Menschen stehen im Mittelpunkt 100 Jahre Pflegeheim St.-Johannes-Stift in Spelle

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Spelle. Die Hilfe für Menschen soll auch weiterhin im Mittelpunkt stehen – das ist während des Kommersabends anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Speller St.-Johannes-Stiftes deutlich geworden. Pfarrer Thomas Stühlmeyer und Heimleiterin Elsbeth Dagge haben dazu rund 80 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft im Wöhlehof begrüßt.

Die Geschichte des Hauses begann im Jahr 1914 mit der Einrichtung einer Schwesternstation der Thuiner Franziskanerinnen, bevor daraus im Jahr 1928 das Krankenhaus St.-Johannes-Stift hervorging. Zum 1. Januar 1984 wurde aus dem Krankenhaus das heutige Wohn- und Pflegeheim mit aktuell 74 Plätzen. Stühlmeyer verdeutlichte, dass mittlerweile vier Generationen für den Fortbestand der Einrichtung gesorgt hätten: „Es ist daher ein guter Anlass, das 100-jährige Bestehen mit dieser Jubiläumsfeier zu markieren.“

Für den feierlichen Rahmen der Feierstunde sorgten am Klavier Kim Kemmer, Klara Evers und Fabian Makowski unter Leitung von Angelika Hartung von der Musikschule des Emslandes. Die vielfältige enge Vernetzung des Hauses wurde während der Grußworte deutlich. „Der Landkreis Emsland ist für die Herausforderungen des demografischen Wandels gut gerüstet. Das St.-Johannes-Stift ist dabei ein wichtiger Baustein“, erklärte Wilhelm Brundiers, örtlicher Kreistagsabgeordneter.

Auch Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf unterstrich die Bedeutung der Einrichtung. 100 Jahre St.-Johannes-Stift bedeuteten 100 Jahre Dienst am Nächsten. „Der Mensch steht hier im Mittelpunkt des Handelns. Dank der engagierten Mitarbeiter und der rund 100 Ehrenamtlichen genieße das Haus einen sehr guten Ruf weit über die Samtgemeinde hinaus“, sagte Hummeldorf.

Caritasdirektor Franz Loth überbrachte die Glückwünsche des Caritasverbandes im Bistum Osnabrück. „Das, was hier in der Pflege geschieht, ist Generalauftrag der Kirche“, stellte Loth fest und unterstrich, dass eine Rückbesinnung auf Nächstenliebe und wärmende Fürsorge in der Pflege immer wichtiger würden.

Weihbischof Johannes Wübbe, Aufsichtsratsvorsitzender des Stiftes, verdeutlichte, dass das Jubiläum des Gebäudes eine stetige Veränderung und zeitgemäße Antworten erfordere. Aufgabe sei und bleibe jedoch, den Menschen zu dienen. Nach den Worten von Josef Löcken, Vorsitzender des Vereins „Freunde und Förderer des St.-Johannes-Stiftes“, ist es dem Förderverein in den vergangenen acht Jahren gelungen, dem Haus rund 250000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Die Mitarbeiter stehen zu dem Haus, und die Speller stehen zum St.-Johannes-Stift. Das wird auch in Zukunft so sein“, sagte Löcken.

Besondere Beachtung erhielt Generalvikar Theo Paul für den leidenschaftlich gehaltenen Festvortrag zum Thema „Zukunft stationärer Altenpflege: Vision und Prognose aus kirchlicher Sicht“. Das St.-Johannes-Stift sei ein wunderbares Alternativzentrum in einer Gesellschaft, die Alte, Behinderte und Kranke tabuisieren würde. An diesem wunderbaren Ort zeige sich der Grundriss der Humanität, nämlich dass kein Mensch wegen seiner Verwendbarkeit und Zweckes da sei. „Jeder Mensch ist in seiner Ganzheit von Gott gewollt, geliebt und angenommen. Die Bedeutung dieser Aussage ist das entscheidende Moment für die Leitbilder kirchlicher Pflegeeinrichtungen“, verdeutlichte Paul die kirchliche Dimension im Umgang mit Menschen.

Eine anschließende Bildergalerie machte die zahlreichen Veränderungen an der Bausubstanz im Laufe der Jahrzehnte sichtbar. Die vielfach ausgedrückte Wertschätzung gegenüber dem Haus lässt die Verantwortlichen optimistisch in die Zukunft blicken.

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