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Maßnahme wird durch EU-Mittel gefördert Kläranlage in Spelle wird modernisiert

Von Ludger Jungeblut | 12.08.2016, 10:30 Uhr

Die Kläranlage in Spelle an der Schlanestraße soll mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen modernisiert werden.

Das hat das niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt. Die Höhe der Förderung für die Maßnahme in Spelle konnte das Ministerium noch nicht beziffern. Niedersachsen wird in diesem Jahr etwa 6,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für Energieeffizienzmaßnahmen bei öffentlichen Abwasseranlagen zur Verfügung stellen.

„Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern“

„Kläranlagen gehören zu den größten Energieverbrauchern einer Kommune“, sagte dazu Umweltminister Stefan Wenzel in Hannover. Dabei gebe es viele Möglichkeiten, um Energie zu sparen und effizienter zu nutzen und so das Klima und die Umwelt nachhaltig zu schützen. So könne zum Beispiel die Erzeugung von Eigenstrom durch ein Blockheizkraftwerk erfolgen oder die anfallende Wärme effektiver genutzt werden. Wenzel: „Energieeinsparung und Energieeffizienz spielen eine entscheidende Rolle bei der Energiewende. 50 Prozent des heutigen Energieverbrauchs lassen sich mittel- bis langfristig einsparen.“

Baukosten betragen 2,2 Millionen Euro

Betreiber der Kläranlage ist der Wasserverband Lingener Land. Dessen Geschäftsführer Reinhold Gels rechnet damit, dass für die knapp 2,2 Millionen Euro teure Maßnahme eine Million Euro an Fördergeldern bereitgestellt wird. Baubeginn soll Anfang 2017 sein. Der Geschäftsführer geht von einer zweijährigen Bauzeit aus.

„Maßnahmen kommen der gesamten Bevölkerung zugute“

Der Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf dankte dem Land für die finanzielle Unterstützung des Projekts. „Ohne diese Förderung wäre der notwendige Umbau nicht umsetzbar.“ Er verwies darauf, dass die energetischen Maßnahmen in der Kläranlage der gesamten Bevölkerung zugutekommen. Zum einen werde dadurch die Abwasserreinigung optimiert und durch die Errichtung einer Schlammfaulung die Klärschlammenge reduziert. Zum anderen solle mit einem Blockheizkraftwerk die vorhandene Wärme in Energie umgewandelt werden.

Dank auch an den Wasserverband Lingener Land

Dank sprach der Samtgemeindebürgermeister auch dem Wasserverband Lingener Land als Träger der Kläranlage dafür aus, dass der Verband die Modernisierung der Anlage in Angriff nimmt. Die Entscheidung, die Kläranlage der Samtgemeinde Spelle Ende der 1980er-Jahre vom ursprünglichen Standort an der Kampelbrücke an die Schlanestraße zu verlegen, hat sich nach Darstellung von Hummeldorf aus heutiger Sicht bewährt.

„Erweiterung notwendig“

Im Jahr 1999 hatte der Wasserverband Lingener Land die Abwasserbeseitigungspflicht übernommen. Seitdem ist der Verband auch Träger der Kläranlage. In den Folgejahren wurde die Einrichtung systematisch auf 14.000 Einwohnergleichwerte ausgebaut. Hummeldorf: „Dank der starken Entwicklung unserer Kommune stößt die Kläranlage heute wieder an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass mittelfristig eine Kapazität von 23.000 Einwohnergleichwerten notwendig ist.“ Zudem bedürfe die Anlage dringend einer energetischen Verbesserung zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz.

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