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Ein Mahnmal für den Frieden Gedenktafel auf Flugplatz Plantlünne aufgestellt

04.10.2015, 18:00 Uhr

25 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands und 70 Jahren Frieden seit Kriegsende 1945 – Gründe zum Feiern. So ist am Tag der Deutschen Einheit die neue Info- und Gedenktafel auf dem Fliegerhorst Plantlünne eingeweiht worden. „Die Gedenktafel ist nun hoffentlich auch für die jüngere Generation eine Informationstafel und ein Mahnmal für den Frieden“, betont Antonius Schumacher vom Heimatverein Bramsche.

„Aufstehen, aufeinander zugehen“: Mit diesem Lied eröffnete der Kinderchor MessSingers die Einweihung der Info- und Gedenktafel auf dem ehemaligen Wehrmachtsflugplatz Plantlünne . „Im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bekennen wir uns zum Frieden zwischen den Menschen und den Völkern“ lautet der Spruch, den sich die drei Heimatvereine Bramsche, Lünne und Messingen für ihr gemeindeübergreifendes Projekt ausgesucht haben.

Gruppe forscht seit mehr als 30 Jahren

In mehr als 30 Jahren Arbeit hat die Vermisstensuchgruppe Ikarus die Geschichte des Flugplatzes Plantlünne sowie seiner Menschen und Schicksale erforscht.

Joachim Eickhoff ist der Vorsitzende dieser Gruppe und kennt jeden Meter des Geländes. Auch er mahnte an den weiteren Erhalt des Friedens: Nach den leidvollen Erfahrungen der Weltkriege haben wir alle lernen müssen, dass der Frieden das höchste Gut für uns Menschen ist.“

Wie das Ende der Zivilisation

Die Heimat zu verlieren hinterlasse eine tiefe Wunde. flüchten zu müssen sei lebensgefährlich, erzählt Doktor Yahia Dakhel, selbst Flüchtling aus Syrien. Seit 2012 lebt er in Deutschland und arbeitet als Arzt im Elisabeth-Krankenhaus Thuine.

Seinen Beruf habe Dakhel unter den Umständen in seinem Land nicht mehr ausüben können und wollen – dazu die ständige Angst um sein Leben und das seiner Familie. „Die politische Lage in Syrien ist dramatisch und täglich hören wir neue Schreckensnachrichten“, berichtet der Syrer. „Es fühlt sich an wie das Ende der Zivilisation – der Ausverkauf der Kultur.“ Deshalb schätzt Dakhel umso mehr die für ihn momentan überwältigende Willkommenskultur in fast ganz Deutschland und die Einsatzbereitschaft vieler Helfer.

Hermann Schipper, Vertreter der Heimatvereine Lingener Land, schloss sich Dakhels Worten an: „Heimat ist da, wo man Wurzeln schlagen kann.“ Schüpper selbst habe den Zweiten Weltkrieg als Kind miterlebt.

Die Kinder des Chors MessSingers pflanzten zum Abschluss als Symbol für Gemeinschaft, Frieden und Zukunft einen Baum, der von der Gemeinde Messingen zur Verfügung gestellt wurde.

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