Nervenstark und selbstbewusst Qualität des SV Meppen zeigt sich in engen Spielen

Vorbereiter und Torschütze des Meppener Siegtreffers ins Braunschweig: Benjamin Girth (l.) und Marius Kleinsorge. Foto: ScholzVorbereiter und Torschütze des Meppener Siegtreffers ins Braunschweig: Benjamin Girth (l.) und Marius Kleinsorge. Foto: Scholz

Braunschweig. Nicht wenige der gut 100 Fans waren nach dem Abpfiff sicher: In der vergangenen Saison hätte der SV Meppen das Spiel in Braunschweig nicht gewonnen. Sogar Trainer Christian Neidhart grinste verschmitzt nach dem 1:0. „Das war das Glück des Tüchtigen.“

Aber unverdient war der fünfte Sieg in Serie keinesfalls . Die Emsländer, die einige Minuten brauchten, um richtig ins Spiel zu finden, verfügten über die besseren Möglichkeiten. Bei Kontern nach der Pause versäumten Benjamin Girth und Martin Wagner die endgültige Entscheidung. „Wir spielen auswärts. Da bekommt man die Möglichkeiten nicht in Hülle und Fülle“, erklärte Neidhart. Es zeugt von Qualität, Nervenstärke und Selbstbewusstsein, dass der SVM auch enge Partien wie zuletzt bei Hannover 96 II, gegen Lupo Martini Wolfsburg und eben in Braunschweig zu seinen Gunsten entscheiden kann.

Lob von Lieberknecht

In der Defensive ließ Meppen wenig anbrennen. Das bescheinigte auch Eintracht-Zweitliga-Coach Torsten Lieberknecht Neidhart und Ko-Trainer Mario Neumann in der Stadiongaststätte „Wahre Liebe“. „Glückwunsch. Ihr habt da hinten zwei richtige Büffel drin“, beurteilte er nach Neidharts Angaben die Vorstellung der Innenverteidiger Dennis Geiger und Jovan Vidovic.

Gastgeber rackerten und rannten

Die Gastgeber, die wieder auf mehreren Positionen gewechselt hatten, rackerten und rannten. Ihnen fehlte die Durchschlagskraft. Immerhin bescheinigte Coach Henning Bürger seinem Team, das auf einen Abstiegsrang zurückfiel, eine ganz starke erste Halbzeit.

Kleinsorges achter Saisontreffer

Mit einem Patzer leiteten die Jung-Löwen ihre Niederlage ein. Nach einem Abstimmungsfehler zwischen Torwart Marcel Engelhardt und Verteidiger Florian Neuhold war Marius Kleinsorge zur Stelle und machte mit seinem achten Saisontreffer den vierten SVM-Sieg mit nur einem Tor Vorsprung perfekt. Kleinsorge, der in 15 von 18 Partien dabei war, hatte signalisiert, dass er trotz der Bänderverletzung im Spiel gegen Lupo Martini Wolfsburg spielen könne. Dabei hatte er Anfang der Woche noch eine längere Pause befürchtet. „Dann macht es mehr Sinn, wenn er beginnt, als wenn er eingewechselt wird“, meinte Neidhart. „Ich wollte der Mannschaft helfen. Das ist gelungen“, fühlte sich der Spieler auch durch sein Tor bestätigt. Die Vorarbeit leistete Girth, mit dem er eng befreundet ist. Der 24-Jährige hatte sich erst einen Spieltag zuvor nach überstandener Verletzung mit einem Doppelpack zurückgemeldet.

Kämpferische Tugenden

In Braunschweig warf der SVM gut getimt auch seine kämpferischen Qualitäten in die Waagschale. „Das klärt die Mannschaft selbst“, erinnerte der Trainer an eine Situation, als Thilo Leugers und Patrick Posipal, die die Doppel-Sechs bildeten, und Mannschaftskapitän Martin Wagner „kurz die Köpfe zusammensteckten“. Das Kommando, es müsse mehr kommen, verstanden auch die Mitspieler. Insbesondere Posipal fand über den Kampf ins Spiel. Ihm gelangen viele Balleroberungen. Als Leugers wegen stärker werdender Leistenbeschwerden wieder vorzeitig ausgewechselt werden musste, kam Menno Heerkes. Routinier Jens Robben, der in der Woche krank gefehlt hatte, begleitete die Mitspieler in zivil. Die Fans registrierten es anerkennend.

Meppener bestimmen die Musik

Neidhart freute sich auf ein entspanntes Wochenende. „Dieser Auswärtssieg war ganz wichtig.“ Denn mit dem erneuten Dreier setzten die Emsländer die unmittelbare Konkurrenz gehörig unter Zugzwang, den Abstand wieder zu verkürzen. „Wir kennen das ja selbst noch aus der vergangenen Serie.“ Damals mussten die Emsländer immer hinterherhecheln und verloren schon im Frühjahr endgültig den Anschluss. Seit dem Sommer bestimmen sie selbst die Musik.


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