Coma-Markt und Ihre Kette schließen Aus für Lebensmittelgeschäfte: Sorgen in Schapen und Lünne



Spelle. Schapens Bürgermeister Karlheinz Schöttmer hatte es schon vor Beginn der Sitzung des Speller Samtgemeinderates auf Anfrage unserer Redaktion auf den Punkt gebracht: „Das ist eine Katastrophe für uns“, äußerte sich Schöttmer zur Schließung des Coma-Marktes am Jahresende.

Wie berichtet , will die Bünting-Unternehmensgruppe aus Leer 26 von derzeit 31 Coma-Märkten in Westniedersachsen übernehmen. Nicht dabei ist der Coma-Markt an der Kolpingstraße, der zum Ende diesen Monats schließt. Eine ähnliche Hiobsbotschaft gibt es aus der Mitgliedsgemeinde Lünne. Hier macht „Ihre Kette“ der Familie Gerner nach sieben Jahren ihr Geschäft an der Kirche zum 31. Januar nächsten Jahres zu.

„Ohne Läden verlieren die Dörfer einen Teil ihres Charakters“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Willi Brundiers. Der Schapener erinnerte auch daran, dass solche Einrichtungen nicht nur dem Einkaufen dienten, sondern außerdem „soziale Begegnungsstätten“ seien. Brundiers unterstrich, dass Handelsunternehmen in ihren Entscheidungen nicht nur den Autokunden im Blick haben dürfen. „Auch für die Lebensmittelketten muss es eine soziale Verantwortung in der Fläche geben“, sagte der Kreistagsabgeordnete. Die Folgen des demografischen Wandels werde auch die Samtgemeinde Spelle hautnah zu spüren bekommen. Brundiers zitierte aus einer Umfrage, wonach der Wunsch, einkaufen zu gehen, als häufigster Grund dafür genannt werde, die Wohnung zu verlassen. „Die Grundversorgung muss in allen Mitgliedsgemeinden gewährleistet sein“, umriss er die Aufgabe von Politik und Verwaltung im neuen Jahr. Die Samtgemeinde habe in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. „Da sollte uns auch in Zukunft die Lebensqualität aller drei Mitgliedsgemeinden wichtig sein“, sagte Brundiers.

Ähnlich äußerten sich Thomas Forstreuter für die SPD und Clemens Grolle für das Unabhängige Bürgerforum Spelle (UBS). Die Nahversorgung in den kleinen Orten aufrechtzuerhalten, sei eine zentrale und gemeinsame Aufgabe im Jahr 2015, sagte Forstreuter. „Wir sind als Samtgemeinde gefordert, in den kleineren Gemeinden Lünne und Schapen entsprechende Versorgungsstrukturen aufrechtzuerhalten“, meinte Clemens Grolle für das UBS. Hier sei auch Kreativität gefragt. Als Beispiele nannte Grolle den Aufbau entsprechender Bestell- und Bringservices.


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