Samstag Treffen im DFB-Pokal Toni Schumacher schon 1981 mit Köln in Meppen

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Die Überraschung hat der SV Meppen 1990 im Achtelfinale des DFB-Pokals in Köln verpasst. Die Emsländer unterlagen beim Bundesligisten knapp mit 0:1. Das Foto zeigt Josef Menke im Zweikampf mit Alfons Higl. SVM-Angreifer Robert Thoben und Schiedsrichter Kurt Wittke schauen zu.Foto: Paul TecklenburgDie Überraschung hat der SV Meppen 1990 im Achtelfinale des DFB-Pokals in Köln verpasst. Die Emsländer unterlagen beim Bundesligisten knapp mit 0:1. Das Foto zeigt Josef Menke im Zweikampf mit Alfons Higl. SVM-Angreifer Robert Thoben und Schiedsrichter Kurt Wittke schauen zu.Foto: Paul Tecklenburg

Meppen. „Ich spiele doch nicht in Meppen!“ So wird der ehemalige Nationaltorwart Harald (Toni) Schumacher 1988 zitiert. Statt mit Schalke 04 im Emsland anzutreten, wechselte er zu Fenerbahce Istanbul in die Türkei. Dabei kannte er das damalige Hindenburgstadion in der emsländischen Kreisstadt bereits: Im ersten von bislang drei Vergleichen zwischen beiden Clubs siegte er dort mit dem Erstligisten am 5. Mai 1981 knapp mit 1:0.

90 Minuten stand der Kölner Keeper , der 76 Spiele mit der A-Nationalmannschaft bestritt, einst im Mai in Meppen im Tor. Vielleicht erinnert sich Toni Schumacher nicht so gern an die Partie – obwohl er ohne Gegentor geblieben ist. Die Mannschaft von „General“ Rinus Michels, zu der auch Rainer Bonhof, Tony Woodcock und Pierre Littbarski gehörten, hatte einige Mühe beim 1:0. Vor rund 6500 Zuschauern gelang Frank Hartmann zwei Minuten vor dem Abpfiff der Siegtreffer.

„Alternde Stars ohne Dampf“

Die Kölner, die eine Gage von 20000 DM forderten, enttäuschten eher. SVM-Trainer Hans-Dieter Schmidt drückte es deutlich aus: „Da laufen alternde Stars, die keinen Dampf drinhaben. Sie haben es nicht verstanden, unsere Oberliga-Elf in den Sack zu stecken. Die Kölner Mannschaft hat kein Herz.“ Michels, der Verfechter des totalen Fußballs, erklärte, es sei schwer, seine Elf für so ein Spiel zu motivieren. Er lobte besonders SVM-Libero Hubert Hüring für eine umsichtige Partie. Für ein Fußballfest sorgten die SVM-Spieler wie Josef Menke, Gerd Gerdes, der Schumacher sogar tunnelte, Peter Höfer, Bernd Deters oder Helmut Heuing, der nach zwölf Jahren Abschied nahm beim SVM.

Knapp endeten auch die weiteren Spiele zwischen den Kölnern und den Meppenern. Nie fiel mehr als ein Tor – und immer waren die Emsländer nahezu ebenbürtig. Auch im einzigen Pflichtspiel, das sie bisher bestritten – im DFB-Pokal. Der Zweitligist musste am 1. Dezember 1990 in der Domstadt antreten. Er erreichte erstmals das Achtelfinale. Doch hier ereilte den Außenseiter das Aus. Unglücklich. Das bekannte auch FC-Präsident Dietmar Artzinger-Bolten nach dem Schlusspfiff.

Treffen mit dem Lehrmeister

Drei Tage nach dem Uefa-Cup-Spiel gegen Atalanta Bergamo fiel dem Bundesligisten die Umstellung offenbar schwer. Dabei hatte Sportdirektor Udo Lattek die Spieler im Vorfeld schon an Pokalüberraschungen erinnert. Die Emsländer hielten den Glauben an die Außenseiterchance hoch. „Im Fußball gibt es so viele Unwägbarkeiten“, erklärte Trainer Rainer Persike , der vor dem Anpfiff am Mittelkreis des Müngersdorfer Stadions seinen Lehrmeister traf. FC-Trainer Erich Rutemöller hatte ihn an der Sporthochschule Köln unterrichtet.

Treffer kurz vor der Pause

Entschieden wurde die Partie durch einen „Zufallstreffer“ (Lattek) von Frank Greiner. Dessen Schuss 120 Sekunden vor der Pause sorgte dafür, dass die Kölner Fußballwelt heil blieb. 6:6 Ecken deuten an, dass die Partie weitgehend ausgeglichen war. Werner Rusche vergab die beste Meppener Möglichkeit schon nach sechs Minuten. Robert Thoben spielte so stark, dass Lattek sich über eine Wechsel-Möglichkeit erkundigt haben soll.

Thoben blieb im Emsland, fehlte aber beim Freundschaftsspiel im Februar 1997 auf neutralem Boden in Rheine, dem Geburtsort von SVM-Verteidiger Michael Prus, der zusammen mit dem starken Eckhard Vorholt die Effzeh-Offensive um Toni Polster kontrollierte. Andreas Helmer erzielte mit einem abgefälschten Freistoß nach gut einer Stunde das Tor des Tages. Zuvor war der agile Christian Claaßen von Michael Kostner an der Strafraumgrenze zu Boden gebracht worden. SVM-Trainer Paul Linz zeigte sich zufrieden, während Kölns Coach Peter Neururer auf die taktisch ordentliche Vorstellung seines Teams verwies, und Manager Wolfgang Loos die mangelnde Chancenverwertung beklagte.

Noch kein Punktspiel

Der SV Meppen stieg 1998 aus der Zweiten Bundesliga ab, der 1. FC Köln aus der Ersten. Punktspiele haben die Clubs nie gegeneinander bestritten. Am Samstag um 15.30 Uhr stehen sie sich im DFB-Pokal gegenüber, in dem der SV Meppen im vierten Duell die Bilanz ausgleichen will. Als Zuschauer hat sich FC-Vizepräsident Harald Schumacher angekündigt. Vielleicht hat das Stadion nach 34 Jahren einen Wiedererkennungswert für ihn.


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