Auch Frauen „dürfen“ aufsteigen SV Meppen beantragt erneut die Drittliga-Lizenz

Ein Highlight war für Janik Jesgarzewski (re., gegen Leonardo Bittencourt ) und Co. am 8. August das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln. Die 3. Liga wäre das nächste. Foto: ScholzEin Highlight war für Janik Jesgarzewski (re., gegen Leonardo Bittencourt ) und Co. am 8. August das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln. Die 3. Liga wäre das nächste. Foto: Scholz

Die Fußballer des SV Meppen in der Dritten Liga und die Frauen in der Bundesliga – weil beide Fälle in der kommenden Saison sportlich eintreten können, wird der Verein die entsprechenden Lizenzanträge stellen.

Meppen. Bis zum 1. März müssen die Meppener die Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einreichen. Während der Antrag für die Männer bereits im Vorjahr gestellt wurde und Grundlage des neuen Schreibens ist, handelt es sich bei den Frauen um ein Novum.

„Letztes Jahr waren wir einer der Vereine, der am schnellsten grünes Licht bekommen hat“, sieht Vorstandssprecher Andreas Kremer keine gravierenden Probleme auf seinen Klub zukommen. Schließlich habe sich weder positiv noch negativ etwas verändert und man habe den Riesenvorteil, dass man schuldenfrei sei.

Verein sendet Botschaft an alle

Kremer und Co. wollen mit dem Antrag eine klare Botschaft an den Verein, die Spieler und die Sponsoren senden. „Wir wünschen uns, dass die Region erkennt, wie wichtig der Verein für die Region als Leuchtturm ist“, so Kremer. Die 3. Liga biete ganz andere Perspektiven als die Regionalliga. „Es wäre super, wenn wir es hinkriegen würden.“ Dass der Antrag auch der Mannschaft von Christian Neidhart einen Schub geben könnte, hofft SVM-Vorstandsmitglied Heiner Beckmann. „Die Jungs sind heiß, und wir sind heiß.“ Andernfalls hätte man nicht vor ein paar Tagen mit Jovan Vidovic noch einen weiteren Spieler verpflichtet.

Laut Geschäftsführer Axel Striepeke umfasst der Antrag „ein paar hundert Seiten“. Um ihn korrekt stellen zu können, benötige man etwa zwei, drei Wochen, ergänzt er. Gerade der technisch-organisatorische Teil sei sehr dezidiert. Striepeke war in der Vorwoche bei der DFB-Tagung in Frankfurt am Main und informierte sich über die Bedingungen.

Verdreifacht sich Zuschauerzahl?

In dieser Saison kalkuliert der SV Meppen mit einem Schnitt von knapp 1500 Zuschauern. Kremer und Striepeke gehen davon aus, dass sich der Zuspruch eine Liga verdoppeln oder verdreifachen würde. Hinzu kämen etwa 800000 Euro Fernsehgeld, was jedoch davon abhängt, wie viele zweite Mannschaften von Erst- oder Zweitligisten in der 3. Liga spielen. Denn sie erhalten keine Extrafernsehgelder.

Aktuell rangiert der SV Meppen nach 17 Spielen mit 33 Punkten auf Platz 5. An der Spitze steht der VfB Oldenburg (19 Spiele/44 Punkte). Dahinter folgen der VfL Wolfsburg II (20/42) und Weiche Flensburg (18/40). Sollte die Truppe von Christian Neidhart Meister werden, müsste sie sich in der Relegation einen Platz in der 3. Liga sichern. Das Hinspiel findet am 25. Mai statt, das Rückspiel vier Tage später. Wer gegen wen spielt, ist noch nicht ausgelost.

In der Vorsaison hatte der SVM ebenfalls den Lizenzantrag gestellt, belegte aber am Ende mit 18 Punkten Rückstand auf Werder Bremen II den 8. Platz.

„Fühlen uns wohl als Jäger“

Auch Meppens Frauen dürfen sich sportlich für die 1. Bundesliga qualifizieren. Ander als 2014 beantragt der Verein diesmal die Lizenz. „Vor zwei Jahren haben wir uns sportlich noch nicht zugetraut, aber nun muss der Sprung irgendwann kommen“, sagt Meppens Sportliche Leiterin Maria Reisinger. Tabellenführer MSV Duisburg liege zwar derzeit mit fünf Punkten vor Meppen, habe noch ein Spiel weniger ausgetragen und im Winter noch sechs Spielerinnen verpflichtet, ergänzt sie. „Aber gerade im Frauenfußball ist alles möglich. Wir fühlen uns wohl in der Rolle des Jägers.“


Lizenzantrag: In der letzten Saison stellte der SV Meppen den Antrag, wurde aber am Ende Achter. Ein Jahr zuvor hatte der Klub den Antrag angekündigt, ihn aber vier Wochen später aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen und weil aus den ersten drei Rückrundenspielen nur zwei Zähler geholt wurden, sodass der Abstand auf das Führungsduo Wolfsburg II und Goslar auf zehn Punkte angestiegen war, zurückgezogen. Meppen wurde schließlich Vierter mit 15 Zählern weniger als Meister Wolfsburg, der später in der Relegation scheiterte. In der Spielzeit davor verzichtete der SV Meppen auf einen Antrag.

Selbst wenn der SVM Meister der Regionalliga Nord werden würde, müsste sich die Mannschaft anschließend noch in Relegationsspielen den Aufstieg erspielen. Holstein Kiel brauchte drei Anläufe, um trotz eines Gesamtetats zwischen 4 und 6 Millionen Euro aufzusteigen. RB Leipzig ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Erfolg zwar kaufen lässt, aber Zeit braucht.

Sollte der SV Meppen in die 3. Liga aufsteigen, gäbe es etwa 800000 Euro Fernsehgeld, mit der Möglichkeit samstags in der Sportschau wieder bundesweit in den Fokus zu rücken. Geht man eine Liga höher von einem Zuschauerschnitt von 4000 aus, läge der Etat der Herrenfußballer, der aktuell etwa eine Million beträgt, bei 1,95 Millionen Euro.

Technisch und organisatorisch scheint der SV Meppen bereits jetzt drittligareif. Die Hänsch-Arena verfügt über ein ausreichendes Fassungsvermögen, und das Flutlicht ist fernsehtauglich. Eine Rasenheizung wird vom Verband derzeit zwar nicht gefordert. Aber um den TV-Sender Planungssicherheit zu geben, wäre eine Rasenheizung eine lohnende Investition. Deren Anschaffungskosten wird auf 500000 Euro geschätzt. Allerdings sind die Unterhaltskosten hoch.

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