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Jahrhundertelf Torwart-Kandidaten

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Aus diesen sechs Spielern können Sie per Telefon, SMS oder Postkarte den Torwart der Jahrhundertelf wählen: Marcus Antczak, Stefan Brasas, Manfred Kubik, Bernd Kugler, Hermann Rülander und Fritz Stefens. Weitere Informationen zu den Kandidaten finden Sie in der Bildbeschreibung.

Marcus Antczak

beim SV Meppen von 2002 bis 2010

geb. 12. März 1974

rund 300 Spiele für den SVM

weitere Vereine: FC Stoppenberg, SW Essen, Kickers Emden, Haselünner SV

Torwart-Tore sind eine Seltenheit. Kein Wunder also, dass Marcus Antczak seinen Treffer gegen den SV Wilhelmshaven zu den absoluten Highlights seiner Meppener Zeit zählt. Im Februar 2008 erzielte er mit Windunterstützung die 2:1-Pausenführung gegen den SV Wilhelmshaven (Endstand 3:3). Der Ball setzte nach seinem Abstoß vor dem gegnerischen Strafraum auf und landete danach im Tornetz.

Der gebürtige Essener, der beim SVM als „Institution“ galt, wurde 2006 zur emsländischen Sportpersönlichkeit gewählt und zweimal für die Wahl zum niedersächsischen Fußballer des Jahres nominiert.

„In Meppen hat es Spaß gemacht, sonst wäre ich nicht acht Jahre geblieben“, stellt Antczak fest, der bei den Anhängern hoch im Kurs stand. Im Gegenzug standen die „Fans wie eine Mauer hinter uns“. Für den Torwart, der zum Bezirksligisten Haselünner SV gewechselt ist, überwiegt das Positive. Aber er kennt auch noch die finanziell schwierigen Zeiten des SVM.

Stefan Brasas

beim SV Meppen von 1994 bis 1998

geb. 31. August 1967

rund 150 Spiele für den SV Meppen

weitere Vereine: Preußen Münster, VfL Bochum, Werder Bremen, FC Mahndorf, 1. FC Saarbrücken, Stuttgarter Kickers, Werder Bremen, MSV Duisburg, Omonia Nikosia, SpVgg. Unterhaching (Spieler) - Wuppertaler SV Borussia, Vereinigung der Vertragsfußballer, Al-Ain FC, Thailändischer Fußballverband (Torwartrainer)

Nur ein Jahr beim Rauffmann-Klub Omonia Nikosia hielt es Ex-SVM-Torhüter Stefan Brasas aus.

Zusammen wurden die beiden zwar 2003 zyprischer Meister, aber einer der wohl längsten Torhüter in der Geschichte der Bundesliga (2,02 m!) wechselte zum Ende seiner Karriere noch einmal zur SpVgg. Unterhaching.

In ewiger Erinnerung wird den Emsländern das einzige Tor von Brasas bleiben, als er beim Auswärtsspiel am 9. Dezember 1995 in Jena kurz vor dem Abpfiff das 2:2 erzielte. Das zwischenzeitliche 1:1 hatte Lamin Conteh geschossen. Für einen Torhüter auch eher ungewöhnlich, erhielt Brasas unter Trainer Horst Ehrmantraut gleich im Spieljahr 1994/95 in Meppen vier gelbe Karten und sah sogar einmal rot.

Brasas, der schon als Spieler für mehr als ein Dutzend Vereine unter Vertrag stand, wanderte auch nach Abschluss seiner aktiven Karriere über die Kontinente. Europa, Afrika und jetzt Südostasien. Der gebürtige Münsteraner scheint fast nur aus dem Koffer zu leben. Derzeit arbeitet er als Torwarttrainer für die Nationalmannschaft von Thailand. Chef-Coach ist dort niemand geringerer als Winfried Schäfer, legendär geworden in zwölf Jahren als Trainer des Karlsruher SC.

Die Zusammenarbeit von Brasas und Schäfer trug schon einmal Früchte, als beide im Jahr 2009 mit dem Klub Al-Ain FC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Emirates-Cup, den President´s Cup und den Super-Cup derselben Föderation, die aus sieben Emiraten besteht, gewannen. Es ist anzunehmen, dass das Rajamangala-Nationalstadion in Bangkok nicht die letzte Station des Weltenbummlers Stefan Brasas bleibt.

Manfred Kubik

beim SV Meppen von 1990 bis 1994

geb. 25. Februar 1967

rund 140 Spiele für den SVM

weitere Vereine: Preußen Krefeld, VfR Fischeln, MSV Duisburg, Bayer 05 Uerdingen, 1. FC Saarbrücken, FSV Salmrohr, FC Wegberg-Beeck, Wuppertaler SV, Viktoria Goch, TuRu Düsseldorf

Genau 130 Spiele absolvierte Torwart Manfred Kubik für die Meppener in den Jahren 1990 bis 1994 und löste hier Hermann Rülander zwischen den Pfosten ab.

Kubik, der schon eine große Erstliga-Karriere vor Augen hatte, wechselte von Bayer 05 Uerdingen, wo Werner Vollack sein Konkurrent war, ins Emsland und spielte seine erfolgreichste Saison im letzten Jahr 1994, als er mit dem SVM sogar Rang sieben in der zweiten Liga erreichte. Der Keeper, der immer zu den stilleren und sehr bescheiden auftretenden Spielern gehörte, besaß im Emsland einen großen Beliebtheitsgrad.

Seine aktive Spieler-Laufbahn endete Kubik bei TuRu Düsseldorf, einem Verein, der eher als Handballtruppe von sich Reden machte. Seit dieser Zeit ist es fußballerisch ruhig um „Manni“ Kubik geworden.

Bernd Kugler

beim SVM von 1973 bis 1982 als Spieler und von 1992 bis 1997 als Ko-Trainer und Scout

geb. 19. September 1946

über 300 Spiele für den SVM

Vereine: BSV Basbeck, TuS Eiche-Warstade, VfL Stade, Werder Bremen, Polizei-Sport-Verein Bremen (Spieler) - SV Meppen (Trainer)

Über 300 Spiele bestritt Keeper Bernd Kugler für den blau-weißen Traditionsverein in knapp

einem Jahrzehnt.

Kugler, der sich heute noch mit Hubert Hüring oder Peter Höfer zum Kegeln trifft, hat

vor allen Dingen die stets ehrliche Umgangsweise innerhalb des SVM in Erinnerung behalten.

„Menschlich“, so der ehemalige Torwart, „waren das alles prima Leute, ja sogar Ehrenmänner,

wie zum Beispiel Wolfgang Gersmann oder Gerd van Zoest. Wenn Du mit denen etwas vereinbart hattest, galt das Wort und sonst gar nichts.“

Die Zusammenarbeit mit Horst Ehrmantraut bezeichnet der damalige Ko-Trainer und Scout als hart, aber stets sehr fair, da „Ehre“ immer den Erfolg allem anderen voranstellte.

Besonders erinnert sich Kugler an seine erste Mission nach Leipzig: „Es war eine Horrorfahrt. Noch kein vernünftiger Ausbau der Autobahn. Schon einige Minuten zu spät im Zentralstadion angekommen. Dann ein Platz ganz oben im offiziell noch 100000 Zuschauer fassenden, damals größten, aber schon baufälligen, deutschen Stadion. Oben angekommen, bemerkte ich, dass ich meine Brille vergessen hatte und wieder zum Auto zurück musste. Ein Training der besonderen Art.“

Heute ist Kugler immer noch zahlendes Mitglied beim SVM, aber nur noch sehr selten im Stadion anzutreffen. Er findet es eigentlich schade, dass der Klub viele ehemalige Spieler nicht weiter hat an sich binden können, bleibt dem Jubilar aber von ganzem Herzen verbunden.

Hermann Rülander

beim SV Meppen von 1981 bis 1994

geb. 21. November 1960

über 250 Spiele für den SVM

weitere Vereine: SV Burlage, Werder Bremen (Spieler) - Concordia Ihrhove (Trainer)

„Eine sensationell schöne Zeit“ verlebte Ex-Torhüter Hermann Rülander in Meppen.

Der heutige Versicherungskaufmann gibt zwischen zwei Kundenterminen

in Papenburg bereitwillig Auskunft.

„Meine sportliche Heimat wird immer der SVM bleiben!“, erklärt Rülander, der rund 250 Spiele

für den Verein bestritt. Besonders dankbar ist der Ex-Werder-Torwart dem damaligen Trainer Hans-Dieter Schmidt, dass dieser ihn ins Emsland holte, obwohl mit Hubert Koopmann dessen Schwager sein Konkurrent zwischen den Pfosten war.

Nach Schmidt und Rainer Persike entwickelte sich eine „besondere Beziehung zwischen mir und Horst Ehrmanntraut. Er verdonnerte mich gleich am Anfang mal zu 1000 Mark Geldstrafe. Ich sagte ihm aber gleich, dass ich die nicht zahlen würde, habe ich auch nie. Später bot er mir aber dann das Du an. Wenn jemand geglaubt hatte, dass Ehrmanntraut besonders hart gewesen sei, dann hätten diese Leute mal Kuno Klötzer oder Otto Rehhagel erleben sollen,“ schmunzelt Rülander.

Noch heute trifft sich eine Truppe dieser ehemaligen Mannschaft jeweils am Freitag vor Heiligabend im sogenannten „WC-Club“. Rülander lacht dabei und klärt auf, dass es sich dabei nicht um Gespräche um den Sanitärfachhandel drehe, sondern ein edles Getränk schottischer Herkunft dafür Namenspate sei.

Rülander, der im Sommer nach neun Jahren zum Spiel der Dortmunder Borussia wieder im Meppener Stadion war, hält sich noch heute fit in der Traditionsmannschaft von Werder Bremen und würde sich wünschen, dass so etwas auch der SV Meppen auf die Beine stellt. „Wir hängen doch alle an diesem Verein!“, weiß Rülander.

Fritz Stefens

beim SV Meppen 1968 bis 1969 und 1970 bis 1971

geb. 27. Oktober 1948

rund 80 Spiele für den SVM

weitere Vereine: Germania Papenburg, Werder Bremen, RW Essen, Wuppertaler SV

Knapp 80 Spiele bestritt Fritz Stefens in seiner Zeit beim SV Meppen.

Gebürtig aus Papenburg kommend, wechselte der Torwart 1968 zum SVM. Nach nur einem Jahr lockte der Ruf des SV Werder Bremen, wo er in zwei Jahren sechs Bundesligaspiele absolvierte. Nach dieser Zeit kehrte Stefens für ein weiteres Jahr zum SV Meppen zurück, wo er am Ende den Aufstieg in die Regionalliga Nord feiern durfte, an den er sich auch heute noch sehr gerne erinnert. Es folgten Stationen bei RW Essen, wo Stefens mit weiteren ehemaligen Meppenern zusammenspielte, und zwei weitere Bundesligaspiele absolvierte, sowie beim Wuppertaler SV.

Heute lebt der inzwischen 64-Jährige mit seiner Familie in Gevelsberg bei Wuppertal. Die Zeit beim SV Meppen war für ihn eine „ganz besondere und großartige, die er niemals vergessen werde“.


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