Student macht Praktikum in Mumbai Simon Knieper feiert Weihnachten in Indien



Spelle. Weihnachten im nasskalten Spelle – das fällt für Simon Knieper in diesem Jahr aus. Der 24-jährige Student des Wirtschaftsingenieurwesens befindet sich zurzeit 6680 Kilometer und acht Flugstunden entfernt im indischen Mumbai. Dort macht der Student und gelernte Informationselektroniker noch bis Februar ein Praktikum bei Schüco. Das Unternehmen mit Sitz in Bielefeld ist Spezialist in der Fenster- und Fassadentechnologie und global aktiv.

Knieper studiert im fünften Semester an der Fachhochschule Bielefeld. Zwischen Juli und November hat er ein Auslandssemester am Parul Institute Vadodara besucht, einer privaten Hochschule mit betriebswirtschaftlichem Zweig im Bundesstaat Gujarat. Die FH in Bielefeld hat einen Kooperationsvertrag mit dem Parul Institute Vadodara.

Indien, Mumbai, Vadodara – wieso nicht Niedersachsen, Emsland, Spelle? „Ich wollte etwas sehen, das komplett anders ist als das, was ich bereits kenne“, erzählt Knieper. Außerdem wolle er sich persönlich weiterentwickeln und einmal einen Blick über den Tellerrand wagen. Indien ist ein stark wachsender Wirtschaftsmarkt, der auch aus deutscher Sicht eine wachsende Rolle spielt. Studenten aus Deutschland sind dort nach Angaben von Knieper allerdings eher eine Seltenheit. Der Speller und ein weiterer Student waren nach eigenen Angaben die ersten Studierenden aus einem westlichen Land, die für ein ganzes Studiensemester nach Vadodara reisten.

„Dabei müssen sich gerade Wirtschaftsingenieure im Berufsleben globalen Herausforderungen stellen“, betont der Speller. Er erhofft sich deshalb von dem Aufenthalt in Indien Erfahrungen, die er für ein späteres Berufsleben nutzen kann.

Indien – das ist im Vergleich zu Europa aber auch eine völlig andere Kultur. Über 100 Sprachen verschiedener „Sprachfamilien“ sind dort zu hören. Auch zu verstehen? Hindi ist die am häufigsten vorkommende Sprache. „Ich hatte drei Monate wöchentlich Kurse, wobei es recht schwierig ist, eine Sprache, die so anders als meine Muttersprache ist, zu erlernen“, sagt Knieper. Da kommt es ihm ganz gelegen, dass eben auch viele im Land im Englischen gut unterwegs sind.

Beeindruckt haben den 24-Jährigen bei seinem bisherigen Aufenthalt vor allem die indischen Tempel, wie überhaupt die Vielfalt der indischen Religionen auf den ausländischen Besucher eine besondere Faszination ausübt. „In Sachen Religion sind die meisten Inder recht tolerant, besonders auch gegenüber Christen“, schildert der junge Mann seine Erfahrungen in den letzten Wochen und Monaten.

Wie reagieren denn die Menschen in Indien auf den Gast aus Germany? In ländlichen Regionen seien die Leute nicht an Ausländer gewöhnt, und man werde schon mal skeptisch gemustert, erzählt Knieper. „Auf dem Campus waren wir die einzigen Studenten mit heller Hautfarbe, die anderen Studierenden haben sich aber schnell daran gewöhnt. Ich habe mit Studenten aus Afrika und Indien sehr freundschaftliche Kontakte geknüpft.“

6680 Kilometer, das ist schon eine große Distanz. Die lässt sich aber mit modernen Kommunikationsmethoden wie Skype problemlos überbrücken. So lassen sich auch Weihnachtsgrüße zwischen Spelle und Mumbai über das Internet hin- und herschicken, und jeder kann gleichzeitig „face to face“ schauen, ob sich der andere inzwischen verändert hat.

„Meine Familie und Freunde hatten zunächst einige Bedenken, insbesondere was die Sicherheit und Gesundheit anbelangt“, betont der 24-Jährige. Diese Bedenken seien aber inzwischen verflogen.

Und heute, Heiligabend, wie wird der Speller Weihnachten verbringen bei über 30 Grad im fernen Mumbai? „Meine Freundin besucht mich hier, wir werden schön essen gehen und die Zeit zu zweit genießen“, freut sich Knieper auf seine indischen Festtage.


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