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Im Rahmen der Visitationsreise Bischof besucht Hof Vaal in Schapen

Von PM. | 06.09.2013, 11:32 Uhr

Bischof Franz-Josef Bode hat bei seiner Visitationsreise durch das Dekanat Emsland-Süd auf dem Bioland-Hof Vaal in Schapen haltgemacht. Er informierte sich über die Arbeit der verschiedenen Einrichtungen des Christophorus-Werks. Sein Fazit: Das Christophours-Werk hilft den Menschen mit Behinderung beim Leben und begleitet sie beim Sterben.

Dr. Walter Höltermann, Vorsitzender des Christophorus-Werks (CWL), die Geschäftsführer, Einrichtungsleiterinnen und -leiter sowie einige Klientinnen und Klienten des CWL hatten sich auf Hof Vaal, einer Außenstelle der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), eingefunden. Betriebsleiter Manfred Grote begrüßte Bischof Bode und Dekanatsreferent Bernward Rusche und zeigte ihnen den Bioland-Hof mit seinen Gewächshäusern und Flächen, wo 40 verschiedene Kulturen ökologisch angebaut werden. 24 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen helfen bei der Ernte und beim Verkauf von Obst und Gemüse u.a. auf Wochenmärkten. „Es geht vor allem darum, ihnen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und sie ihren Fähigkeiten und Vorlieben entsprechend einzusetzen und zu fördern“, erklärte Manfred Grote.

Bei Kaffee, selbst gebackenem Kuchen und Vitaminreichem aus der Eigenproduktion erfuhr Bischof Bode einiges über die vielfältige Arbeit des CWL. „Wir befassen uns intensiv mit dem Thema Inklusion“, so Geschäftsführer Georg Kruse.

Die Inklusionsbemühungen zeigen sich unter anderem in der Zunahme der ambulanten Wohnbetreuung. „Wir betreuen inzwischen 80 Menschen mit Behinderung, die in ihren eigenen vier Wänden leben, ein- bis zweimal wöchentlich ambulant“, erläuterte Marita Rosken, Leiterin der Wohnbereiche.

Sie wies darauf hin, dass es neben vielen positiven Entwicklungen möglicherweise auch „Inklusionsverlierer“ gebe. Sie verwies dabei insbesondere auf die Senioren mit Behinderung, die nicht ausschließlich Betreuung, sondern zudem immer häufiger Pflege benötigten. „Auch Sterbe- und Trauerbegleitung sind Aufgaben, denen wir uns stellen“, so Rosken. „Dabei werden wir von Angehörigen und vom Hospiz unterstützt.“ Verstorbene Bewohnerinnen und Bewohner, die keine Angehörigen haben, würden auf der Grabstätte des CWL beigesetzt. Bischof Bode zeigte sich beeindruckt: „Mich fasziniert, wie sie die Themen verbinden, von Ökologie über Inklusion bis hin zur Sterbebegleitung. Sie helfen den Menschen beim Leben und sind bei ihnen, wenn sie sterben.“

Die enge Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden leistet ebenfalls einen Beitrag zur Inklusion. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner sind in Pfarrgemeinden eingebunden“, so Marita Rosken. Die Schülerinnen und Schüler der Tagesbildungsstätte nehmen am Firmunterricht in den Gemeinden teil. Dennoch: „Unser Wunsch ist, dass die Gemeinden stärker auf uns zugehen“, sagte Heinfred Tippelt, zuständig für die Organisationsentwicklung im CWL. Bischof Bode räumte ein, dass die Kirche in den vergangenen Jahren stark mit Strukturfragen beschäftigt gewesen sei. Doch inzwischen funktionierten die Gemeindeverbünde gut, und „wir werden uns wieder stärker den Menschen zuwenden.“

Kruse: „In allen Einrichtungen gibt es viele Veränderungen, und damit steigt die Arbeitsbelastung enorm.“ Der Bischof sagte, dass er für 2015 plane, das Thema Entschleunigung aufzugreifen. Vom Burnout-Syndrom seien viele Menschen betroffen.