„Einrichtungen erhalten“ In Lingen über Inklusion diskutiert

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Bernward Jacobs (Geschäftsführer Stift Tilbeck), Uwe Schummer (Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Menschen mit Behinderung) und Janina Bessenich (stellvertretende Geschäftsführerin des Fachverbandes Caritas-Behindertenhilfe und Psychiatrie) diskutierten mit den Geschäftsführungen und Werkstattleitungen der niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Werkstätten. Foto: Christophorus-Werk LingenBernward Jacobs (Geschäftsführer Stift Tilbeck), Uwe Schummer (Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Menschen mit Behinderung) und Janina Bessenich (stellvertretende Geschäftsführerin des Fachverbandes Caritas-Behindertenhilfe und Psychiatrie) diskutierten mit den Geschäftsführungen und Werkstattleitungen der niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Werkstätten. Foto: Christophorus-Werk Lingen

Lingen. Mit der Zukunft ihrer Einrichtungen in Zeiten der Inklusion haben sich Vertreter der katholischen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bei ihrer Herbstkonferenz in Lingen beschäftigt. Das teilte das Christophorus-Werk in einer Presserklärung mit.

Aktuell arbeiten deutschlandweit gut 300000 Menschen mit Behinderung in WfbM und verwirklichen so ihr Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben. Die Werkstätten verstehen sich dabei als treibende Kraft im Hinblick auf Inklusion. „Mit kreativen Ideen und modernen Konzepten entwickeln wir immer neue Zugänge zur Arbeit und zum Arbeitsmarkt und gehen dabei oft auch finanziell in Vorleistung“, stellte Georg Kruse, Geschäftsführer des Christophorus-Werkes in Lingen, fest. Auch Frank Schulz-Nieswandt, Professor für Sozialpolitik an der Universität Köln, sah die Werkstätten in seinem Impulsvortrag für die Zukunft gut aufgestellt. „Inklusion zu verwirklichen bedeutet nicht, alle Einrichtungen der Behindertenhilfe abzuschaffen“, stellte er fest. Es gebe kein funktionierendes Äquivalent zu diesen Einrichtungen.

In Zusammenhang mit dem geplanten Bundesteilhabegesetz hat der Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) eine neue Position der WfbM erarbeitet. Sie hebt die besondere Unterstützung hervor, die Werkstätten ihren Beschäftigten bieten: So werden Arbeitsprozesse individuell an den einzelnen Menschen und seine Behinderung angepasst, die Werkstätten gewährleisten verlässliche Begleitung durch qualifiziertes Personal und ermöglichen den Menschen mit Behinderung, soziale Beziehungen aufzubauen.

Nicht nur die Einrichtungen der Behindertenhilfe, auch die Gesellschaft müsse sich einem Wandel unterziehen, um Inklusion zu ermöglichen, forderte der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Bistum Osnabrück und stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Werkstätten, Franz Loth: „Eine Entschleunigung der Arbeitswelt tut den nicht behinderten Arbeitnehmern gut und erhöht die Vermittlungschancen von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.“

Unterstützung bekamen die 36 Werkstätten bei ihrer Tagung von der Politik. Uwe Schummer, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Menschen mit Behinderung, informierte die Teilnehmer der Konferenz über den aktuellen Stand der politischen Diskussion zum Bundesteilhabegesetz.


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