Zuschauer-Zielscheibe Marc Schnier Neidhart: „Von uns hat Marc Schnier vollste Rückendeckung“

Marc Schnier genießt bei seinem Trainer Christian Neidhart vollstes Vertrauen. Foto: Werner ScholzMarc Schnier genießt bei seinem Trainer Christian Neidhart vollstes Vertrauen. Foto: Werner Scholz

Meppen. Nach dem letzten Heimspiel des Jahres hätte die Welt des Fußball-Regionalligisten SV Meppen kaum schöner sein können: Ein 3:1-Sieg gegen U.L.M. Wolfsburg, den Vorsprung zum VfB Lübeck auf sieben Punkte ausgebaut und wieder über 2000 Zuschauer in der Hänsch-Arena. Doch einige dieser SVM-Anhänger sorgten bei Trainer Christian Neidhart für Unmut: Marc Schnier wurde bei jeder Aktion mit Schmähungen bedacht.

Mit finsterer Miene und mahnendem Ton ergriff Neidhart am Samstag auf der Pressekonferenz nach der Partie das Wort. Zunächst stand die Spielanalyse auf dem Programm. Doch diese viel außergewöhnlich kurz aus. Meppens Coach wollte ein anderes Thema unbedingt anschneiden: Marc Schnier. Der Außenspieler wurde in der 65. Minute für den verletzten Marius Kleinsorge eingewechselt. Schnier machte seine Sache ordentlich, verlor den Ball in zwei, drei Aktionen an den Gegenspieler. „Das passiert Spielern wie Kleinsorge oder Mirco Born genauso“, verteidigt Neidhart seinen Spieler. „Aber da hört man nichts.“ Allerdings betont der Coach auch, dass er mit der Zustimmung der Fans mehr als zufrieden sei. Nur einzelne Anhänger würden aus der Reihe tanzen. Darauf legt Neidhart besonderen Wert.

„Er hat bei einigen Leuten keine Lobby“

Bei misslungenen Aktionen ging ein Raunen durch die Hänsch-Arena. Bei Schniers Aktionen fielen diese Reaktionen jedoch vereinzelt deutlicher aus. „Das ist schon öfter in dieser Saison passiert. Wenn wir Marc eingewechselt haben, ist das schon extrem“, berichtet Neidhart. „Er hat bei einigen Leuten einfach keine Lobby. Jede Aktion wird bei ihm kritisch gesehen.“ Der Coach würde Schnier jeden Tag beim Training sehen und wissen, welche Qualitäten der 25-Jährige hat. Tatsächlich hatte er beim Stand von 2:1 die große Chance, alles klar zu machen. Doch in der 70. Minute entschied er sich für eine Hereingabe, anstatt es selbst zu versuchen.

Schnier zu leichtsinnig?

Zuschauer, die sich mit Schnier einen einzelnen Spieler herauspicken würden, könne Neidhart nicht verstehen. „Das ist nicht schön, damit muss man aber leider leben“, fügt der Trainer hinzu. Eine Erklärung hätte er für diese Anfeindungen nicht. Eventuell sei es laut Neidhart Schniers Art, Fußball zu spielen, die nicht gut ankommt. „Vielleicht sieht sein Spiel ab und an zu leichtfertig aus“, sagt Neidhart.

Drei Torvorlagen in der Saison

Nichtsdestotrotz baut der SVM-Übungsleiter auf Schnier. In acht Einsätzen bereitete er immerhin drei Tore vor, allgemein sei Neidhart mit der Leistung zufrieden. „Wir brauchen Marc zu 100 Prozent, von uns hat er vollste Rückendeckung. Ich kann es nicht akzeptieren, wenn einer niedergemacht wird und der Rest der Mannschaft ist geil“, findet Neidhart deutliche Worte. „Unser Trainerteam geht selbst schon kritisch mit den Spielern um, aber das machen wir intern.“


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