Buch vom Busfahrer und Reiseunternehmer Als der Varenroder Aloys Schoppe den Papst traf


Spelle. Ob Papst oder Politiker, Fernsehmoderatoren, Stars und Sternchen in der Musikbranche, amüsante oder dramatische Begebenheiten: Aloys Schoppe, langjähriger Busfahrer und jetziger Reiseunternehmer aus Spelle-Varenrode, ist in Deutschland und Europa weit herumgekommen, kennt Land und Leute. So manche Begebenheit ist nun in seinem reichlich bebilderten Buch „So Manches habe ich erfahren“ auf 200 Seiten zu lesen.

„Mensch Aloys, das musst du doch mal aufschreiben. Das ist so interessant und niemand weiß später etwas davon.“ Diese oder ähnliche Sätze hat Schoppe immer wieder gehört, wenn er im Bus oder während der Flusskreuzfahrten nach Prag oder Amsterdam über das eine oder andere heitere oder auch nachdenkliche Ereignis berichtete.

Doch die Zeit zu finden, um in Ruhe über Monate hinweg die Geschichten zu Papier zu bringen, sei nicht einfach gewesen, erzählt er. Zu sehr war und ist der inzwischen 76-Jährige beschäftigt. „Ja, ich habe noch viele Ideen und sitze nicht ständig zuhause herum“, schmunzelt Schoppe. Doch der Gedanke, vor allem für seine Frau Elfriede, die Kinder und Enkelkinder die Erfahrungen niederzuschreiben, ließ ihn nicht los. „Dass es dann ein Buch mit 57 Geschichten wird, konnte ich im letzten Frühjahr noch nicht ahnen“, sagt er und blättert stolz in dem 200 Seiten starken Werk.

Geschichten und Geschichte

Den Daumen hoch und freundlich lächelnd blickt er die Leser auf dem Cover an. Der Leitgedanke: „Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon“, zieht sich wie ein roter Faden durch die abwechslungsreichen Geschichten. Es sind unterschiedlich kurze oder lange Ausführungen, die nach Möglichkeit auch in den jeweiligen historischen Zusammenhang eingebunden wurden. Somit heißt der Untertitel auch „Geschichten und Geschichte.“

Die Überschriften lassen auf den ersten Blick nicht erahnen, was sich hinter den Storys verbirgt. „Als ich einmal mein Lenkrad gegen ein Steuerrad tauschte“ verrät nicht sofort, dass damit die erste elftägige Flusskreuzfahrt vom Hafen Spelle-Venhaus nach Prag gemeint ist. So mancher Mitreisende findet sich hier im Kreis von Politikern der damaligen niedersächsischen Landesregierung wieder. Aloys Schoppe nimmt die Leser quasi mit auf seine Reisen durch Deutschland, nach Frankreich, Polen, ins Baltikum, in die Türkei oder Italien.

Grüße vom Papst

„Das Buch liest sich so, als wäre man mit an Bord, im Bus und bei den Geschehnissen dabei“, sagt Magdalena Wilmes, Bürgermeisterin in Lünne. Die schönste Begebenheit seiner vielen Rom-Fahrten sei für ihn die Papst-Audienz gewesen, erinnert sich Schoppe. Das Kapitel: „Als ich einmal stellvertretend der himmlische Bote auf Erden werden sollte“ beschreibt, wie Aloys Schoppe päpstliche Grüße von Johannes Paul II. an Bischof Franz-Josef Bode übermitteln sollte. „Grüßen Sie mir Ihren Bischof in Osnabrück“, gab der Papst ihm mit auf den Weg. „Seine Hand hätte ich am liebsten gar nicht wieder losgelassen“, freut sich Aloys Schoppe heute noch. In Florenz sei er trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Absperrungen in der Wagenkolonne von Papst Franziskus mitgefahren und habe ungehindert in Begleitschutz „den Domplatz ganz sicher unter Führung seiner Heiligkeit erreicht“. Ein „Heil-light“, das auch die beiden Geistlichen aus Spelle, Pfarrer Ludger Pöttering und Pastor Daniel Brinker, so empfanden.

Mit Dieter-Thomas Heck befreundet

Seine Schlagfertigkeit bewies Schoppe, als ein Grenzbeamter bei einer Tour zum Wallfahrtsort Lourdes statt Lourdes-Weihwasser Cognac in Fünf-Liter-Behältern entdeckte. „Wenn das Cognac ist, dann ist gerade jetzt schon wieder ein Wunder geschehen“, entgegnete der Reiseunternehmer. Seine abgestempelten Reisepässe, vor allem aber die innerdeutschen Fahrten nach und von Berlin, zeugen von umständlichen und langwierigen Kontrollen. Die Ereignisse, eingebettet in die deutsch-deutsch Geschichte, stimmen nachdenklich und sind nach fast 28 Jahren für viele schon gar nicht mehr nachvollziehbar.

Das Kapitel: „Als ich Zeuge eines historischen Ereignisses wurde“ erzählt natürlich vom Fall der Mauer. In Berlin lernt Schoppe Showmaster Dieter-Thomas Heck kennen, mit dem die Familie bis heute sehr befreundet ist. Auch Frank Elsner, Thomas Gottschalk und Günther Jauch kennt er gut. Er war unzählige Male bei den ZDF-Fernsehsendungen wie „Wetten, dass“ und während der After-Show-Partys bei Helene Fischer, Florian Silbereisen, vielen Musikern und Entertainern aus dem Show-Business. Viele Episoden und Bilder im Buch zeugen davon.

Ganz persönlich berichtet Aloys Schoppe über seine Familie, denn er hat das Buch vor allem für seine Angehörigen und Verwandten geschrieben. Nun halten es bereits 200 Beschenkte in Händen. „Die Resonanz ist toll, was ich natürlich gerne höre“, sagt der Autor. Zu kaufen ist das Buch nicht. „Ich habe mir selber ein Geschenk bereitet, möchte aber auch andere damit beschenken“, freut sich der Hobbywinzer.

Spende für „Hits fürs Hospiz“

Und wenn die Beschenkten dann wiederum etwas schenken, nämlich spenden, ist die Freude besonders groß. Dem Anschreiben an die lieben Freunde und Bekannten ist ein Überweisungsträger beigefügt, sodass jeder einen individuellen Betrag an den Verein „Hits fürs Hospiz“ überweisen kann. Mittlerweile sind fast 3500 Euro direkt auf das Konto überwiesen worden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach ist Schirmherr dieser Bundesstiftung. Ihn hat Aloys Schoppe Anfang April in Bergisch-Gladbach besucht und mit ihm über sein Buch-Projekt gesprochen. Groß war dabei natürlich auf beiden Seiten die Freude über dieses gelungene Projekt und die bereits erzielte Spendensumme.

Wer Interesse an dem Buch hat, kann Aloys Schoppe kontaktieren.


0 Kommentare