Rund um die Uhr im Einsatz Kräfte der DRK-Wache Lünne erfahren viel Dankbarkeit

Von Ludger Jungeblut


Lünne. Wenn sich das Garagentor der DRK-Rettungswache in Lünne an der B 70 für den Rettungswagen öffnet, zählt oft genug jede Minute. 1500 Einsätze verzeichnete die Wache, die vor allem der Notfallversorgung in der Samtgemeinde Spelle dient, im Jahr 2016.

Seit dem 16. Juli 2015 ist die Wache, die sich im Feuerwehrhaus Lünne befindet, rund um die Uhr mit zwei Fachkräften des Rettungsdienstes besetzt. Die Bürger können sie über den Notruf 112 anfordern, der bei der Rettungsleitstelle des Landkreises Emsland aufläuft.„Toll, dass Ihr so schnell da seid, äußern die Bürger immer wieder ihre Dankbarkeit,“ berichtet Dienststellenleiter und Rettungsassistent Maik Lütje, der an diesem Tag zusammen mit seinem Kollegen Jens Kölpin, der ebenfalls Rettungsassistent ist, den 24-Stunden-Dienst übernommen hat.

„Uns wird viel Respekt für unsere Arbeit entgegengebracht

„In der Regel wird uns viel Respekt für unsere Arbeit entgegengebracht“, weist Kölpin darauf hin, dass der Rettungsdienst heutzutage als verlängerter Arm der Klinik gilt. Kölpin: „Die Zeiten, als der Patient ohne umfassende Erstversorgung auf schnellstem Weg ins Krankenhaus gebracht wurde, sind lange vorbei. Heute geht es darum, durch sehr gut ausgebildetes Personal in Kombination mit moderner Technik am Einsatzort bei Bedarf lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen.“

Ivena-Meldesystem leistet wertvolle Hilfe

Falls erforderlich, werde ein Notarzt vom Bonifatius-Hospital Lingen hinzugezogen, ergänzt Lütje. Wertvolle Hilfe leistet nach seinen Worten das Ivena-Meldesystem, durch das schon am Einsatzort das Krankenhaus per Laptop alle wichtigen Daten über den gesundheitlichen Zustand des Patienten erhält, sodass im Hospital bereits mit den Vorbereitungen begonnen werden kann.

Übertriebenes „Heizen“ bringt nichts

„Ich bin gerne in Lünne“, sagt Lütje, der seit dem 1. November 1989 hauptamtlich beim DRK- Rettungsdienst im südlichen Emsland arbeitet. Natürlich versuche er, bei Alarmfahrten zügig zum Einsatzort zu gelangen. „Oberster Grundsatz ist es aber, unfallfrei am Einsatzort anzukommen und nicht andere und sich selbst zu gefährden.“ Übertriebenes „Heizen“ bringe überhaupt nichts.

Keine Probleme bei der Behandlung von Muslimen

Christof Witschen, Leiter des Rettungsdienstes des DRK-Kreisverbandes Emsland, verweist darauf, dass es zur ständigen Fortbildung auch gehöre, wie sich das Personal gegenüber hilfsbedürftigen muslimischen Frauen zu verhalten habe. Witschen: „Wichtig ist es, dem Familienoberhaupt deutlich zu machen, dass wir gekommen sind, um zu helfen. Dann gibt es keine Probleme.“ Das bestätigt Lütje: „Gerade Menschen muslimischen Glaubens sind voller Dankbarkeit.“

Herz der Rotkreuzler schlägt auch für Tiere

Das Herz der beiden Rotkreuzler schlägt auch für Tiere, die ihrer Hilfe bedürfen. „Im Sommer kam ein Mann mit seinem Hund und einer stark blutenden Wunde an der Pfote zu uns in die Wache, die wir dann sofort verbunden haben“, berichtet Kölpin. Als Dankeschön habe der Hundehalter danach Pralinen und Kaffee vorbeigebracht.

Kontrolle mithilfe einer Checkliste

Und wie vertreiben sich die Rotkreuzler in der Rettungswache Lünne die Zeit zwischen den Einsätzen? Einen großen Teil der einsatzfreien Zeiten nutzen sie, um das Fahrzeug, die Geräte und den Sachbedarf wie Medikamente und Verbandstoffe mithilfe einer Checkliste zu kontrollieren, alles zu reinigen und zu desinfizieren. Seichten Fernsehserien können Lütje und Kölpin nicht viel abgewinnen. „Wir unterhalten uns gerne, kochen gemeinsam und nutzen auch die Zeit, um in Lehrbüchern zu lesen“, sagt der Dienststellenleiter.

Hummeldorf lobt die Zusammenarbeit mit dem DRK

Der Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf weiß die Bedeutung der Wache für die schnelle und fachliche Hilfe in der Samtgemeinde sehr zu schätzen: „Besonders dankbar bin ich für die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband Emsland als kompetentem Partner.“ Witschen gibt diesen Dank an seine Kollegen weiter: „Ihre Arbeit gilt auch weit über das Emsland hinaus als vorbildlich.“

Weitere Berichte aus der Samtgemeinde Spelle finden Sie unter www.noz.de/lokales/Spelle