„Bremen hatte einen Sahnetag“ Neidhart bekennt: Meppen noch nie so chancenlos

Von Uli Mentrup

Enttäuscht nach der Meppener 1:3-Niederlage gegen Werder Bremen II: Trainer Christian Neidhart. Foto: Werner ScholzEnttäuscht nach der Meppener 1:3-Niederlage gegen Werder Bremen II: Trainer Christian Neidhart. Foto: Werner Scholz

Meppen. Christian Neidhart war nach der 1:3-Schlappe gegen Werder Bremen erkennbar bedient. „Immer wenn wir die Chance haben, uns oben einzunisten, dann verkacken wir. Das war schon in der letzten Saison so.“

Etwa bei der Niederlage im Bremer Dezember-Nebe l. Der Unterschied: Vor neun Monaten boten die Emsländer lange eine gute Leistung. Am Freitag in der Hänsch-Arena enttäuschten sie zwei Wochen nach der Gala gegen VfL Wolfsburg II vor allem im zweiten Durchgang maßlos. „Ich bin jetzt eineinhalb Jahre in Meppen. Wir sind noch nie so chancenlos gewesen“, erkannte der Trainer. Ganze drei Möglichkeiten hatten die Gastgeber. Die erste durch den eingewechselten Hiromu Watahiki in der Schlussphase, die zweite nutzte Marc Schnier zum 1:3. Bei der dritten schoss er Kris Fillinger an, von dessen Körper der Ball in der 90. Minute ins Tor trudelte. Nach längerer Diskussion versagte Referee Murat Yilmaz dem Treffer wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung. Und öffnete den Zuschauern damit ein Ventil. Sie ließen ihren Frust ab. Neidhart sah die Angelegenheit ganz nüchtern: „Es gibt keinen Grund, über den Schiedsrichter zu reden. Das steht uns nach so einer Leistung einfach nicht zu.“

Die Niederlage gegen eine starke Werder-Mannschaft war hochverdient. „Bremen hatte einen Sahnetag“, urteilte Neidhart. Der Gast war präsenter, stellte die Räume geschickt zu. Dagegen fanden die Emsländer kein Mittel. Nur mit Glück und einem starken Benni Gommert hielten sie zur Pause ein 0:0. Allein dem Torwart bescheinigte Neidhart Normalform. Ansonsten passten weder Zweikampfstärke noch Körpersprache oder Laufwege.

In der Pause stellte Meppen um, aber es half nicht. Die Fehler auch im taktischen Bereich häuften sich. Die Patzer vor den Gegentoren waren offensichtlich: Beim 0:1 standen Johan Wigger und Peter Gebben falsch, beim 0:2 war erneut Gebben nicht im Bilde, beim 0:3 fühlte sich der Coach von Jens Robbens Ballverlust geradezu provoziert. „Eine Frechheit. Das kann ich so nicht stehen lassen.“ Nach der fünften Gelben Karte im achten Spiel fehlt der zuletzt starke Mittelfeldspieler Freitag in Cloppenburg – wie wohl auch Max Kremer, dessen Oberschenkelverletzung wieder aufgebrochen ist. Dafür steht Sebastian Schepers wieder im Training. BVC-
Coach Mario Neumann saß auf der Tribüne.

In der Pressekonferenz versprach Neidhart „eine interessante Woche“. Die Zuhörer im VIP-Raum raunten zustimmend. Doch der Coach kündigte damit keine Strafeinheiten, sondern intensive Arbeit an. Gerade im taktischen Bereich – und zwar in der Offensive wie in der Defensive. „Das Spiel haben wir alle verloren“, erklärte Neidhart. „Nach so einer Niederlage musst du eigentlich deine Laterne an der Eckfahne vergraben.“ Doch der SVM sucht wieder den Anschluss an die Topklubs. „Auch wenn wir mit so einer Leistung nicht nach ganz oben gehören. Dazu fehlten Konstanz und Qualität.“

Als einzig positives Signal wertete der Coach, dass Zuschauer und Fans im Block die Mannschaft bei der zweiten Niederlage im vierten Heimspiel zum Ende hin mit Applaus unterstützt hätten. Geregelt werden soll in dieser Woche in einem Gespräch zwischen Vorstandssprecher Andreas Kremer und dem Mannschaftsrat endlich auch die Prämienfrage.