Gericht entscheidet am Bahnübergang Nach Kollision mit Zug in Spelle: Unfallfahrer geht leer aus

Meine Nachrichten

Um das Thema Spelle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Kein Schmerzensgeld erhält der Fahrer dieses Kleintransporters nach der Kollision mit einem Güterzug im August 2011 auf dem Bahnübergang am Löchteweg in Spelle. Foto: Heinz KrüsselKein Schmerzensgeld erhält der Fahrer dieses Kleintransporters nach der Kollision mit einem Güterzug im August 2011 auf dem Bahnübergang am Löchteweg in Spelle. Foto: Heinz Krüssel

Osnabrück. Auch in zweiter Instanz mit seiner Schmerzensgeldklage gescheitert ist der Fahrer eines Kleintransporters, der am Morgen des 9. Augusts 2011 in Spelle mit einem Güterzug kollidiert war. Das teilte jetzt das Oberlandesgericht Oldenburg mit. Die Richter entschieden am Bahnübergang im Emsland.

Bereits das Landgericht Osnabrück hatte die Klage abgewiesen. Die Richter in Oldenburg schlossen sich jetzt an und wiesen die Berufung zurück.

Der Mann hatte die Eisenbahngesellschaft zur Zahlung von 30.000 Euro verklagt – auf 40 Prozent des ihm entstandenen Schadens, so das Gericht. Er hatte 2011 den unbeschrankten Bahnübergang in Spelle überfahren, ohne dabei anzuhalten (hier der damalige Artikel) . Wie die Polizei damals mitteilte, schleifte die Lok mit 30 angehängten Waggons den Kleintransporter noch 50 Meter über die Schienen, bis sie zum Stillstand kam. Der Kläger soll sich damals schwere Kopfverletzungen zugezogen haben.

Verhandlung am Bahnübergang

Der zuständige Senat des Oberlandesgerichtes verhandelte die Sache am Bahnübergang und kam laut Mitteilung zu der Erkenntnis, dass der Emsländer „den Unfall ganz überwiegend selbst verursacht“ hat. Er habe den Zug erkennen können, der sich mit den vorgeschriebenen 25 Kilometern pro Stunde dem Bahnübergang genähert habe. Der Bahnübergang sei gut einsehbar, die Strecke verlaufe „schnurgerade“. Sichtbeeinträchtigungen durch Büsche oder Bäume konnten die Richter vor Ort nicht erkennen. Das hatte der Kläger zu seinen Gunsten angeführt.

Lokführer trifft keine Schuld

Den Lokführer treffe keine Schuld. Er habe beim Heranfahren an den allein durch ein Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang das vorgeschriebene Pfeifsignal abgegeben. Das Gericht teilte weiter mit: „Der Kläger hatte eingeräumt, dass ihm bewusst gewesen sei, dass er vor dem Andreaskreuz hätte halten müssen. Dennoch habe er versucht, unter grober Verletzung des Vorfahrtsrechts des Zuges den Bahnübergang zu passieren.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Nachrichten aus Spelle finden Sie unter www.noz.de/spelle


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN