Zwei Wohnbauprojekte Speller Aktionskreis finanziert 13 Häuser auf Philippinen

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Spelle/Cebu. Zwei Wohnbauprojekte für bislang in Slums lebende Familien betreut der aus Spelle stammende Pater Heinz Kulüke derzeit in und bei Cebu auf den Philippinen derzeit besonders intensiv. Den Bau von 13 der jeweils rund 5000 Euro kostenden Unterkünfte konnten bislang durch Spenden an den nach ihm benannten Aktionskreises in seiner Heimatgemeinde finanziert werden.

„Ein eigenes Haus zu haben bedeutet für diese Menschen sehr viel, es bedeutet Sicherheit und eine langfristige Bleibe. Die Menschen erhalten ihre Würde wieder und werden nicht mehr von Slum zu Slum abgeschoben. Deshalb sind die Menschen für diese Hilfe besonders dankbar“, berichtet Kulüke, der auch nach seiner Wahl zum Generalsuperior der rund 6000 Personen umfassenden Steyler Missionare im Jahr 2012 die Arbeit seines Ordens auf den Philippinen koordiniert. Neben den Bauprojekten betreut der Orden vor Ort Kindergärten und Schulen, hilft auf der Straße und in den Rotlichtvierteln der Stadt lebende Menschen und leistet bei akuten Notlagen Soforthilfe.

Baubeginn im März 2016

So haben die Steyler Missionare im März 2016 in San Pio Village mit dem Bau von 50 Häusern mit jeweils 48 Quadratmetern Wohnfläche und damit Platz für eine sechsköpfige Familie begonnen. „Das Projekt macht gute Fortschritte. Die Familien werden in Seminaren und Schulungen bereits auf die Umsiedlung vorbereitet. Gleichzeitig arbeiten sie mit beim Bau der Häuser, um die notwendigen Eigenleistungen von 300 bis 600 Arbeitsstunden zu erbringen“, erklärte Pater Kulüke Ende April in einer E-Mail an Elsbeth Garmann vom Aktionskreis. Weitere 90 Häuser seien in Planung.

295 Häuser in Planung

Weitere 155 Häuser sollen in Janssenville – im Gedenken an den Ordensgründer der Steyler Arnold Janssen – für bis zu 1000 weitere heutige Slumbewohner entstehen. Die Erdarbeiten sollen im Juni beginnen. „Die Infrastruktur werden unsere Partner aus Australien bezahlen. Für die Häuser habe ich in meiner Heimat um Mithilfe gebeten. Die Summe ist groß, aber damit kann einer Familie ein ganzes Leben lang und sogar über einige Generationen geholfen werden“, erklärte Kulüke weiter. Die ersten 20 Häuser sollen bis zum Jahresende gebaut werden – wenn die Finanzen reichen.

Weitere Hilfe aus Spelle

Dabei ist die Umsetzung des Projektes laut dem ebenso charismatischen wie persönlich bescheidenen Paters in jüngster Zeit sogar noch dringlicher geworden: „Alle Hütten der von uns seit über 15 Jahren betreuten Mülldeponie von Mandaue City/Cebu sind in den letzten zwei Wochen abgerissen worden. Die Menschen versuchen derzeit aus lauter Not, in anderen Slums unterzukommen und bauen sich dort einfachste Behausungen.“

Auf die Hilfe aus seiner Heimatregion kann sich Pater Kulüke dabei weiter verlassen. „Nach einer Flyeraktion und einem Bericht in der Lingener Tagespost über dieses Bauprojekt sind innerhalb von drei Wochen über 50.000 Euro zusammengekommen. Darunter waren auch Spender, die gleich ein ganzes Haus finanziert haben. Dieses Geld ist zweckgebunden für die Häuser am 2. Januar 2017 von uns an Heinz überwiesen worden“, berichtet AKPK-Kassenwart Ansgar Renemann auf Nachfrage unserer Redaktion. Seit Jahresanfang sind weitere gut 53.000 Euro gespendet worden, darunter 17.000 Euro mit dem eingetragenen Verwendungszweck „Häuser“, fast 13 Häuser konnten damit bislang dank der Spenden an den aktuell 125 Mitglieder zählenden Speller Aktionskreis finanziert werden.

Zwei Benefizkonzerte

Und die nächsten Aktionen zugunsten des Aktionskreises stehen in Kürze an: Am Freitag, 5. Mai, wird es einen musikalischen Benefizabend der Gruppe Auftakt im Wöhlehof geben. Und nur einen Tag später am 6. Mai werden am gleichen Ort die Kassenpatienten sowie 4 for you ein Benefizkonzert spielen – der Kartenvorverkauf (je acht Euro) läuft am Wöhlehof, in Plum´s Laden sowie im Bürgerbüro im Rathaus. Sämtliche Erlöse werden in das Hausbauprojekt fließen. Zu diesen Benefizveranstaltungen passt das Schlusswort in Kulükes jüngster E-Mail: „Für die erneuten Initiativen, die den uns anvertrauten Menschen in den Slums von Cebu dienen, danke ich Euch allen vom Aktionskreis und den Spendern sehr herzlich.“


Pater Heinz Kulüke

Heinz Kulüke ist 11. Generalsuperior der Steyler Missionare. Gewählt wurde er am 2. Juli 2012 im 17. Generalkapitel, geboren wurde er 1956 in Spelle. Zunächst machte er den Realschulabschluss, bevor er eine Berufsausbildung zum Elektriker absolvierte. In seiner Freizeit arbeitete er in verschiedenen Abteilungen mehrerer Krankenhäuser. Nach seiner Ausbildung erwarb er das Fachabitur und studierte Elektrotechnik in Bielefeld. Nach zwei Semestern brach er das Studium ab, um das Abitur nachzuholen. Im Anschluss begann er 1980 ein Philosophie-

und Theologiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Steyler Missionare in St. Augustin; 1986 wurde er schließlich zum Priester geweiht. Danach arbeitete er bis 1989 in der Pfarrei Agusan del Sur in Mindanao auf den Philippinen. Dies ist nicht ungewöhnlich, da die Steyler Mission schon seit 1909 auf den Philippinen aktiv ist. Später studierte Kulüke in Washington Philosophie, bevor er 1990 als Lehrer für Philosophie an die San Carlos Universität in Cebu City auf die Philippinen zurückkehrte. 1992 begann er ein Doktoratstudium in Rom, promovierte und kehrte 1994 als Philosophieprofessor an die San Carlos Universität zurück. Zwischen 1996 und 1998 war er Vizepräsident der Universität.

1998 wurde er Vize-Leiter (Vizeprovinzial) der südlichen Steyler Ordensprovinz auf den Philippinen, 2005 schließlich Leiter dieser bis zu seiner Wahl als Generalsuperior. Heinz Kulüke gründete mit einem philippinischen Mitbruder die Nichtregierungsorganisation „JPIC-IDC“ („Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung – Zentrum für integrierte Entwicklung“). Bereits 1986, zu Beginn seines ersten Aufenthalts auf den Philippinen, begann er sich dort im Sozial- und Entwicklungsbereich zu engagieren – ein Engagement, das bis heute anhält.

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