SV Meppen gegen VfL Osnabrück Launiges Treffen der Fußballlegenden beim Derby Day

Meine Nachrichten

Um das Thema SV Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Merzen. Am Mittwoch wird die wechselvolle Derbygeschichte des SV Meppen und des VfL Osnabrück im NFV-Finale in der Meppener Hänsch-Arena (18.30 Uhr) fortgeschrieben. Vor dem Pokalschlager ließen die Protagonisten dieser Historie am Montagabend beim Derby Day im Gasthaus Dückinghaus in Merzen die Vergangenheit lebendig werden. Fazit: Das immer junge Duell hat nichts von seinem Reiz verloren.

„Wir haben nur Legenden hier“, betonte Harald Pistorius, Sportchef der Neuen Osnabrücker Zeitung, der gemeinsam mit Emslandsportredakteur Uli Mentrup die Talkrunden moderierte, in denen ehemalige Spieler und Verantwortliche beider Vereine von ihren Derbyerlebnissen berichteten, ehe die Protagonisten des anstehenden Pokalfinales verrieten, bei wie viel Grad Celsius das Derbyfieberthermometer gerade steht.

„Highlight für das Emsland“

Fest steht, dass die Nachbarschaftsduelle stets die Massen elektrisiert haben. „Für mich waren die Derbys gegen den VfL Osnabrück immer die interessantesten Spiele der Saison. Auch das Spiel am Mittwoch ist wieder ein Highlight für das Emsland“, betonte Gerd van Zoest. Der ehemalige Manager des SV Meppen hat alle Duelle gegen Osnabrück gesehen – wenn auch nicht alle aus der ersten Reihe. Bei der 2:3-Niederlage des SV Meppen in Osnabrück am 31. Oktober 1987 hatte van Zoest dem Linienrichter nach einem abseitsverdächtigen Tor des VfL-Stürmers Heikko Glöde die Brille des damaligen SVM-Präsidenten Wolfgang Gersmann angeboten und wurde daraufhin aus dem Innenraum verbannt. „Ich wurde abgeführt wie ein Schwerverbrecher und musste den Rest des Spiels aus den Katakomben angucken“, erzählte van Zoest, „zum Glück war eine Würstchenbude in der Nähe. Da war es nicht so langweilig.“

Der ehemalige VfL-Manager Helmut Kalthoff wusste zu berichten, dass auch der frühere VfL-Präsident Hartwig Piepenbrock den Unparteiischen gerne mal mit einer Sehhilfe aushelfen wollte. „Das hat er oft gemacht – manchmal waren auch Sonnenbrillen dabei.“

„Derby muss nicht nett sein.“

Gerade für die Spieler, die zwischen den Vereinen gewechselt sind, hatten die Derbys besonderen Reiz. Dass man da im Zweikampf mit dem ehemaligen Mitspieler nicht immer zimperlich umgegangen ist, wusste auch Christian Claaßen, der früher für beide Vereine stürmte, zu berichten. „Derby muss nicht nett sein. Aber ich habe auch früher mit Bernd Deters zusammengespielt. Da war das auch im Training nicht immer schön“, erinnerte sich Claaßen an schmerzhafte Erfahrungen. An sein erstes Derby im VfL-Dress erinnerte sich der ehemalige Stürmer aber genau. Im „Nebelspiel“ der Saison 1998/1999 traf der gerade aus Meppen zum VfL gewechselte Claaßen zum 1:0. „Da schießt der mal ein Tor, und ich sehe es nicht“, flachste der damalige VfL-Keeper Uwe Brunn, der sich mit seinem Meppener Gegenüber Hermann Rülander einig war: „Gegentore sind nie schön. Aber Derbytore tun besonders weh.“ Gleich drei Treffer kassierte Brunn beim einzigen Meppener Sieg in Osnabrück, als Doppeltorschütze Damir Bujan und Andreas Helmer beim 3:1-Erfolg trafen.

Dass die Rivalität zwischen dem SV Meppen und dem VfL Osnabrück in den 1970er-Jahren noch nicht so groß war, berichteten Walter Wiethe, Friedhelm Holtgrave, Gerd Sand, Siggi Müller und Lothar Gans, die für beide Vereine gespielt haben. Wiethe erinnerte sich an eine Meppener Erfolgsserie nach einem schwachen Saisonstart. „Damals war am Montag in Meppen immer die Brandsalbe ausverkauft, weil die Leute viel geklatscht haben.“

„Pokalwettbewerb ein Glücksfall“

Für heftigen Jubel bei den Fans des SV Meppen haben stets die Tore von Josef „Jupp“ Menke gesorgt, der siebenmal gegen Osnabrück getroffen hat. „Der VfL war nicht unbedingt ein Angstgegner für mich“, berichtete Menke augenzwinkernd. „Mr. SV Meppen“ verriet auch, dass es mal ein Angebot vom VfL Osnabrück gegeben hat. Weil er aber zu der Zeit in Oldenburg studierte, hatte er dem damaligen VfL-Manager Gerd-Volker Schock eine Absage erteilt.

Dass die beiden Traditionsmannschaften, die früher ihre Derbys in der 2. Bundesliga und der Regionalliga ausgetragen haben, nun im NFV-Pokal-Endspiel aufeinandertreffen, sei auch für den Pokalwettbewerb ein Glücksfall, berichtete Manfred Finger, Pressesprecher des Niedersächsischen Fußballverbandes. „Seit 1951 richtete der NFV den Pokalwettbewerb aus, und ich glaube nicht, dass ein Endspiel vor einer derartigen Kulisse ausgetragen wurde“, freut sich Finger auf eine tolle Stimmung mit rund 10000 Zuschauern im Stadion .


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN