Rekordversuch: Kinder dabei Die schnellste Lesereise der Welt macht in Spelle Halt

Wird Stefan Gemmel (Mitte) den Weltrekord knacken?Spelle ist eine Station seiner Lesereise, in der er in möglichst wenig Zeit möglichst viele Kinder erreichen möchte. Spelle leistet seinen Beitrag zum Rekord mit 26 Personen.

            
Foto: Andrea PärschkeWird Stefan Gemmel (Mitte) den Weltrekord knacken?Spelle ist eine Station seiner Lesereise, in der er in möglichst wenig Zeit möglichst viele Kinder erreichen möchte. Spelle leistet seinen Beitrag zum Rekord mit 26 Personen. Foto: Andrea Pärschke

apa. Spelle . Eile ist geboten, aber der Kinderbuchautor Stefan Gemmel nimmt sich noch Zeit für eine Autogrammstunde mit seinen jungen Fans. Dann muss er schnell weiter, denn er möchte einen Weltrekord knacken. 80 Lesungen in nur zwei Wochen muss er dafür schaffen - und Spelle war dabei.

Nicht mal die Stimme ist rau, nachdem Stefan Gemmel im Begegnungszentrum Wöhlehof eine Stunde lang aus dem Buch „Im Zeichen der Zauberkugel“ vorgelesen hat. „Ich wunder mich da selbst ein bisschen“, sagt er – und das kann er auch, denn alleine am Dienstag standen für ihn sechs Lesungen an. Organisiert wird das Ganze von der Firma Leserattenservice . Sie hat sich auch an die Samtgemeinde Spelle gewendet und um Mithilfe beim Rekordversuch gebeten. Stefan Sändker, Dezernent für Innere Dienste, war von dem Projekt, das teilweise von RWE finanziert wird, begeistert. „Auch wenn man bedenkt, wer noch alles dabei ist“, sagt er. Hamburg und Berlin sind nur einige Beispiele.

Am Dienstagabend aber war es Spelle. „Wir haben im Vorfeld mit allen Grundschulen in der Samtgemeinde zusammengearbeitet“, berichtet Stefan Sändker und die waren mit Feuereifer dabei und haben einen Zauberspruch aus dem Buch musikalisch verfeinert. Das Ergebnis kann sich hören lassen und wird dem Klangteppich hinzugefügt,der ebenfalls Teil des Weltrekordversuchs ist.

Der große Andrang blieb aus

Doch als der Tag da war, blieb der große Andrang im Wöhlehof aus. Lediglich 26 Zuhörer waren da. „Das liegt eindeutig an der Uhrzeit“, sagt Claudia Sülberg, Schulleiterin der Johannes-Grundschule in Spelle. Auch Stefan Sändker ist das aufgefallen und ein bisschen enttäuscht. Zumal er und seine Kollegen keinen Einfluss auf die Zeit der Lesung hatten.“Der Terminplan des Autors ist ja sehr voll“, erklärt er. 80 Lesungen in zwei Wochen. Da muss auch mal der eine oder andere Abendtermin dabei sein.

Doch Stefan Gemme l und dem Zauberkünstler Magic Chris ist das egal. Ob vor 26 oder 300 Kindern: Sie geben immer alles. Mit Schwebezaubern geht es los. Um 20 Uhr kommt der Autor vom Carlsen-Verlag auf die Bühne, der für seine unterhaltsamen Lesungen bekannt ist. Er liest nämlich nicht nur vor, er spielt die Abenteuergeschichte rund um die „Zauberkugel“ regelrecht nach. „Normalerweise beziehe ich die Kinder noch mehr mit ein“, sagt der Autor, dem man einfach zuhören muss, wenn er spricht. Die Grundschüler sind jedenfalls begeistert und Stefan Gemmel auch. „Ich mache das einfach so gerne“, sagt er und möchte eigentlich noch länger bleiben. Doch um 21.30 Uhr muss er weiter - einen Weltrekord knacken.