Vater erhält Stelle in Rheine Nikolinkas Leukämie-Therapie ist jetzt gesichert

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Stolz zeigt Nikolinka ihr großes buntes Osterei, das sie dank einer Patenschaft im Kurs von Leni Reker im Wöhlehof in Spelle ausmalen durfte. Foto: Christiane AdamStolz zeigt Nikolinka ihr großes buntes Osterei, das sie dank einer Patenschaft im Kurs von Leni Reker im Wöhlehof in Spelle ausmalen durfte. Foto: Christiane Adam

cad Spelle. Die fünfjährige Nikolinka aus Mazedonien hat viel Leid erfahren in den vergangenen Monaten: Bei einem Verwandtenbesuch in Rheine mit ihren Eltern Zorica (29) Miteva und Zoki (33) Mitev wurde nach starken Schmerzattacken akute lymphoblastische Leukämie diagnostiziert. Diese wird inzwischen im Universitätsklinikum Münster behandelt .

Mehrere Zyklen einer Chemotherapie muss das kleine Mädchen über sich ergehen lassen. Dass ihr die Haare ausfallen, gehört dabei noch zu den weniger unangenehmen Nebenwirkungen; das Gift ätzt die Schleimhäute weg und führt zu Übelkeit. Gleichzeitig erfährt Nikolinka derzeit ein großes Glück: Sie hat sehr gute Freunde gefunden, Freunde, die zu ihr stehen in einer Art und Weise, wie es längst nicht selbstverständlich ist. Gudrun und Wilfried Lonnemann, die Nachbarn von Onkel Orce Gjorgjiev in Rheine, setzen alle Hebel in Bewegung, seit sie von der Notsituation der Mazedonier gehört haben.

Das Dilemma: Das Universitätsklinikum rechnet mit einer Behandlungsdauer von zwei Jahren, inklusive Nachsorge und Kontrolle. Weder kann die notwendige Behandlung in Mazedonien gewährleistet werden, noch haben die Mitevas das Geld, um die rund 120000 Euro zu bezahlen, die in Münster anfallen. Was zunächst unlösbar schien, ist jetzt auf einem sehr guten Weg.

Dank an Spender

Etwa 30000 Euro sind durch unterschiedlichste Aktionen sowie Spenden bislang aufgebracht worden. Von der größten Spende vom Verein „Ein Herz für Kinder“ bis hin zu den Grundschulkindern aus Lingen-Bramsche, die Nikolinka zu Weihnachten ihr gesammeltes Taschengeld überreicht haben, kam ein Viertel der Gesamtsumme bereits zusammen.

Das Beste: Vater Zoki, der in Mazedonien als Tischler gearbeitet hat, hat in Rheine eine Anstellung als Lagerhelfer gefunden. Damit sind die Mitevas krankenversichert, und damit ist seit dem 13. Februar die Zahlung der kostenintensiven, überlebensnotwendigen Therapie für Nikolinka gesichert.

„Es fehlen jetzt nur noch 8000 Euro, aber die bekommen wir auch noch zusammen“, ist sich Gudrun Lonnemann ganz sicher. Danken möchte sie all jenen, die mit Aktionen und Spenden bislang geholfen haben. Da war das gemeinsame Weihnachtskonzert der Männerchöre Hagen und Osnabrück-Gretesch, bei dem statt Eintritt Geld für Nikolinka gesammelt wurde .

Nikolinka besucht unterdessen im Wöhlehof den Malkurs der Kunstschule Lingen bei Leni Reker. „Es hat sich ein Pate gefunden, der den Kursbeitrag bezahlt“, freut sich Gudrun Lonnemann. Die kleine Patientin macht dort einen ganz munteren Eindruck. An ihrem selbstgemalten Osterei hat sie Freude. Sie darf sich eine Osterwiese mit schokoladigen Fundstücken mit nach Hause nehmen. Zu Hause, das ist zurzeit noch das Zimmer ihrer Cousine, das sie sich mit ihren Eltern teilt. Aber auch das wird sich bald ändern. Die Lonnemanns haben eine Wohnung für die Mitevas organisiert. Dann können endlich die neunjährige Viktoria und die zwölfjährige Elica zur Familie stoßen, die derzeit noch in Mazedonien von den Großeltern betreut werden und von ihrer Familie stark vermisst werden.

Vielleicht wird dann allmählich der Stress für Mutter Zorica etwas geringer, der man ihre Erschöpfung deutlich ansieht. „Wie es nach den zwei Jahren weitergehen wird, steht im Moment noch in den Sternen“, so Gudrun Lonnemann. Aber eines kann man jetzt schon sagen: Bei diesen guten Freunden und vielen Unterstützern dürfen die Mitevas zuversichtlich in die Zukunft blicken.


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