Spediteur Többe erinnert sich Ein 40-Tonnen-Gruß des SV Meppen an Schumacher

Von Uli Mentrup

Erinnerungen weckt das Pokalspiel zwischen dem SV Meppen und dem 1. FC Köln bei Hans Többe. Der Meppener Spediteur stellte dem heutigen FC-Vizepräsidenten Toni Schumacher im April 1988 einen Lkw mit SVM-Schriftzug vor die Haustür in Hürth. Foto: MentrupErinnerungen weckt das Pokalspiel zwischen dem SV Meppen und dem 1. FC Köln bei Hans Többe. Der Meppener Spediteur stellte dem heutigen FC-Vizepräsidenten Toni Schumacher im April 1988 einen Lkw mit SVM-Schriftzug vor die Haustür in Hürth. Foto: Mentrup

Meppen. „Daran kann ich mich noch gut erinnern“, schmunzelt Hans Többe. Der Meppener Spediteur fand 1988 die passende Antwort auf den Spruch von Toni Schumacher, dass er nicht in Meppen spielen wolle: Prompt beorderte der Emsländer einen Lkw vor das Haus des ehemaligen Nationaltorwarts. Die provozierende Aufschrift: „Das Fußballerlebnis SV Meppen, 2. Bundesliga.“

„Das war das i-Tüpfelchen“, erklärt Többe. Genau genommen war bei dem Meppener Coup viel Zufall im Spiel. Denn nur wenige Wochen fuhr der damals neueste Lkw des Spediteurs mit der SVM-Plane. In einer Bierlaune, erklärt der heute 69-Jährige, hatte eine kleine Runde den Plan ausgeheckt. „Ich hatte einen neuen Lkw bestellt und brauchte eine Plane. Peter Böhne hat sie kostenlos beschriftet.“ Der 40-Tonner, damals einer von 20 Lkw mit überwiegendem Einsatz in Deutschland – heute verfügt Többe über 46 Lkw sowie 120 Auflieger und ist international mit Schwerpunkt in Finnland, Norwegen und Russland unterwegs – sorgte nicht nur bei seiner Präsentation in Meppen für Aufsehen. „Wir wurden überall darauf angesprochen.“

Die Medien interessierten sich für den Zweitligisten, dem nur eine kurze Stippvisite im Profigeschäft prophezeit wurde, aber auch für Többes Lkw. Das alles wurde getoppt, als Fahrer Bernhard Schnieders das 12,50 m lange Gefährt am 22. April 1988 vor die Haustür von Toni Schumacher in Köln-Hürth fuhr.

Willi Lomölder vom SVM-Vorstand hatte Kontakte spielen lassen. „Die Presse wartete schon“, stellt Többe fest. Danach war das Gefährt deutschlandweit bekannt. Vor dem DFB-Pokalspiel am Samstag in der Hänsch-Arena, für das FC-Vizepräsident Schumacher sein Kommen zugesagt hat, steigt das Interesse wieder deutlich.

Über die Aussage Schumachers, der 1988 von Zweitligaabsteiger Schalke zu Fenerbahce Istanbul wechselte, hat Többe sich nicht sonderlich geärgert. Die Meppener waren es gewohnt, als Sinnbild für die Fußballprovinz zu gelten. Das machte sie bekannt. Schumachers Spruch gab einen weiteren Schub.

Többe reagierte sofort auf Schumacher. Als sein Fahrer, der gerade emsländische Spirituosen in die Domstadt befördert hatte, wegen der Rückladung anrief, beorderte Többe ihn nach kurzer Kaffee- und Organisationspause nach Hürth. „Stell den Lkw zwei Stunden bei Schumacher vor die Haustür, damit er weiß, wo Meppen ist.“

Allerdings, so erinnert sich Többe, war der Torwart gar nicht daheim, sondern in der Schweiz. „Seine Frau wird mit ihn telefoniert haben“, vermutet der Emsländer. Schumacher jedenfalls fand die Antwort später „sehr witzig und souverän“. „Vor seinem Haus gab es damals einen Menschenauflauf“, grinst Többe. „Die Aktion entstand aus unserer Euphorie. Es war eine glänzende Idee. Die Tragweite haben wir zuerst gar nicht erkannt.“

Többe, eigentlich ein Pferdeliebhaber, hat selbst nie Fußball gespielt. Dem SV Meppen war er allerdings schon vor dem Zweitligaaufstieg 1987 verbunden – und ist es geblieben. Der Lkw fuhr vier Jahre mit der Plane mit der SVM-Aufschrift. Zum Pokalduell mit dem Schumacher-Klub hatte der Emsländer eine neue Idee. Er überlegte, den Vizepräsidenten mit dem WM-Auflieger der Firma Krone in die Hänsch-Arena zu fahren. Das ließ sich aus organisatorischen Gründen aber nicht realisieren.

Kontakt zu Schumacher hat der Meppener nie gehabt. Am Samstag soll er ihn kennenlernen. Többe verspürt keine Anspannung. „Ich sehe das locker und sportlich.“ Er führt ja schon mit 1:0. Ein Ergebnis, das er auch dem SV Meppen wünscht.