Von der IG „Schönes Lünne“ Gasfracking wird in Spelle kritisch begleitet

Entschieden lehnt die BI „Schönes Lünne“ eine Schiefergas-Förderung (Fracking) ab, wie deren Vertreter bei einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela De Ridder (2. von rechts) und dem Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf (rechts) deutlich machten. Foto: Ludger JungeblutEntschieden lehnt die BI „Schönes Lünne“ eine Schiefergas-Förderung (Fracking) ab, wie deren Vertreter bei einem Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela De Ridder (2. von rechts) und dem Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf (rechts) deutlich machten. Foto: Ludger Jungeblut

Lünne. Der kürzlich veröffentlichte Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums zum Fracking verdeutlicht die von der Interessengemeinschaft (IG) Schönes Lünne seit Jahren angeprangerten Gefahren der Technologie. Das erklärt die IG in einer Pressemitteilung.

Durch den Gesetzentwurf werde bestätigt, dass Fracking für das Grundwasser ein reales Risiko darstelle. Eine „Schutzbarriere“ von mehreren Tausend Metern Erd- und Gesteinsschichten werde für notwendig erachtet, und in Wasserschutzgebieten soll die Technologie gänzlich verboten sein. Leider bleibt in „Nicht-Trinkwasserschutzgebieten“ das Grundwasser ungeschützt, welches von vielen Hausbesitzern und Landwirten durch private Brunnen genutzt wird. „Die Bohrung Lünne 1 liegt in einem Vorbehaltsgebiet für die Trinkwasserversorgung und wäre nach dem vorliegenden Entwurf nicht geschützt“, meint die IG.

Probebohrungen im Schiefergestein oberhalb von 3000 Metern soll eine Expertenkommission für das zuständige Landesbergamt „vorprüfen“. Das Landesbergamt kann in solchen Fällen eine Genehmigung erteilen. „In diesem Punkt hinterlässt das Gesetz den Eindruck, die Bundesregierung habe nicht den Mut für eine klare Entscheidung gehabt. Deutlich wird aber auch, dass die Bohrung Lünne 1 heute nicht so durchsetzbar gewesen wäre wie 2011“, meint die IG.

Für Lünne bleibe festzuhalten, dass die Bohrung auch ohne Expertenkommission in den Untergrund gebohrt wurde. Eine kommerzielle Förderung, ermöglicht durch Fracking, wäre nach dem Entwurf ab 2019 möglich. Bisher war ExxonMobil seit 2011 noch nicht in der Lage, Auskunft über die Wirtschaftlichkeit der Bohrung Lünne 1 zu geben. So bleibe Lünne trotz der geringen „Schutzbarriere“ von nur wenigen Hundert Metern im Fokus für einen Frack.

Das Wasser-Chemikalien-Gemisch, welches für einen Frack-Vorgang eingesetzt werden dürfe, dürfe auch weiterhin humantoxische Stoffe enthalten. Allein die Wassergefährdung des gesamten Gemisches wird betrachtet.

Die IG werde den Prozess zur Gesetzgebung weiter kritisch begleiten und darauf drängen, dass weder in Lünne noch anderswo Fracking stattfinden werde. Die geologische Aufschlussbohrung Lünne 1 habe gezeigt, dass das Schiefergestein in Lünne in einer Tiefe von 800 bis 1200 Metern liegt.

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