Gegen VfB Oldenburg SVM will Fans Derbysieg schenken

Von Uli Mentrup

Leidenschaft ist gefragt im Derby gegen den VfB Oldenburg. Martin Wagner soll gegen den Meppener Rivalen im Spitzenspiel der Regionalliga die Fäden ziehen und für Ideen sorgen. Foto: Werner ScholzLeidenschaft ist gefragt im Derby gegen den VfB Oldenburg. Martin Wagner soll gegen den Meppener Rivalen im Spitzenspiel der Regionalliga die Fäden ziehen und für Ideen sorgen. Foto: Werner Scholz

Meppen. Es ist noch nicht das Spiel der Spiele – aber es ist ein herausragendes Derby, ein Highlight, wenn Montag um 20.15 Uhr die Regionalligisten SV Meppen und VfB Oldenburg aufeinandertreffen. Ein Top-Duell mit Tradition und Rivalität, das hohe Erwartungen schürt.

Dabei gibt es bei beiden Kontrahenten Parallelen. Sie haben schon bessere Zeiten hinter sich, spielten einst in der 2. Bundesliga, hatten danach enorme wirtschaftliche Probleme und rutschten bis in die fünfte Liga ab. In der vergangenen Saison bangten die Klubs mit den Vereinsfarben Blau und Weiß lange um den Klassenerhalt. Der VfB wurde Zehnter, der SVM Elfter. Aber jetzt sind sie erfolgreich, stehen da wie Phönix aus der Asche und werden von ihren Fans tatkräftig unterstützt.

„Oldenburg müsste mit breiter Brust kommen“, erinnert Meppens Trainer Christian Neidhart an die VfB-Serie von zehn Spielen ohne Niederlage. Der Gast stehe zu Recht mit oben in der Tabelle. Der 45-Jährige hat den Gegner beim 0:0 in Rehden beobachtet. Dass Kollege Alexander Nouri sein Team auf fünf Positionen veränderte, belege, wie gut und breit der Kader aufgestellt sei.

Die Meppener haben Respekt. Auch vor dem 14-fachen Torschützen Addy-Waku Menga. „Er hat mit entscheidenden Toren einige Punkte gerettet“, sagt Neidhart. Doch der zweifache Nationalspieler des Kongo wird keine Sonderbewachung bekommen. Der SVM nimmt den 30-Jährigen in der Viererkette auf. Vorher allerdings werden sich die Innenverteidiger bei Videozusammenschnitten ein genaues Bild vom Angreifer machen.

Bei der Beobachtung des Gegners in Rehden ist Neidhart aufgefallen, dass Oldenburg aus sicherer Abwehr auf schnelle Konter setzt. Dabei verfügt der Gast mit Nils Laabs, Kai Pröger, Lucas Höler und Leo Baal über torgefährliche Fußballer.

Aber des SV Meppen will sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. „Die Mannschaft hat sich gefunden und funktioniert gut. Wir sind voll im Soll“, sagt Neidhart, der auf den Kader der Vorwoche zurückgreifen kann. Gerade gegen starke Gegner haben die Emsländer Topleistungen abgerufen. Deswegen gibt es für den Cloppenburger, der 2002 mit Oldenburg Oberligameister geworden ist, keinen Favoriten für den Hit am Montag. Vielmehr könne entscheidend sein, wer besser mit dem Druck beim Livespiel (auf Sport1), der großen Kulisse oder dem ungewohnten Rhythmus zurechtkomme.

Die Stimmung im Meppener Kader ist gut. „Wir haben sehr gut trainiert“, sagt Neidhart, der seine bis in die Haarspitzen motivierten Spieler noch einmal zur Besonnenheit und Disziplin in der erwarteten hitzigen Atmosphäre beim Derby ermahnt hat. Der Gastgeber will die Chance nutzen, sich bundesweit gut und möglichst auch erfolgreich zu präsentieren.

Der Schlager ist für Neidhart nur ein – allerdings wichtiger – Punkt auf dem Meppener Weg. „Wenn man Chancen hat, um den Titel mitzuspielen, muss man sich nicht davor verstecken“, spricht der Meppener Coach für beide Teams. Und betont: „Von der dritten Liga spricht bei uns keiner.“ Sollte seine Mannschaft gewinnen, weiß Neidhart schon, wem er den Sieg schenken will: den Fans nämlich, auf deren Unterstützung die Mannschaft nicht nur am Montag setzt.