"Eine Kirche der Apokalypse“ Evangelische Kirche in Spelle erhält neue Fenster

25 Fenster in Tiffany-Technik, die das obere Fensterband bilden, haben Mitglieder der Glaswerkstatt ehrenamtlich gefertigt. Foto: Heinz Krüssel25 Fenster in Tiffany-Technik, die das obere Fensterband bilden, haben Mitglieder der Glaswerkstatt ehrenamtlich gefertigt. Foto: Heinz Krüssel

Spelle. „Drei Jahre haben wir darauf hingearbeitet, 13 Jahre haben wir dafür gespart und heute ist es endlich soweit – heute weihen wir unsere neuen Fenster ein.“ Konrad Pfannkuche, Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Spelle hieß zum Festgottesdienst am 1. Adventssonntag zahlreiche Gemeindemitglieder und Gäste willkommen.

Ein besonderes Willkommen galt dem praktischen Arzt und Hobbykünstler Wolfgang Brinkmann aus Spelle, Landessuperintendent Detlef Klahr, Superintendent Bernd Brauer, Ehefrau Pastorin Corinna Pfannkuche sowie dem Kollegen Pastor Marcus Droste aus der Nachbargemeinde Salzbergen-Emsbüren. Der Einladung gefolgt waren zudem Pfarrer Ludger Pöttering von der katholischen und Pastor Joachim Korporal von der reformierten Kirchengemeinde. Für den musikalischen Rahmen sorgten Organistin Juliane Duisen, Pia Thiemann (Geige) sowie der Freizeitchor Harmonie aus Rheine.    

Im Mittelpunkt stehe zwar die Einweihung der neuen Fenster, zugleich könne die Kirchengemeinde auch auf den Abschluss der 20-jährigen Baugeschichte der Kirche zurückblicken. Vor diesem Hintergrund ließ Pastor Pfannkuche einige wichtige Aspekte Revue passieren und wies auf eine Besonderheit hin: die Gemeinsamkeit. Alles sei gemeinschaftlich gemacht worden, würdigte er den persönlichen und ehrenamtlichen Einsatz vieler Gemeindemitglieder.

Zahlreiche Möglichkeiten der Gestaltung

„Die evangelisch-lutherische Kirche in Spelle wird mit ihren neuen Glasfenstern zu einer Kirche der Offenbarung des Johannes, oder, wie man auch sage, zu einer Kirche der Apokalypse“, stellte Wolfgang Brinkmann die von ihm konzipierten Bilder vor. „Die sehr komplexe Weissagung am Ende der Bibel, die in die Zukunft aller Menschen weist, bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Gestaltung“, so der Künstler. Die entsprechenden Texte aus der Bibel trug Pastor Marcus Droste vor. Hinweisend auf die Thematik sei schon vor der Gestaltung der Fenster der prägnante Christus über dem Altar gewesen. Dieses Kreuz, gestaltet durch den Künstler Heinz Heiber und ergänzt durch den Architekten Detlef Abel, weise schon auf die Offenbarung hin. 

Gemeinsam wurde die Einweihung der neuen Fenster gefeiert: (vorne von links) Pastor Marcus Droste, Pastorin Corinna Pfannkuche, Landessuperintendent Detlef Klahr sowie (hinten von links) Pastor Konrad Pfannkuche, Kirchenvorstand Jörn Thiemann, Superintendent Bernd Brauer und Hobbykünstler Wolfgang Brinkmann. Foto: Heinz Krüssel

Umgesetzt wurden die Konzepte von Wolfgang Brinkmann für die 25 Fenster in Tiffany-Technik, die das obere Fensterband bilden, ehrenamtlich durch die Mitglieder der „Glaswerkstatt“. Seit März letzten Jahres seien rund ein Dutzend Ehrenamtler jede Woche mindestens einmal in der Kirche zusammengekommen, um die Fenster in bewundernswerter Handarbeit herzustellen, würdigte Konrad Pfannkuche die Fähigkeiten und das Durchhaltevermögen. Anerkennung galt dem Team für das Kunstwerk, das wohl seinesgleichen weit und breit suche. Die sechs großen Kirchenfenster, die den Altarraum umrahmen, wurden von den Fachfirmen Glas Moz und WFS-Devor-Glas aus Rheine sowie dem Tiffany-Glas-Laden Gatzemeier aus Oberhausen geschaffen.

Über den Anlass für seinen Besuch in Spelle freute sich Landessuperintendent Klahr in der Predigt. Es passiere nicht alle Tage, dass man die Ingebrauchnahme so herrlicher Fenster feiern könne. Er sei begeistert von der großen Aussagekraft in Sachen Offenbarung. Klahr zeigte sich überzeugt, dass es viele Menschen geben werde, die auch so etwas gerne haben wollten.

Voll des Lobes war Samtgemeindebürgermeisterin Maria Lindemann. Dank der neuen Fenster habe der Kirchenraum eine beeindruckende Aufwertung erfahren. Ausdrücklich würdigte sie das ehrenamtliche Engagement in der Kirchengemeinde. Auch Pfarrer Ludger Pöttering zeigte sich beeindruckt. Er stellte fest, dass man früher durch die Fenster in die Weite haben blicken können. Heute reiche der Blick bis an die Fenster und damit in die biblische Weite.

Auf die positive Entwicklung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Spelle wies Superintendent Bernd Brauer hin. Das sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich. Einen Grund sah er in der sehr lebendigen Kirche, in der sich viele Gläubige ehrenamtlich an der Gestaltung beteiligen würden.


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