40 Jahre Blaskapelle 230 Musiker lassen in Schapen die Wände wackeln

Von Peter Löning


Schapen. Zu runden Geburtstagen feiert man ja gern einmal mit ein paar Freunden. So geschehen jüngst in Schapen, wo die Blaskapelle ihr 40-jähriges Bestehen feiern wollte und dazu ringsum ihre Partnervereine einlud, ein Gemeinschaftskonzert zu gestalten.

Zehn Vereine wollte man anschreiben, 17 sind letztendlich gekommen, und bildeten gemeinsam für einen Abend lang ein Blasorchester der Superlative. Auf der Bühne saßen alsdann gut 230 Musiker im Alter zwischen zwölf und 80 Jahren. Dabei ist man stolz auf ein Durchschnittsalter von 27 bei den Musikern. Die Besetzung beeindruckte schon im Voraus: Alleine 14 Schlagzeuger sah man da, 36 Querflöten, 32 Klarinetten und so fort. In diesem Meer an Musikern verliert man schnell den Überblick.

Mit großem Aufwand wurde für das Konzert vorab eine Halle der Spedition Kleinbuntemeyer zum Konzertsaal umgestaltet. Kilometerlange Stoffbahnen wurden verspannt, Scheinwerfer installiert rund 1000 Sitzplätze aufgestellt, Biertheke, Frittenwagen – am Ende fehlte es an nichts mehr dank einer vorbildlichen Organisation.

Nicht genügend Sitzplätze

Damit aber dieses Ereignis endlich auch ein genussvoll musikalisches werden konnte, haben sich die Vereine sehr frühzeitig gegenseitig mit Noten versorgt. Die gut vorbereiteten Stücke zusammenzuführen, war dann die Aufgabe des intensiven Probentages, der diesem Konzert vorausging. Als dann die Sitzplätze nicht ausreichten, um das Publikum aufzunehmen und etliche Hörer hinten stehen mussten, war die Erleichterung groß bei den Organisatoren über den enormen Zuspruch. Die Stimmung war dementsprechend gut, wie es sich zu einer Geburtstagsfeier gehört.

Es standen zehn Stücke auf dem Programm, sinnfälligerweise von zehn unterschiedlichen Dirigenten geleitet. Mit den ersten Tönen wurde auch dem Letzten die Dimension dieses Orchesters deutlich. Moderator Matthias Wocken, selbst einst Trommler in Schapens Blaskapelle, benannte es treffend: „Die Hallenwände wackeln, wenn es hier richtig losgeht“.

Los ging es, denn die Stücke waren durchaus jedem bekannt, luden mitunter zum Mitsingen ein. Natürlich fanden sich hier Blasmusikklassiker wie der „Flieger-Marsch“ oder der „Kyffhäuser Turnermarsch“. Einige Polkas waren zu hören.

Gleichwohl aber fanden sich Peter Maffay, Udo Jürgens, Michael Jackson und ABBA wieder in klanggewaltigen und durchaus interessanten und ansprechenden Darbietungen. Ab und an blühte das ein oder andere Solo aus diesem Riesenorchester. Dabei wurde durchweg sehr gut gespielt. Eine Freude für die Hörer, hier teilhaben zu dürfen.

Für nachhaltige Gänsehaut sorgte ein ergreifendes „Highland Cathedral“, geleitet von Manfred Hachmer aus Emsbüren. Den Höhepunkt an ergreifendem Klangeindruck aber brachte Schapens Dirigent Dirk Brünenborg in der Zugabe, als aus allen Rohren ein gigantisches „Smoke on the Water“ durch Schapen schallte.

Besonders war auch die Idee, eine zweite Zugabe reihum von allen zehn Dirigenten leiten zu lassen. Ein großartiges Konzert war dies im wahrsten Sinne, dessen „After-Show-Party“ wohl mehr als verdient und auch nötig war. Dank nach Schapen und auf die nächsten 40!

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