart, der bei Abrechnung am Monatsende eine weitere ordentliche Zwischenbilanz vorweisen will. Aktuell haben die Emsländer 13 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Flensburg.

Max Kremer oder Francky Sembolo. Das ist nach dem Ausfall des verletzten Torjägers Benjamin Girth die Frage beim SV Meppen. Neidhart lässt die Entscheidung noch offen. Er will die letzten Trainingseindrücke wirken lassen.

Der 31-jährige Sembolo, der erst in der Winterpause zum SVM wechselte und zu drei Kurzeinsätzen gekommen ist, braucht Spielpraxis, damit er dem Verein möglicherweise in der entscheidenden Phase weiterhelfen kann. Bei den Fans hat der Strafraumstürmer mit kleinen Kabinettstückchen und Gesten bereits gepunktet. Kremer, der auf dem Platz viel unterwegs ist, hat sich nach einem „Seuchenjahr“ zurückgemeldet. Er hat es in 16 Partien auf gut 600 Einsatz-Minuten gebracht, dabei allerdings auch schon acht Tore erzielt. Damit ist der 27-Jährige auf alle Fälle der effektivste SVM-Angreifer. Einen Treffer schoss er in der Hinrunde gegen Drochtersen: Per Strafstoß scheiterte er zunächst an Torwart Patrick Siefkes, der gegen Kremers Nachschuss allerdings machtlos war.

Ohne Girth und den ebenfalls verletzten Thorben Deters, der schon gegen Lübeck fehlte, ist Neidhart nur zu einer Umstellung gezwungen: Beim Vergleich im September waren mehr Veränderungen nötig. Für Girth, Sebastian Schepers und Mirco Born kamen die drei Startelf-Debütanten Kremer, David Vrzogic und Marc Schnier. Der achte Sieg in Serie blieb ungefährdet . „Wir haben Alternativen“, weiß Neidhart. Jetzt sogar noch mehr als vor einem halben Jahr. Möglich wäre eine Umstellung auf der Sechser-Position, weil Patrick Posipal wieder topfit ist.

Auch im Kehdinger Stadion, das im Schnitt über 800 Zuschauer pro Heimspiel besuchen, will der Gast sein Spiel durchziehen. Möglichst so mustergültig wie in der ersten Halbzeit gegen Lübeck . Über Unzulänglichkeiten im zweiten Durchgang – vor allem das Verhalten vor dem Gegentor – hat das Team diese Woche gesprochen. In einigen Situationen fehlten Cleverness und Überzeugung. Die fehlenden körperliche Frische ist durch vorherige grippale Erkrankungen schnell erklärt. „Wir haben die Sinne geschärft“, stellt Neidhart fest.

Der Meppener Coach hat das Spiel des Gastgebers in Wolfsburg (1:2) studiert. In der Defensive agiert Drochtersen kompakt aus einer Fünferkette mit zwei Sechsern davor. In der Offensive setzt Enrico Maaßen mutig auf einen Drei-Mann-Sturm. Mit erst 18 Gegentreffern stellt Drochtersen/Assel die beste Defensivreihe. Der SVM verfügt über den mit 57 Toren mit Abstand gefährlichen Angriff. In dieser Saison gab es für den Gastgeber erst eine Heimniederlage: 0:1 gegen St. Pauli am dritten Spieltag. Zu viele Unentschieden kosten eine bessere Platzierung als Rang zwölf (27 Punkte). In der zweiten Regionalligasaison ist der Alltag wieder eingekehrt. In diesem Jahr wartet die kampfstarke Mannschaft noch auf den ersten Dreier. Der letzte gelang vor fünf Spielen gegen Weiche Flensburg.


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