Dem Mittelalter auf der Spur Wappenstein von 1509 in Schapen entdeckt


Spelle. Im Gemäuer des Schapener Kirchturms ist ein Wappenstein aus dem Jahr 1509 entdeckt worden. Jetzt wurde der laut einer Pressemitteilung des Emslandmuseums Lingen sensationelle Fund kompetenten Geschichtsexperten aus Niedersachsen und Westfalen vorgestellt.

Schapens Bürgermeister Karlheinz Schöttmer und der Kreistagsabgeordnete Willi Brundiers staunten nicht schlecht, als der Leiter des Emslandmuseums , Dr. Andreas Eiynck, ihnen in schwindelnder Höhe auf dem Kirchturm in Schapen einen jüngst entdeckten Wappenstein von 1509 präsentierte. Nach einem Brand der Kirche vor 150 Jahren waren dieser Stein und ein zugehöriger Mauerblock mit der Jahreszahl in lateinischen Ziffern hinter einer Stütze des Glockenstuhls verschwunden, bis sie der Museumsleiter dort gemeinsam mit Ludger Meyer vom Heimatverein Schapen entdeckte.

Allianzwappen

Die Schapener Kirche entstand im Mittelalter auf einem Oberhof des Klosters Werden, der im Auftrag des Abtes über viele Generationen durch die Adelsfamilie von Langen verwaltet wurde. Deren Wappen, eine Schafschere, befindet sich auch auf dem Wappenstein, den Familienforscher Hans König als Allianzwappen der Eheleute Johann von Münster und Anna von Langen aus der bekannten Haselünner Burgmannsfamilie identifizieren konnte. Das passt laut Emslandmuseum zu der eingeschlagenen Jahreszahl 1509, und diese Eheleute waren in der Tat auch die Erben ihrer kinderlosen Verwandten von Langen in Schapen.

Frühgeschichte des südlichen Emslandes

Spannende Fragen zur Frühgeschichte des südlichen Emslandes diskutierte die Expertenrunde anschließend im Alten Pfarrhaus. Gäste aus Forschung und Lehre waren unter anderem Dr. Thomas Raimann von der Universität Osnabrück, Dr. Christoph Spannhoff von der Universität Münster und Historiker Sebastian Kreyenschulte von der Universität Bochum. Die Experten berichteten über eine der ältesten emsländischen Urkunden von 819, die sich mittlerweile als Vollfälschung erwiesen hat. Da konnte sich Schapens Heimatvereinsvorsitzende Helga Dünnebacke freuen, dass ihr Ort sein Jubiläum schon gefeiert hat. Erörtert wurden weiterhin Fragen der mittelalterlichen Gauverfassung und die Landschaftsbezeichnung „Venkigau“.


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