Stürmer brach sich Kiefer Meppener Fans schmähen verletzten Gerdes-Wurpts

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Matchwinner war Andreas Gerdes-Wurpts (2.v.l.) noch beim Cloppenburger 4:0 in der Hrinrunde. Bei Meppener 2:0 brach sich der Angreifer den Kiefer. Foto: Werner ScholzMatchwinner war Andreas Gerdes-Wurpts (2.v.l.) noch beim Cloppenburger 4:0 in der Hrinrunde. Bei Meppener 2:0 brach sich der Angreifer den Kiefer. Foto: Werner Scholz

Meppen. Beim SV Meppen wirkte der Derbysieg gegen den BV Cloppenburg wie Balsam. Den Gast schmerzte die 0:2-Niederlage, aber noch mehr der Kieferbruch von Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts, der wochenlang im Kampf um den Klassenerhalt fehlen wird.

„Wir müssen die Punkte gegen andere Mannschaften holen“, weiß Trainer Mario Neumann . Dabei muss der BVC zunächst auf die Dienste von Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts verzichten, der im Hinspiel noch einen lupenreinen Hattrick erzielt hatte. Wie lange der 34-Jährige nach dem Bruch des Oberkiefers ausfällt, ist offen. Wie wichtig er für den BVC ist, zeigte die Angriffsflaute nach seinem Ausscheiden.

Der hoch motivierte ehemalige Meppener musste kurz nach der Pause nach einem Zusammenprall mit SVM-Keeper Benny Gommert und Abwehrspieler Martin Hudec ausgewechselt werden. „Unnötig, wie Gerdes-Wurpts da reingeht“, urteilte Neidhart. Der Stürmer allerdings vermutete nach Neumanns Angaben, Abstimmungsprobleme der beiden Meppener. Ein Foul erkannten die Cloppenburger beim Dreikampf nicht.

Noch während der Behandlung Schmährufe

Schon während der Angreifer länger auf dem Platz behandelt wurde, bedachten ihn einige Zuschauer mit Schmährufen. Die beiden Meppener hatten Glück: Gommert konnte sofort weiterspielen. Hudec machte später mit einem Kopfverband weiter. Der bedeckte Wunden, die offenbar von den Zähnen des Gegenspielers stammten.

Mit blutverschmiertem Gesicht und Trikot machte sich Gerdes-Wurpts auf den Weg in die Kabine. Dabei reagierte er noch auf Zurufe einiger Fans. Es flogen offenbar Becher, Gerdes-Wurpts reckte einen Finger gen Himmel. „Es gibt Typen, die polarisieren unheimlich“, stellte Neumann fest. Ähnlich sei es mit Meppens Jens Robben. Mehr Respekt mit einem Spieler, der verletzt den Platz verlässt, hätte sich auch Neidhart gewünscht.

Arzt musste Lippe nähen

Dass es schlimmer um den 34-Jährigen bestellt war, konnten die Zuschauer erahnen, als ein Arzt in die Kabine gerufen wurde. „Andis Lippe war zerfetzt. Einige Zähne standen nach hinten“, beschrieb Neumann die Situation. Die Lippe wurde mit zehn Stichen genäht. Bei der Untersuchung im Meppener Krankenhaus wurde ein Bruch des Oberkiefers diagnostiziert. Am Samstag suchte Gerdes-Wurpts einen Gesichtschirurgen auf. Am Montag soll eine Schiene angepasst werden.

Sportlich eindrucksvoll gelang dem SV Meppen die Revanche für die 0:4-Schlappe vom Hinspiel . „Das haben wir richtig gut gemacht“, sagte Trainer Christian Neidhart, der seinem Team am Wochenende frei gab. Die Abwehr stand. Der Coach hatte die Spieler beim Videostudium am Morgen des Derbys noch einmal genau auf die Stärken der BVC-Angreifer eingestellt. Dem Gast blieben kaum Möglichkeiten. Diskussionswürdig fand das Trainergespann Jörg-Uwe Klütz/Mario Neumann die Chance von Nick Köster unmittelbar nach der Pause. „Ich hätte gern gewusst, was passiert wäre, wenn da das eins zu eins gefallen wäre“, sagte Klütz, der die Lacher auf seiner Seite hatte, als er spitz bemerkte: „Nach dem Europapokalmodus wären wir weiter.“

Robben hätte Rot verdient

Nicht unrecht hatte Klütz mit seiner Bemerkung, dass Robben wegen Nachtretens gegen Köster wohl Rot verdient gehabt hätte. Beide Spieler sahen Gelb. „Da haben wir Glück gehabt“, wusste Neidhart, verwies aber darauf, dass der SVM zuletzt zweimal unglücklich Gegentore kassierte: Beim „unberechtigten Handelfmeter“ in Bremen (1:1) und beim ersten Gegentor in Wolfsburg, als der Ball schon im Aus war.

Den entspannten Meppener Trainer störten nur Kleinigkeiten; Etwa die fünfte Gelbe Karte gegen Max Kremer, der damit am Freitag bei Eintracht Braunschweig II ausfällt. „Da muss er einfach nur stehen bleiben.“ Zudem passte Neidhart der nach der Pause schludrige Umgang mit Möglichkeiten nicht. „Wir haben die Konter nicht richtig zu Ende gespielt.“ Sonst hätte der Sieg höher ausfallen oder das 2:0 früher fallen können. „Da kriegt man einen Herzinfarkt auf der Tribüne“, erinnerte Vorstandssprecher Andreas Kremer an „drei, vier, fünf“ gute – aber verpasste Gelegenheiten“. Die Offensive wirkte etwas zu verspielt, suchte nicht entschlossen genug den Abschluss, sondern zu oft einen womöglich noch besser postierten Mitspieler. „Aber es ist positiv, dass wir uns die Chancen herausgespielt haben“, meinte Neidhart. Damit haben die Meppener , die von der F-Jugend der JSG Twist-Adorf und der F-VII von Olympia Laxten auf den Platz geführt wurden, sich den Trainingsinhalt dieser Woche vorgegeben. Immerhin gewannen die Emsländer die letzten fünf Heimspiele gegen den BVC bei 14:1 Toren.


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