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Schulleiterin verabschiedet Mit Elisabeth Metzkowitz endet in Venhaus eine Ära

Von Anne Bremenkamp | 21.06.2016, 16:00 Uhr

Nach 39 Jahren im Schuldienst ist Elisabeth Metzkowitz, Leiterin der St. Vitus Schule in Spelle-Venhaus, am Montag in den Ruhestand verabschiedet worden.

Elisabeth Metzkowitz ist ein echtes „Venhauser Wicht“: Als Kind drückte sie ab 1959 die Schulbank der St. Vitus Schule in Spelle-Venhaus und dorthin kehrte sie 1977, dem Ruf der Heimat folgend, zurück. Erst als Lehrerin und das letzte Vierteljahrhundert als Schulleiterin hat sie 39 Jahre lang mit mehrere Generationen von Venhauser Kindern auf das Leben vorbereitet. Jetzt geht diese Ära zu Ende. Bei ihrer offiziellen Verabschiedung erfuhr Metzkowitz von langjährigen Wegbegleitern und natürlich von „ihren“ Grundschulkindern viel Dank, Anerkennung und Wertschätzung – eine „zweistündige warme Dusche“, wie sie es später selbst sichtlich gerührt ausdrückte. „Es war so toll! Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere, hinter der ich Neues anstoßen kann“, sagte sie mit großer Vorfreude darauf, viel Zeit zu haben und ihre Familie genießen zu können.

Ausgeglichene Art

„Mit deiner freundlichen, ruhigen und ausgeglichenen Art hast Du in dieser wunderschönen Venhauser Grundschule ein spannungsfreies Schulklima geschaffen, in dem sich alle wohlfühlen. Dein Führungsstil war geprägt von einem Miteinander auf Augenhöhe – pädagogisch, offen, menschlich und christlich“, sagte Regierungsschuldirektorin Maria Duisen zur Verabschiedung das „Venhauser Urgesteins“ in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Weiteres Smartboard

„Das zeichnet Elisabeth Metzkowitz aus: Sie wünscht sich nichts für sich, sondern für die Schule“, meinte Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Ein entsprechendes Abschiedsgeschenk hatte er in petto, denn mit Unterstützung des Schulträgers, des schuleigenen Fördervereins, des Hafenfestes und der Firma Cordesmeyer wird zukünftig ein weiteres Smartboard im Wert von 4000 Euro den Venhauser Unterricht bereichern.

Aus der Kreidezeit in die digitale Zeit

Allein in den letzten zehn Jahren und verstärkt nach dem verheerenden Brand anno 2011 habe der Schulträger rund 1,5 Millionen Euro in die St. Vitus Grundschule investiert . Deren Zukunft sei zweizügig gesichert, so Hummeldorf, der einräumte: „Dieser Abschied geht einem schwer ab.“ Aus der Kreidezeit in die digitale Zeit habe die Rektorin die Schule geführt, betonte Elternratsvorsitzende Barbara Brink: „Diese Schule ohne Dich können wir uns noch nicht vorstellen.“ Und auch die Fördervereinsvorsitzende Melanie Luttermann attestierte der Schulleiterin viel Engagement und Kreativität, um den Kindern Gutes zu tun.

Den Menschen im Blick

Seitens der Kirchen unterstrichen Pfarrer Ludger Pöttering und Pastor Konrad Pfannkuche: „Sie schenken den Menschen ein Lächeln und haben Sie in Ihrem Blick.“ Für alle Schulleiterkollegen der Samtgemeinde erklärte Martina Herbers: „Du hast einen ganz tollen Job gemacht!“ Das Kollegium brachte es in einem Ständchen auf den Punkt: „Du warst eine tolle Chefin, das sieht die ganze Schule ein und fällt der Abschied uns auch schwer, sollst Du doch immer fröhlich sein.“

Leben und lernen in der Schule

„Wir lieben diese Schule, weil sie uns erklärt, wie man gut durchs Leben fährt. Geh mit Freude und Zuversicht, aber vergiss uns bitte nicht“, müssen sich die Kinder, die quer durch alle Klassen und als Flöten-AG ein großartiges Abschiedsprogramm auf die Beine gestellt hatten, wohl keine Sorgen machen. Ein nahezu „oscarreifer“ Film bereitete nicht nur der scheidenden Schulleiterin einen emotionalen „Gänsehaut“-Moment, der nicht nur ihr ein Denkmal setzte, sondern auch einer lebendigen und bunten Venhauser Grundschule, in der nicht nur das Lernen, sondern auch das Leben Spaß macht.