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Frost und Schnee Fasan und Rebhuhn sind auf Fütterungen angewiesen


kr Schapen. Klirrende Kälte und anhaltende Schneefälle dominieren in diesen Tagen weite Teile auch in der Region Emsland. Für viele frei lebende Tiere bedeutet die dicke Schneedecke, dass sie gar nicht oder kaum Äsung aufnehmen können.

Vor diesem Hintergrund sorgen derzeit viele Jäger insbesondere in Form von Fütterungen in Schütten dafür, dass beispielsweise Fasan und Rebhuhn überleben.

Gut angenommen werden zudem Heugaben in der Nähe von Einständen durch das heimische Rehwild, berichtet der stellvertretende Kreisjägermeister Bernard Schumacher aus den Erfahrungen in seinem Revier in Schapen.

Wenn auch offiziell keine „Notzeit-Verhältnisse“ im Emsland herrschen, so haben Bernard und Helga Schumacher gemeinsam mit ihren Jagdaufsehern Paul Sandfort und Jochen Roling die 22 Schütten und Futterstellen im Revier mit Mais und Maiskolben sowie mit Weizen versorgt. Mindestens alle drei Tage wird für Nachschub gesorgt. „Dann ist auch das letzte Korn vertilgt“, betont Jochen Roling.

Von der Fütterung profitiert nicht nur bejagbares Wild. An den Rohrfütterungen zum Beispiel, die in erster Linie mit Weizen versorgt werden, versammeln sich den ganzen Tag über viele Finkenarten.

Not leiden aber auch die Greifvögel. So sitzen Bussarde und Eulen im Revier scheinbar teilnahmslos auf den Julen (Stangen). Die Mäuse als Hauptnahrung leben unter der Schneeschicht, sodass für die Greife „Hungerzeit“ angesagt ist, die nicht selten auch tödlich enden kann.

„Wir helfen auch dort“, erläutert Paul Sandfort. An bestimmten Stellen werden Körner ausgestreut, um so Mäuse anzulocken. Das System hat Erfolg, denn immer wieder kann man die Vögel beobachten, wenn sie mit einer Maus abfliegen.

„Warum ist im Emsland durch den Kreisjägermeister noch keine Notzeit ausgerufen worden?“ Nach Darstellung von Bernard Schumacher sind die „Notzeit-Verhältnisse“ in Niedersachsen sehr unterschiedlich und zum Beispiel im Harz ganz anders als im Emsland.

Strenge Maßstäbe

Für den Begriff „Notzeit“ gebe es sehr strenge Maßstäbe. Sie ist dann gegeben, wenn Wild während der Vegetationsruhe aufgrund hoher Schneelagen, Vereisung und einer ausgedehnten Starkfrostperiode kaum Nahrung aufnehmen kann. Es solle dann nur artgerechtes Futter in geringst notwendiger Menge ausgebracht werden. Gefährlich werde es, wenn sich die gegenwärtige Wetterlage weiter verschärfe und die Schneedecke durch Überfrieren verharsche.

Das winterliche Bild hat dafür gesorgt, dass die Jagd inzwischen eingestellt wurde. In den meisten Revieren ist bereits der „Hasensilvester“ vorverlegt worden, obwohl die Niederwildjagd noch bis zum 16. Januar möglich wäre.


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