Gegen Köln wieder im Stadion Rheinländer seit fast 50 Jahren Fan des SV Meppen

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Farbe bekennt Leo Klöckner aus Rüber. Der 72-Jährige ist seit 1967 SVM-Anhänger. Gegen Köln ist er wieder im Stadion. Foto: KlöcknerFarbe bekennt Leo Klöckner aus Rüber. Der 72-Jährige ist seit 1967 SVM-Anhänger. Gegen Köln ist er wieder im Stadion. Foto: Klöckner

Rüber. Komm doch mal rüber! Das muss sich Leo Klöckner vor dem DFB-Pokalspiel des SV Meppen am Samstag um 15.30 Uhr gegen den 1. FC Köln nicht zweimal sagen lassen. Der 72-Jährige aus dem rheinländischen Rüber will dem Regionalligisten den Rücken stärken.

Es hat nur ein einziges Jahr gedauert, um die Liebe zum Emsland und insbesondere zum SV Meppen zu entfachen. „Es ist für mich zu einem Teil Heimat geworden“, sagt Klöckner, der in der 900-Seelen-Gemeinde Rüber im Kreis Mayen-Koblenz lebt. Von 1967 bis 1968 begann er bei der damaligen Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr (heute Wehrtechnische Dienststelle) seine Beamtenlaufbahn. Eigentlich wollte er im nahen Koblenz bleiben. „Aber ein Kollege ist durchgefallen“, erinnert er sich an den Zufall, der ihn ins Emsland führte.

Klöckner wohnte in Meppen an der Georg-Wesener-Straße ganz in der Nähe des Stadions. Dort besuchte er selbstverständlich die Heimspiele des SVM. „Die haben guten Fußball gespielt“, erinnert er sich noch genau an Torjäger Gerd Sand oder Torwart Siegfried Melzig. „Fünfmal M: Mit Melzig macht Meppen Meister“, lacht Klöckner. „Ein Fan war ich schon damals.“ Er ist es bis heute geblieben.

Die Begeisterung für die Blau-Weißen hat nicht nachgelassen. In elf Zweitligaserien wurde sie sogar noch größer. Seit rund 30 Jahren ist Klöckner Mitglied beim SVM. Als es dem Verein finanziell schlecht ging, pappte er gegen entsprechende Zahlung den Aufkleber „Ich bin SV-Meppen-Retter“ wie ein Bekenntnis an sein Auto.

Klöckner erinnert sich gern an „die großen Meppener Spiele“: gegen Amsterdam, gegen Barcelona oder im Pokal gegen Bayern München. „Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden“, nennt er sein Motto. Er weiß noch genau, wie er einen 16-jährigen Fan von Eintracht Frankfurt aus seinem Heimatort mitgenommen hat zum Punktspiel der Emsländer gegen Eintracht Frankfurt. „Er stand mit mir im Meppener Fanblock.“

Im Stadion hat Klöckner zuletzt einige Regionalligaspiele oder das Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund gesehen. Ansonsten verfolgt der Rheinland-Pfälzer, der einst beim SV Laetetia Rüber – nach eigener Einschätzung mit wenig Erfolg – in der Kreisliga C und B Fußball gespielt hat, die Meppener Partien vor dem Live-Ticker. Samstag macht er sich mit seiner Frau Ulla auf den rund 330 Kilometer langen Weg nach Meppen. Nach der Pokalpartie übernachten sie bei Freunden (Christa und Gerd Möller).

„Meppen ist Kult“, stellt Klöckner fest. Das wissen auch seine Bekannten. Und zwar nicht erst, seit Enkel Justus singt: „Blau-weiß, blau-weiß, immer am Ball, das ist Meppen!“ Seine Frau hat Klöckner allerdings nur bedingt angesteckt. Sie sympathisiert eher mit den Kölnern, die im Raum Koblenz viele Anhänger haben. „Aber sie ist sicher nicht sehr traurig, wenn Köln nicht gewinnt. Dann freut sie sich mit mir“, schmunzelt Klöckner.

Der 72-Jährige sieht im Vergleich David gegen Goliath durchaus eine kleine Chance für seinen Lieblingsklub – „ auch wenn Köln drei Klassen höher spielt . In der ersten Pokalrunde scheiden immer ein, zwei Profimannschaften aus“, erinnert er an Eintracht Trier, die 1997 Schalke ausschaltete. „Wenn Meppen einen top Tag erwischt und Köln den Gegner vielleicht ein bisschen unterschätzt“, spekuliert er. Sogar bei der 1:4-Pokalniederlage gegen Bayern München gab es für Klöckner einen Augenblick der Hoffnung: Nämlich als Garip Capin nach den Gegentoren von Carsten Jancker und Alexander Zickler auf 1:2 verkürzte. „Da habe ich gedacht, dass eine Überraschung möglich ist.“ Doch sieben Minuten später machte Zickler den Sack für die Bayern zu. Giovane Elber schoss noch das 1:4.

Sicher ist Klöckner, dass der SVM seine Chance in der regulären Spielzeit suchen sollte. Wenn die Truppe von Trainer Christian Neidhart das Ergebnis knapp halte, dann klappe es vielleicht mit einem 2:1, spekuliert er. „Als Fan hofft man ja immer“, lacht Klöckner: „Der Glaube kann Berge versetzen.“


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