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IG gegen mögliches Pilotprojekt Lünne weiter als Standort für Fracking denkbar

Von PM. | 22.06.2016, 20:42 Uhr

Die Interessengemeinschaft (IG) Schönes Lünne hat sich hoch erfreut darüber geäußert, dass die Bundesregierung Fracking im Schiefergestein verbieten will. Gleichwohl bleiben bei der IG Bedenken wegen eines möglichen Pilotprojektes.

Seit über fünf Jahren setzt sich die IG Schönes Lünne laut Pressemitteilung für ein Verbot von Fracking in Lünne ein. IG-Sprecher Markus Rolink Sprecher am Mittwoch: „Es ist ein großer Erfolg für die IG. Gemeinsam mit vielen Verbündeten wie Gemeinde und Samtgemeinde haben wir nach vielen intensiven Gesprächen dies erreicht. Das Verbot von Fracking im Schiefergestein ist ein Ergebnis der Diskussion, die wir hier vor Ort in Lünne angestoßen haben.“

Bohrung schon abgeschlossen

Teil des Gesetzespaketes soll nach Angaben von Rolink aber auch die Zulassung von Fracking-Maßnahmen zu Forschungszwecken sein. „Daher besteht weiterhin die Gefahr trotz bundesweitem Fracking-Verbot im Schiefergestein, dass in Lünne zum wissenschaftlichen Zweck doch gefrackt wird“, erklärte IG-Sprecherin Rozenn Le Calvez. Die Anfang 2011 vom ExxonMobil durchgeführte Bohrung in Lünne sei die einzige horizontale im Schiefergestein in ganz Deutschland. Da die Bohrung schon abgeschlossen sei, könne sie aber nicht mehr im Rahmen eines Forschungsvorhabens durch ein entsprechendes Monitoring begleitet werden, wie das Gesetz es vorsehe, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Aus Sicht der IG kann sie daher auch nicht als mögliches Pilotprojekt in Betracht gezogen werden. Auch die Gemeinde Lünne hatte sich laut IG seinerzeit in einem einstimmigen Ratsbeschluss gegen ein solches Demonstrationsvorhaben ausgesprochen.

„Landesregierung ist in der Pflicht“

Durch die vorgesehene Länderklausel, die den einzelnen Bundesländern die Möglichkeit gibt diese Forschungsvorhaben zu untersagen, ist die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen nach Auffassung der IG in der Pflicht. Im Herbst 2014 habe die SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Hanne Modder auf einer DGB-Veranstaltung in Lingen verkündet, dass es mit der Landesregierung in Niedersachsen kein Fracking im Schiefergestein geben werde. Rolink: „Jetzt müssen wie in NRW Taten folgen. In NRW ist Fracking durch den Landesentwicklungsplan untersagt.“

Fracking konsequent verbieten

Dass Fracking in anderen Lagerstätten wie Sandstein in Deutschland durch das Gesetz weiterhin ermöglicht werden soll, ist in den Augen der IG unverständlich. Wörtlich heißt es in der Presseerklärung: „Die realen Gefahren für die Gesundheit der Anwohner und das Grundwasser sind die gleichen. Die Problematik der Entsorgung des Lagerstättenwassers ist weiterhin ungeklärt.“ Der Umgang mit der Entsorgung von Bohrschlämmen zeige, dass die Gasindustrie auch heute noch nicht nachhaltig und zukunftsfähig handele. Ein konsequentes Frackingverbot wäre im Sinne des Klimaschutzes.

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