Platzverweise für 86 Personen Meppener Derby-Pleite macht Fehlstart perfekt


Meppen. Eine bittere Heimniederlage kassierte der SV Meppen ausgerechnet im Derby gegen den VfB Oldenburg. Trotz guten Beginns verloren die Gastgeber vor 2629 Zuschauern mit 1:2 (0:1). Dabei blieb der SVM-Fanblock weitgehend leer. 86 Personen hatten nach einer Auseinandersetzung mit der Polizei einen Platzverweis erhalten. Weitere Gruppen solidarisierten sich und blieben dem Derby fern.

Die Meppener Mannschaft, in der Kapitän Johan Wigger für den verletzten Theo Vogelsang in der Innenverteidigung neben Hiromu Watahiki auflief – erwischte einen ordentlichen Start, hatte auf der linken Seite viele gute Offensivaktionen und setzte den Rivalen unter Druck. Der Einsatz stimmte. Jens Robben war immer anspielbar. Nur der entscheidende Pass vor dem Tor blieb aus. Direkt nach der ersten SVM-Möglichkeit, als Ramiz Pasiov an der flachen Hereingabe von Martin Wagner vorbeirutschte, fiel das 0:1 durch Nils Laabs. Da zauderte die Meppener Abwehr zu lange. Danach war klar, dass es gegen kompakte Oldenburger sehr schwer werden würde.

Meppen mühte sich, fand aber die klare Linie nicht mehr. Nach dem 0:2 durch Pierre Merkel setzte Trainer Christian Neidhart alles auf eine Karte. Mit Diego Rodriguez , Hedon Selishta und Janik Jesgarzewski brachte er drei frische Spieler, stellte in der Abwehr auf Dreierkette um. Oldenburg lauerte auf Konter und hatte bei einem Pfostentreffer von Merkel Pech. „Das 3:0 war mit Glück möglich“, sagte VfB-Trainer Kristian Arambasic.

Trotz des verstärkten Offensivpersonals kam Meppen nur zu wenigen Möglichkeiten. Eine nutzte Kevin Landgraf per Fallrückzieher (88.) „Das Tor ist leider zu spät gefallen“, wusste der Schütze. Ansonsten wirkte der Gastgeber oft umständlich.

Während die Oldenburger Anhänger nach dem Sieg versöhnt waren, musste SVM-Trainer Christian Neidhart bekennen, dass der Start mit vier Punkten aus vier Spielen „nicht geglückt ist. Wenn man ein Derby verliert, dann nagt das immer.“

Nicht sehen konnten 86 Personen das Duell. Sie waren nach Angaben von Polizei-Einsatzleiter Raimund Brinkmann auf dem Weg zum Bahnhof, um die Oldenburger zu empfangen. Dabei seien sie von Beamten abgedrängt worden und hätten Böller gezündet. Danach hätte die Polizei die Personalien aufgenommen und Platzverweise, die auch die Hänsch-Arena und den Bahnhof beinhalteten, ausgesprochen. Ungewöhnlich, so Brinkmann, sei das Ausmaß gewesen. Wegen der aggressiven Grundstimmung beider Lager, die offensichtlich auf Konfrontation aus gewesen seien, habe die Polizei ein Zusammentreffen verhindern müssen. Das sei gelungen.

Weil andere Gruppen dem Stadion freiwillig fernblieben, fiel die geplante neue Choreografie aus.


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