Fracking-Moratorium gefordert IG Schönes Lünne von Wenzels Erlass enttäuscht

Schon seit 2011 wehrt sich die Interessengemeinschaft Schönes Lünne gegen die Anwendung von Fracking. Im April 2011 fand eine Demo in Lünne statt. Foto: Mike RöserSchon seit 2011 wehrt sich die Interessengemeinschaft Schönes Lünne gegen die Anwendung von Fracking. Im April 2011 fand eine Demo in Lünne statt. Foto: Mike Röser

Lünne. Die Interessengemeinschaft Schönes Lünne (IG) zeigt sich enttäuscht von dem Entwurf für einen Runderlass zum Thema Fracking des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (Grüne).

Nach Angaben der IG legitimiere der Erlass das wegen möglicher Umweltrisiken umstrittene Verfahren. Der aktuelle Entwurf des Erlasses regelt die Anwendung des Fracking-Verfahrens in konventionellen Lagerstätten. Er gilt laut IG nicht für Frac-Behandlungen in Schiefergaslagerstätten, wie sie in Lünne vorhanden sind. Damit bleibe der Rechtsrahmen für die Bohrung in Lünne weiterhin ein veraltetes Bergrecht. Schon seit Beginn 2011 mahnt die IG Schönes Lünne eine Überarbeitung des Bergrechtes in diesem Punkt an.

Der jetzt bekannt gegebene Runderlass soll laut Umweltministerium in einem Dialogverfahren erarbeitet worden sein. Die IG war nicht eingeladen, an diesem Prozess teilzunehmen. Bekannt sei nur, dass eine Bürgerinitiative aus Niedersachsen einen Vertreter schicken konnte.

Erst der Anfang?

Inhaltlich ist der Erlass aus Sicht der IG Schönes Lünne eine große Enttäuschung. Bisher habe das Land Niedersachsen keine Daten zur Auswirkung von bisherigen Fracking-Maßnahmen vorlegen können, und jetzt werde es in konventionellen Lagerstätten von der rot-grünen Landesregierung legitimiert.

Die IG befürchtet, dass die Anwendung von Fracking in konventionellen Lagerstätten erst der Anfang ist. Weiterhin seien die Auswirkungen von eingesetzten toxischen Stoffen unbekannt, und auch die Entsorgungsproblematik, der enorme Flächenverbrauch, die Erdbebengefahr, die Migration von Methan und Lagerstättenwasser sowie die miserable Klimabilanz würden vom Ministerium außer Acht gelassen.

Gemäß dem Motto „Weder hier noch anderswo“ trete die IG dafür ein, dass dieses Verfahren nicht angewandt wird, und fordert die Landesregierung auf, auf Bundesebene eine Modernisierung des Bergrechts in diesem Sinne anzustreben. In Niedersachsen müsse auch weiterhin ein Moratorium für Fracking-Maßnahmen in allen Lagerstätten gelten.


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