Aktion „Werkstatt live“ 1000 emsländische Schüler bei Agritechnica in Hannover

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Hannover. Der Fachkräftemangel ist für Unternehmen in der Landtechnikbranche seit vielen Jahren ein Thema. Vor diesem Hintergrund ist vor zehn Jahren die Aktion „Werkstatt live“ gegründet worden. Im Rahmen dieser Aktion haben rund 1000 Schüler aus dem Emsland die Agritechnica 2017 in Hannover besucht.

Von Anfang an unterstützt die Maschinenfabrik Bernard Krone aus Spelle die Ziele von „Werkstatt live“. Dazu gehört unter anderem auch, dass interessierten Schülern ein Besuch der Agritechnica ermöglicht und finanziell unterstützt wird. So werden die Eintrittskosten komplett und die Fahrtkosten zur Hälfte übernommen. Am Dienstag hatten sich etwa 170 Schüler der Berufsbildenden Schulen Agrar und Soziales (BBS) in Lingen auf den Weg gemacht, um sich über die moderne Landtechnik sowie über Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Ausbildungsberuf Landmaschinen- und Baumaschinenmechatroniker zu informieren.

Fachkräfte dringend benötigt

Auf dem Programm stand ein Besuch auf dem Messestand der Firma Krone, wo Schüler der Berufsfachschule Agrar, der einjährigen und der zweijährigen Fachschule, des beruflichen Gymnasiums sowie die Fachwerker Agrarwirtschaft des Berufsbildungswerkes von Firmenchef Bernard Krone empfangen wurden. Der Unternehmer warb bei den Jugendlichen für eine praktische Ausbildung unter anderem als Land- und Baumaschinenmechatroniker. „Gut ausgebildete Fachkräfte werden in der Landtechnikbranche dringend benötigt und gesucht“, so der Unternehmensinhaber. „Dank der Aktion ,Werkstatt Live‘ konnte unsere Branche in den vergangenen Jahren immer mehr junge Menschen für Berufe rund um die Landtechnik begeistern.“ Die Bedeutung der Ausbildung in seinem Unternehmen machte Krone an einer Zahl deutlich: In der Krone-Gruppe werden aktuell etwa 400 Jugendliche und Studenten ausgebildet. Fachlehrer Adolf Böcker dankte der Firma Krone im Namen der Schüler und der Lehrerkollegen für die Unterstützung: „Wir können unseren Schülern somit einen guten praktischen Einblick in die fortschreitende Modernisierung der Landtechnik vermitteln.“

Schraubenschlüssel und Laptop

Ein Schwerpunkt des Messebesuchs war die Schauwerkstatt, in der einige Auszubildende aus ganz Deutschland an Landmaschinen arbeiteten. Der Reiz des Berufes sei die praktische Arbeit an modernster Landtechnik, hieß es. Neben dem Schraubenschlüssel seien Laptops wichtige Arbeitsgeräte.

Arbeitsgruppen berichten

Was hat der Besuch auf der Weltleitmesse für Agrartechnik den Schülern gebracht? Christian Berger aus Heitel, der seine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen hat und derzeit die eine Weitebildung in der zweijährigen Fachschule besucht, interessierte sich besonders für moderne Kartoffelerntetechnik. Beeindruckend fand er die Neuentwicklungen bei der automatischen Kluten- und Steinentsorgung. Diese könnten für wesentliche Arbeits- und Kosteneinsparungen sorgen. Auf dem elterlichen Betrieb werden auf 220 Hektar Speise- und Stärkekartoffel angebaut. „Da kann sich moderne Technik betriebswirtschaftlich positiv auswirken“, so der 21-jährige Landwirt. Zudem wird auf dem Betrieb Berger Mais und Getreide angebaut. In diesem Jahr hat die Familie Berger zudem erstmals 17 Hektar Spinat für das Tiefkühlunternehmen Iglo geerntet.

Seine Messeeindrücke wird Christian Berger gemeinsam mit Klassenkameradin Ann-Christin Cordes aufbereiten und somit den Mitschülern zur Verfügung stellen. In der Klasse seien mehrere Arbeitsgruppen gebildet worden, die ihre Eindrücke jeweils in einer Rückblende zusammenfassen und im Unterricht präsentieren werden.

Rasante Entwicklung

Beeindruckt von der immer größer werdenden Landtechnik zeigte sich Paul Brüning aus Messingen. Der 16-jährige besucht die Klasse 11 des beruflichen Gymnasiums Agrarwirtschaft. Er könne sich gut eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker vorstellen und habe dafür vielfältige Eindrücke sammeln können. „Mich interessiert die innovative High-Tech, die sich rasant weiterentwickelt“, so der Schüler.


2900 Aussteller aus aller Welt präsentieren sich auf der Agritechnica als Weltleitmesse für Landtechnik in Hannover letztmalig am heutigen Samstag, 18. November 2017. Aus dem südlichen Emsland vertreten sind die Maschinenfabriken Bernard Krone aus Spelle, BvL Bernard van Lengerich und Hermann Paus aus Emsbüren, Maschinenbau Tuchel aus Salzbergen sowie die Landtechnik-Hersteller Wienhoff und Briri aus Bawinkel als Landmaschinen-Hersteller. Zudem präsentierten die Handelsunternehmen LVD Bernard Krone und Agropark LVD Bernard Krone aus Spelle sowie Harvest-Park aus Emsbüren ihr Sortiment.

180 Krone-Mitarbeiter täglich vor Ort

Die Bedeutung der Messe für die Firma Krone wird am großen Mitarbeiteraufgebot deutlich. Nach Darstellung von Firmenchef Bernard Krone stehen täglich 180 Mitarbeiter, darunter nahezu die gesamte Führungscrew, zur Betreuung der Kunden und Interessenten bereit. Krone präsentiert zahlreiche Neuheiten, darunter den von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) mit der Silbermedaille ausgezeichnete Kabinenlift am Häcksler BIG X.

Exportanteil von 70 Prozent

Bvl setzt auf die Weiterentwicklung modernster Fütterungstechnik und stellt als aktuelle Neuheit unter anderem den neuen selbstfahrenden Futtermischwagen V-MIX Drive Maximus Plus 2S vor. „Die neue Variante mit zwei Mischschnecken bietet ein Fassungsvermögen von 17 bis 21 Kubikmeter; damit lassen sich circa 100 bis 155 Kühe mit einem Mal optimal füttern“, stellt Firmenchef Bernard van Lengerich das innovative Produkt vor. „Für uns als international agierendes Unternehmen mit einem Exportanteil von 70 Prozent ist die Agritechnica eine enorm wichtige Plattform, um mit unseren Kunden in Kontakt zu treten, um unsere Innovationen und unsere Technik der Welt zu präsentieren“, weist der geschäftsführende Gesellschafter des Emsbürener Familienunternehmens auf die Bedeutung der Messe hin.

Aktuellste Version des Teleskop-Schwenkladers

Universell auf jedem landwirtschaftlichen Betrieb einsetzbar ist der Teleskop-Schwenklader der Maschinenfabrik Hermann Paus. Das Fahrzeug hat sich nach Darstellung von Firmenchef Franz-Josef Paus wegen seiner Flexibilität in der Landwirtschaft bewährt und wird auf der Agritechnica in einer aktuellen Version präsentiert.

Neue Antriebsart für Güllewagen

Viel Beachtung findet auf dem Stand der Firma Wienhoff der mit der DLG-Silbermedaille ausgezeichnete neue „Level Tuner“ für Tandem- und Tridem-Güllewagen. Eine weitere Innovation aus dem mittelständischen Bawinkler Unternehmen ist der Frontsaugrüssel, der nicht mehr die Sicht des Treckerfahrers beeinträchtigt. Von der Fachwelt bestaunt wurde nach Auskunft von Firmenchef Franz Hinken das bodenschonende Kettenlaufwerk für einen 16 000-Liter-Einachs-Güllewagen mit einer 26-Tonnen- Antriebsachse. „An diese neue Antriebsart für Güllewagen hat sich weltweit noch kein Unternehmen herangetraut“, so Hinken.

Premium-Güllewagen

Verschiedene Innovationen aus dem Bereich der organischen Düngung kommen aus dem Hause Briri. Dabei geht es nach Darstellung des technischen Leiters Thomas Bruns um Fahrzeuge zur Ausbringung und zum Transport von Flüssigmist und zum Verteilen von Festmist. Im Bereich der Gülletechnik stellt das mittelständische Unternehmen erstmals eine neue Baureihe von Premium-Güllewagen vor. In der Streutechnik präsentiert Briri erstmals einen neuen Universaldungstreuer. Das Fahrzeug fasst ein Volumen von bis zu 16 Kubikmeter und ist zum Ausbringen von Kompost und anderen Düngemitteln, beispielsweise Kalk geeignet.

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