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Vier BIs gegen Fracking-Verfahren Bürgerinitiative Schönes Lünne: Brief an Merkel

Von dpa

Bürger der Interessengemeinschaft Bürger der Interessengemeinschaft "Schönes Lünne" demonstrierten am letzten Mittwoch (02.02) vor der Baustelle zur Erdgasprobebohrung des Energieerzeugers ExxonMobil in Lünne (Kreis Emsland). Foto: dpa

Lünne/Borken. Mehrere Bürgerinitiativen (BIs), die gegen die geplanten Erdgasbohrungen kämpfen, haben sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. „Wir sind gemeinsam mit Hunderttausenden Menschen im westlichen Münsterland extrem beunruhigt und besorgt um unsere Umwelt, insbesondere um unser Grundwasser“, steht in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehören die Bürgerinitiative „Schönes Lünne“ sowie BIs aus den westfälischen Orten Nordwalde, Drensteinfurt und Borken.

Die Verfasser kritisieren vor allem mögliche Risiken durch giftige Chemikalien, die beim sogenannten Fracking-Verfahren eingesetzt werden. Bei dieser aufwendigen Methode wird das Gas mit einer Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien durch Risse im Gestein aus dem Boden gepresst.

Das geltende Recht zur Rohstoff-Förderung sei völlig veraltet, schreiben die Gegner: „Bitte verhindern Sie dieses Verfahren durch eine zeitgemäße Gesetzgebung, welche diese hochbrisanten Verfahren in Deutschland und EU-weit untersagt.“ Das Schreiben ist auch an den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff gerichtet.

Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten, das aus tiefen Gesteinsschichten gewonnen wird, gilt als Rohstoff der Zukunft. Mehrere Energiekonzerne haben sich unter anderem in Niedersachsen und im Münsterland Gebiete gesichert, in denen sie danach suchen dürfen.