Girth kommt, Maier geht SV Meppen verpflichtet neuen Mittelstürmer

Trägt künftig das Trikot des SV Meppen: Benjamin Girth (Mitte) mit Christian Neidhart (rechts) und Heiner Beckmann. Foto: Dieter KremerTrägt künftig das Trikot des SV Meppen: Benjamin Girth (Mitte) mit Christian Neidhart (rechts) und Heiner Beckmann. Foto: Dieter Kremer

Einen Tag vor dem Trainingsauftakt hat Benjamin Girth einen Vertrag beim Fußball-Regionalligisten SV Meppen unterschrieben. Der 24-jährige Angreifer soll die Lücke ausfüllen, die Top-Torjäger Muhamed Alawie nach seinem Wechsel zu Eintracht Trier hinterlässt. Dagegen hat Viktor Maier seinen Vertrag bei den Emsländern aufgelöst.

Beide Fußballer trafen sich am Donnerstagmittag in der Geschäftsstelle des SVM. Maier war wegen seiner Vertragsauflösung dort. Girth, um seine Unterschrift unter die Vereinbarung mit der Truppe von Christian Neidhart zu tätigen. Neidhart erklärte, dass die Initiative zur Auflösung des Maier-Vertrages von seiner Seite ausgegangen sei. Grund waren die häufigen Länderspielreisen zur Nationalmannschaft Kirgisiens. „Ich kann nicht auf einen Spieler verzichten, der über die Saison gerechnet vielleicht zehn Spiele nicht da ist. Davon haben wir nichts. Und wir bezahlen den Spieler schließlich“, so Neidhart. Deshalb habe er Maier aufgefordert, eine für beide Seiten tragbare Entscheidung zu treffen. „Er hat sich dann für die Nationalmannschaft entschieden, aber auch nicht gegen den SV Meppen. Beides zusammen geht aber nicht.“ Man sei aber freundschaftlich auseinandergegangen und habe das sauber gelöst, betont Neidhart.

Maiers Ziel noch unbekannt

Wohin es Maier zieht, ist noch unklar. „Das steht noch nicht fest“, sagt der 26-Jährige selbst zu seiner sportlichen Zukunft. In der Winterpause der Saison 2013/14 war Maier ins Emsland gewechselt. Zuvor war er vereinslos.

Seit Wochen in Kontakt

Der Kontakt zum neuen Stürmer besteht bereits seit mehreren Wochen. Meppens Max Kremer und Benjamin Girth kennen sich bereits aus früheren Tagen. „Ich kannte ihn noch aus seiner Zeit, als er in Plauen war“, so Neidhart. Nachdem man miteinander telefoniert hatte, kam Girth nach Meppen und schaute sich mit seinem künftigen Trainer alles an. „Er war positiv angetan. Auch von den Möglichkeiten, die wir nach wie vor haben und die gut sind“, berichtet Neidhart. Danach seien beide Seiten zunächst einmal in Urlaub gefahren, bevor es jetzt zur Einigung kam. Zumal durch Maier ein Platz frei wurde.

Mit Ex-Meppener in Kassel

„Ich wusste im Vorfeld relativ viel über den SV Meppen“, sagte Girth bei seiner Vorstellung. Auch mit dem Ex-Meppener Sergej Schmik , mit dem er in Kassel spielte, habe er sich ausgetauscht. Er sei ein Spieler, der auf Traditionsvereine stehe, ergänzt Girth. Wie bei Meppen treffe das auch auf Magdeburg und Kassel zu. „Meine Ambitionen sind, dass ich in der nächsten Saison wieder spiele. Und ich möchte einen Verein, der perspektivisch an die ersten Plätze anknüpft.“ Der SV Meppen habe in den letzten Jahren immer oben mitgespielt. „Das war für mich das Ausschlaggebende.“ Glücklicherweise habe es geklappt.

Zwei Jahre Hessen Kassel

Girth spielte zuletzt zwei Jahre lang beim KSV Hessen Kassel in der Regionalliga Südwest. In 58 Spielen für die „Löwen“ erzielte er 15 Tore und war siebenmal Vorlagengeber. Er habe ein sehr gutes erstes Jahr gehabt, so Girth. Im zweiten Jahr wurde ihm der Niederländer Sylvano Comvalius vor die Nase gesetzt, der viel Geld gekostet hatte.

Mit Landgraf in Plauen

Davor war Girth in der Regionalliga Nordost an der Seite des früheren Meppeners Kevin Landgraf beim VFC Plauen aktiv und schoss in 25 Begegnungen 15 Tore. Weitere Stationen waren der 1. FC Magdeburg (fünf Tore in zehn Spielen) und RB Leipzig II. Der 1,81 Meter große Mittelstürmer wurde in Magdeburg geboren.

„Spielertyp hat uns gefehlt“

„Das ist genau der Spielertyp, der uns noch gefehlt hat“, sagt Heiner Beckmann, Vorstandsmitglied des SV Meppen, über Girth und meint damit, dass der Stürmer körperlich sehr robust ist und „dahin geht, wo es wehtut“. Girth sei ein Spieler, der vorne die Bälle festmachen könne, um entweder seine nachrückenden Mitspieler in Szene zu setzen oder um Eins-gegen-Eins zu gehen, ergänzt Beckmann. Neidhart stimmt zu: „Diesen Spielertyp haben wir noch gesucht. Einen, der vorne in der Box spielen kann und sich auch wohlfühlt, mit dem Rücken zum Tor zu spielen.“ Er sei mit der Kaderplanung sehr zufrieden und habe jetzt 20 Spieler im Kader. „Ich glaube, von der Qualität her sind wir nicht schlechter geworden, sondern eher besser.“

Berater lobt SV Meppen

Girths Berater Toni Kierakowitz, der auch den Meppener Zugang Marius Kleinsorge betreut, lobt die Möglichkeiten beim SV Meppen. Der Klub zähle in den fünf Regionalligen immer noch zu den zehn bis zwölf Top-Adressen. „Hier ist einiges möglich.“

Acht neue Spieler

Neben Benjamin Girth stoßen Offensivspieler Marius Kleinsorge (20 Jahre, zuletzt Drittligist SV Wehen Wiesbaden), Mittelfeldmann Thilo Leugers (25, Atletico Baleares), Mittelfeldakteur Menno Heerkes (22, Heracles Almelo), Youri ter Arkel (18, FC Groningen), Torwart Jeroen Gies (21, FC Groningen) sowie die beiden A-Jugendspieler vom JLZ Emsland, Julian Püschel und Jonas Hoge, neu zum SV Meppen.

Neun Abgänge

Den Verein verlassen haben Erdogan Pini (Wacker Burghausen), Muhamed Alawie (Eintracht Trier), Johan Wigger, Lars Huxsohl (noch unbekannt), Jan-Luca Ahillen (USA), Dennis Strompen (wahrscheinlich Eintracht Braunschweig II), Viktor Maier, Marcel Thomas (beide unbekannt) und Yannic Suchanke (SC Spelle-Venhaus).

Vom bisherigen Kader geblieben sind Benny Gommert, Dennis Geiger, Janik Jesgarzewski, Sebastian Schepers, Jovan Vidovic, Thorben Deters, Viktor Maier, Patrick Posipal, Jens Robben, Marc Schnier, Martin Wagner, Mirco Born, Marius Kleinsorge und Max Kremer.


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