Leichter Muskelfaserriss SV Meppen: Zwei Spiele ohne Top-Torjäger Girth


Meppen. Ein Sprint und ein Griff an die Hinterseite des rechten Oberschenkels – Torjäger Benjamin Girth musste am Sonntag im Heimspiel seines SV Meppen gegen den VfB Lübeck (2:1) verletzt ausgewechselt werden. Eine Kernspinaufnahme hat am Dienstag ergeben, dass sich der Doppeltorschütze einen leichten Muskelfaserriss zugezogen hat.

Damit wird Girth seiner Mannschaft zumindest in den kommenden zwei Partien beim SV Drochtersen/Assel (Freitag, 10. März) und beim FC St. Pauli II (Mittwoch, 15. März) nicht helfen können. Ob er im nächsten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg II (Samstag, 18. März) wieder zur Verfügung stehen wird, lässt sich derzeit nicht definitiv beantworten. „Nächste Woche hat Benny noch einen Termin beim Arzt und macht noch eine Blutegeltherapie. Wir müssen abwarten, wie es sich dann anfühlt“, sagte Trainer Christian Neidhart. Im Hinspiel in Lübeck habe Girth eine ähnliche Verletzung erlitten und sei schneller zurückgekommen als erwartet, ergänzte der Coach. Der Stürmer hatte im September nur gegen Drochtersen (2:0) ausgesetzt, stand zehn Tage später gegen Lüneburg überraschend wieder in der Anfangsformation und erzielte beim 2:1-Erfolg prompt beide Treffer. Aktuell führt Girth mit 16 Treffern die Torschützenliste der Regionalliga Nord an.

Schulterprobleme bei Kleinsorge

Bei Marius Kleinsorge gab die Kernspinaufnahme Entwarnung. Seine Schulterprobleme stellten sich als Prellung heraus. Kleinsorge hat seit einiger Zeit Probleme mit der Schulter, auf die er auch gegen Lübeck fiel. Aber die Bänder sind in Ordnung.

Meppens Rechtsaußen wird ebenso wie Thilo Leugers, der gegen Lübeck wegen Schwindelgefühlen ausgewechselt werden musste, und Mirco Born in Drochtersen auflaufen können. „Bei Thilo spricht nichts dagegen, dass er spielen kann“, zeigte sich Neidhart optimistisch. Und Born (Pferdekuss und Verspannungen im Nacken) sei bereits wieder im Training gelaufen.

Sembolo eine Alternative

Mit dem im Winter verpflichteten Francky Sembolo stünde ein erfahrener Girth-Ersatz bereit. „Es ist schon so, dass wir Francky dafür geholt haben“, sagte Neidhart. Aber Girths Verletzung heißt nicht zwangsläufig, dass der Deutsch-Kongolese von Beginn an aufläuft. Es sei nicht in Stein gemeißelt, dass Sembolo automatisch nachrücken wird, so Neidhart. Denn man habe auch andere Möglichkeiten. Sicherlich wäre Max Kremer eine davon.

Fitness durch Spiele

Andererseits könne sich Sembolo über die kommenden zwei Spiele die fehlende Fitness holen. Neidhart: „Das wäre auch noch mal wichtig, dass Francky einen anderen Fitnesszustand bekommt.“ Vielleicht sähen Sembolos Spiele anders aus, wenn er von Anfang an spiele, so Neidhart. Ihm hätte gegen Lübeck die Lockerheit gefehlt, nachdem er von der Bank gekommen war: „Wer selber mal Fußball gespielt hat, weiß, dass wenn du reinkommst und einmal im Vollsprint hoch- und runtergehst, dann qualmen dir die Oberschenkel und die Beine werden schwer“, nimmt Neidhart seinen Angreifer in Schutz.


Francky Sembolo:

Für SSV Jahn Regensburg und Arminia Bielefeld absolvierte Sembolo 40 Partien in der Zweiten Bundesliga (8 Tore), für den VfL Osnabrück, Holstein Kiel und den Halleschen FC bestritt er 75 Spiele in der Dritten Liga (12).

Sembolo wurde in Nkayi, einer Stadt im Südwesten der Republik Kongo, geboren. Für sein Heimatland absolvierte er sieben Länderspiele. Die Premiere feierte er bei 2005 beim WM-Qualifikationsspiel gegen Liberia (2:0). 2010 erzielte er zwei Tore beim 3:1-Erfolg gegen Swasiland in der Qualifikation zur Afrikameisterschaft. Von Canon Yaounde wechselte der Angreifer 2006 zum FC Oberneuland in die Oberliga Nord, wo er drei Jahre aktiv war. Über Kiel und Wilhelmshaven schaffte er den Sprung in die Zweite Liga nach Regensburg, wo er Stammspieler war. Nach dem Abstieg der Ostbayern schloss sich Sembolo dem ostwestfälischen Aufsteiger Arminia Bielefeld an, wurde zur Rückrunde an den Drittligisten Halle ausgeliehen. 2014 unterzeichnete er einen Zwei-Jahres-Vertrag beim VfL Osnabrück.

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