Schumacher erfüllte Fotowünsche Kölner „Tünn“ schlug die Meppener in seinen Bann

Von Uli Mentrup

Gute Laune beim gemeinsamen Auftritt: Hans Többe, Andreas Kremer, Dieter Barlage, Toni Schumacher, Hermann Rülander und Heiner Beckmann (v.l.) auf dem WM-Truck.Gute Laune beim gemeinsamen Auftritt: Hans Többe, Andreas Kremer, Dieter Barlage, Toni Schumacher, Hermann Rülander und Heiner Beckmann (v.l.) auf dem WM-Truck.

Meppen. Das Pokalspiel des SV Meppen gegen den 1. FC Köln sorgte für großes Interesse. Doch im Blickpunkt stand auch Toni Schumacher. Der 61-Jährige, der 1988 gesagt hatte, er wolle nicht in Meppen spielen, war in der emsländischen Kreisstadt besonders gefragt. Dort traf er auch Hans Többe, der ihm 1988 einen Lkw vor die Haustür in Köln gestellt hatte.

„Er hat sich gefreut, dass wir uns endlich kennengelernt haben“, stellte Hans Többe fest, der einige Minuten mit Toni Schumacher sprach. Der ehemalige Nationalspieler bestätigte, dass er die Idee mit dem Lkw richtig gut fand. „Er war damals in der Schweiz. Dort hat ihn seine Frau angerufen und gefragt, was denn überhaupt los sei“, sagte der Spediteur. Das Gespräch fand auf dem WM-Truck statt. Dort nahm sich Schumacher auch Zeit für Fotos mit den SVM-Vorstandsmitgliedern Andreas Kremer, Dieter Barlage und Heiner Beckmann.

Überhaupt schlug der „Tünn“, wie er in Köln genannt wird, keinen Fotowunsch aus. „Wir sind gar nicht vom Auto bis in die Geschäftsstelle gekommen“, sagte SVM-Geschäftsführer Peter Stöver. In der Halbzeitpause gab es auf der Haupttribüne einen Stau in Richtung VIP-Räume: Der Kölner Vizepräsident blieb immer wieder stehen für ein Foto.

  • In der Pause fand Schumacher Zeit für ein Interview mit Stadionsprecher Heiner Harnack und Hermann Rülander. Denn, das wusste kaum einer im Stadion, der Papenburger hatte sein erstes von zwei Bundesligaspielen gegen den 1. FC Köln mit Schumacher bestritten. Er wurde bei Werder Bremen am 7. November 1981 in der 76. Minute für Dieter Burdenski eingewechselt. Eine Woche später absolvierte Rülander beim 2:9 in Frankfurt sein letztes Erstligaspiel. Es folgten 272 Partien für den SV Meppen, davon 95 in der Zweiten Liga. Der 54-Jährige und Schumacher hatten sich vor einigen Wochen bei einer Veranstaltung getroffen und die Handynummern ausgetauscht. In Meppen, das wurde deutlich, fühlte sich Schumacher nach seinem zweiten Auftritt nach dem Testspiel 1981 pudelwohl. Und zwar schon vor dem Schlusspfiff, den er nicht mehr im Stadion erlebte. Nach dem 3:0 verließ er die Hänsch-Arena.

Bis zum Schluss blieb der ehemalige Dortmunder Alfred (Aki) Schmidt, der dem SVM vergeblich die Daumen drückte . Die kapitalen Schnitzer vor dem 0:1 blieben ihm nicht verborgen. Aber mit dem Strafstoß und der Roten Karte gegen Benny Gommert war er überhaupt nicht einverstanden. „Unglaublich, dass der Schiedsrichter so entscheidet“, schloss sich der Dortmunder der Schiri-Schelte des ehemaligen Landrats Hermann Bröring an. Bis dahin habe der SVM gut mitgespielt. Ein bisschen enttäuscht war Schmidt vom Spiel der Kölner. Unter den Bedingungen „hätten sie mehr Tore schießen müssen.“ Jetzt hat die BVB-Legende den 80. Geburtstag im September vor Augen. „Da wird groß gefeiert“, erklärte sein Harener Freund Rudi Schepers.