Nach bitterer Derbypleite Meppens Trainer will die Ruhe bewahren

Enttäuschung auch beim Trainerteam Christian Neidhart, Damir Bujan und Mario Neumann. Foto: ScholzEnttäuschung auch beim Trainerteam Christian Neidhart, Damir Bujan und Mario Neumann. Foto: Scholz

„Alle auf den Zaun“, skandierten die Oldenburg-Fans lautstark, während der Vorstand des SVM auf seinen Plätzen sitzen blieb, die Köpfe zusammensteckte und Meppens Spieler auf dem Platz einen Kreis bildeten. Der SV Meppen muss in den kommenden Tagen bis zum Spiel beim VfL Wolfsburg II ein Derbydebakel verarbeiten. Der Trainer mahnt zur Ruhe.

Vor 3489 Zuschauern, der größten Heimkulisse in dieser Saison, verlor die Truppe von Christian Neidhart am Sonntag mit 1:5 (1:3) gegen Tabellenführer VfB Oldenburg. Nur kurz keimte Hoffnung auf, als Kapitän Johan Wigger praktisch mit dem Halbzeitpfiff auf 1:3 verkürzte. Aber beim vierten Treffer sei die Messe gelesen gewesen, so der SVM-Coach. „Wir haben uns abschießen lassen und müssen das Ding heute erst mal verdauen.“

Eine Nacht drüber schlafen

Neidhart richtete noch im Kreis einige Worte an seine Mannschaft. Er habe seinen Spielern gesagt, dass man auch nach einer Niederlage zu den Fans gehe. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie das Spiel sacken lassen sollen und eine Nacht drüber schlafen.“ Am Montag wolle man ganz in Ruhe über die 90 Minuten sprechen. „Sie sollen ruhig bleiben und sich nicht von außen beeinflussen lassen.“ Denn nach einem solchen Derby kämen die Emotionen hoch.

Bereits nach elf Minuten führte der VfB mit 1:0. Nach einem langen Canizalez-Einwurf von der linken Seite setzte der Ball am Fünfmeterraum auf, Geiger verschätzte sich, und Makangu köpfte frei stehend aus kurzer Entfernung ein. Als Meppens Abwehr weit aufgerückt war, erhielt Makangu auf der rechten Seite den Ball, trieb ihn nach vorne und passte quer. Jesgarzewskis Klärungsversuch landete direkt vor den Füßen von Ficara, der die Kugel an die Unterkante der Latte jagte. Der Schiedsrichterassistent zeigte sofort Tor an. „Da muss Posipal eigentlich schon zuvor an der Außenlinie klären“, so Neidhart, „oder zumindest ein taktisches Foul machen.“

Nach einer halben Stunde schickte Neidhart seine komplette Auswechselbank zum Aufwärmen. Doch der Tabellenführer legte in der 35. Minute nach: Meppens Schlussmann Huxsohl konnte den Schuss von Tönnies nur zur Seite abwehren, Makangu staubte aus kurzer Distanz ab – 0:3. Wigger verkürzte in der Nachspielzeit.

Umstellung ein Fehler

Neidhart stellte in der Pause um auf 3-4-3, brachte Winterzugang Vidovic. „Wobei ich selber sagen muss, dass wir da die falsche Entscheidung getroffen haben“, gestand der Trainer. Man habe sich von Marc Schnier erhofft, dass er offensiv seine Schnelligkeit ausspielen könne. „Aber dann hatten wir so viele Probleme, dass wir das wieder umgestellt haben.“ Die Oldenburger Winkelmann und Engel machten mit den Gegentoren vier und fünf den Deckel drauf. Nicht nur für Schnier, der am Sonntag 25 wurde, und Sebastian Schepers, der sein 250. Pflichtspiel für Meppen absolvierte, ein deprimierender Tag. Die SVM-Fans hatten beim Einlaufen der Mannschaften ein Spruchband mit dem Satz „Es gibt nichts auf der Welt, was uns besser gefällt“ hochgehalten.

„Man kann sich vorstellen, dass das extrem wehtut, wenn man zu Hause im Derby mit 5:1 verliert“, sagte Neidhart. Denn man habe sich etwas erhofft. Aber der Sieg gehe vollkommen in Ordnung. Sein Kollege Dietmar Hirsch lobte die mannschaftliche Geschlossenheit seiner Elf: „Das war genau das, was wir uns vorgestellt haben.“


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