Der zweite Traum wurde wahr Thorben Deters: Das hätte ich mir nie ausgemalt

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Anerkennung für eine tolle Leistung zollte Meppens Trainer Christian Neidhart Youngster Thorben Deters nach dem 3:0-Sieg gegen Neumünster. Foto: Werner ScholzAnerkennung für eine tolle Leistung zollte Meppens Trainer Christian Neidhart Youngster Thorben Deters nach dem 3:0-Sieg gegen Neumünster. Foto: Werner Scholz

Meppen. „Das hätte ich mir nie ausgemalt.“ Thorben Deters, Youngster im Team des Fußball-Regionalligisten SV Meppen, hat schon den zweiten Traumeinstand: Knapp sechs Monate nach seinem ersten Kurzeinsatz und dem Treffer zum 4:0 gegen den SV Eichede gelang dem gerade 19-Jährigen auch bei seiner Premiere in der Startformation gegen den VfR Neumünster ein Tor.

Nach dem Schlusspfiff wurde Deters von den Fans gefeiert. Er selbst war nach dem anstrengenden 71-Minuten-Einsatz beim zweiten SVM-Heimsieg viel zu geschlaucht, um noch zu feiern. Aber die vielen Nachrichten mit dem Tenor „Weiter so“ oder „Wir gönnen es Dir“ haben ihm gut getan. „Das ist eine Bestätigung meiner Arbeit. Ich muss ja auch auf einiges verzichten.“

Deters war schon an der Meppener Führung gegen Neumünster beteiligt. Eigentlich wollte er den Pass von Theo Vogelsang annehmen. „Aber dann sah ich aus den Augenwinkeln etwas Blaues kommen.“ So versprang ihm das Leder etwas, aber Max Kremer traf. „Er hat eine super Handlungsschnelligkeit“, lobt Deters. Beim 2:0 setzte der junge Spieler, der seine Laufbahn als Mittelstürmer begann, um, was ihm die Trainer in den letzten Jahren gepredigt haben: „Du musst immer auf den zweiten Ball gehen.“ Also lief Deters nach dem Freistoß von Martin Wagner durch und schob den Abpraller vom Pfosten aus spitzem Winkel ins Tornetz. Dass der Treffer wichtig war, erkannte der Spieler: Er gab ihm selbst und den anderen Meppener Akteuren weitere Sicherheit und den Spielwitz zurück.

Dass der Offensivfußballer am Ende am Rande einer Ampelkarte schien, lag auch daran, dass er die Anweisungen von Trainer Christian Neidhart umsetzte, keinen Gegenspieler passieren zu lassen. Vor der Halbzeitpause sah er nach einem taktischen Foul Gelb, im zweiten Durchgang ermahnte ihn der Unparteiische. „Aber das war aus meiner Sicht kein Foul“, sagte Deters, der den anderen jungen Talenten nach Neidharts Einschätzung fußballerisch etwas voraus hat. Aber auch Markus Rohe bekam Sonntag einen Kurzeinsatz.

Deters weiß, dass es bis zum Sprung in die Stammformation ein weiter Weg ist. Er absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr am Windthorst-Gymnasium und hat Gelegenheit, alle Trainingseinheiten mitzumachen. Aber ausgerechnet Ende dieser Woche und in der nächsten Woche muss er an Seminaren teilnehmen. „Das ist ein bisschen ärgerlich.“ So muss er sich wohl wieder in Geduld üben. „Das fällt mir nicht schwer“, sagt er. „Wenn ich Spieler wie Robben, Wagner, Kremer oder Maier sehe, erkenne ich, dass sie mir etwas voraus haben. Also versuche ich, mein Bestes zu geben und warte auf die Chance.“

Am Ende der Serie wird Deters Bilanz ziehen. Er plant ein Studium – vielleicht zum Wirtschaftsingenieur. Das wäre auch in Lingen möglich. „Die Ausbildung ist wichtig“, weiß er – und glaubt nicht, „dass ich noch ein großer Bundesligaspieler werde“. Aber natürlich will er höherklassig spielen. Beim SV Meppen hält sein Vater Bernd mit 524 Spielen die Rekordmarke in der Einsatzbestenliste. Und einige ältere SVM-Anhänger bedankten sich am Sonntag bei Thorben Deters schon mit den Worten: „Gut gemacht, Bernd.“ Das belastet den 18-Jährigen nicht. „Der Zuspruch der Zuschauer tut gut.“


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