Bauwerk weicht einem Neubau Rodungsarbeiten beginnen an der Schleuse Venhaus

Blick in die Schleuse  Venhaus. Foto: Ludger JungeblutBlick in die Schleuse Venhaus. Foto: Ludger Jungeblut

Spelle . An der Schleuse Venhaus in der Samtgemeinde Spelle beginnen am Dienstag, 1. Oktober, Rodungsarbeiten zur Vorbereitung auf den Neubau der Schleuse. Das hat das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln in einer Presseerklärung mitgeteilt.

In Vorbereitung auf die im nächsten Jahr beginnenden Bauarbeiten werden die vorhandenen Gehölze in den Baufeldern entfernt. Mit den Arbeiten wurde die Breddemann Forstgesellschaft aus Waltrop beauftragt. "Der Bundesforstbetrieb wird die Arbeiten überwachen und naturschutzfachlich begleiten", heißt es in der Presseinformation. Das Wasserstraßen-Neubauamt verwies darauf, dass bei Durchführung der Arbeiten die Betriebswege in den jeweiligen Arbeitsbereichen aus Sicherheitsgründen kurzzeitig gesperrt werden müssen. 

Öffentliche Straßen werden "ertüchtigt"

In Venhaus ist Anfang 2020 die "Ertüchtigung" von öffentlichen Straßen vorgesehen, die später den Baustellenverkehr aufnehmen müssen. Weiterhin werden die alte Fahrt verfüllt, die neue südliche Uferspundwand im unteren Vorhafen mit einer bauzeitlichen Umschlagstelle hergestellt und vorbereitende Arbeiten auf der Schleuseninsel durchgeführt.

Fünf Schleusen werden ersetzt

Der Dortmund-Ems-Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Deutschlands. Das Projekt „Neue Schleusen DEK-Nord“ sieht vor, dass die alten Schleusen in Bevergern, Rodde, Venhaus, Hesselte und Gleesen entlang der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals durch neue Schleusen ersetzt werden. Träger des Projekts ist das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln. Mit dem Ersatz der alten Schleusen soll der Dortmund-Ems-Kanal für die Binnenschifffahrt zukunftssicher gemacht werden. Die fünf neuen Schleusen verfügen über größere Abmessungen und ermöglichen die Durchfahrt für Großmotorgüterschiffe (110 m x 11,45 m) und übergroße Großmotorschiffe (135 m x 11,45 m).

Vordringlicher Bedarf

Die Anpassung der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Projekt mit vordringlichem Bedarf verankert. Mit den ersten Baumaßnahmen wurde im Frühjahr 2016 am Schleusenstandort Gleesen begonnen. In Hesselte wurde 2017 eine Bodenmanagementfläche in Betrieb genommen. In 2018 wurde der Hauptauftrag für das neue Schleusenbauwerk in Gleesen vergeben.

Sofortige Vollziehung aller Maßnahmen angeordnet

Der Planfeststellungsbeschluss für den Ersatz der Schleusen Bevergern und Rodde ist seit Juli 2018 bestandskräftig. Auf dieser Grundlage wird das Wasserstraßen-Neubauamt Datteln im kommenden Jahr mit den ersten Baumaßnahmen in Nordrhein-Westfalen beginnen. In Niedersachsen wurde trotz laufender Klageverfahren bereits 2016 mit den ersten Bauarbeiten in Gleesen und Hesselte begonnen. Damit die Arbeiten auch dort zügig weitergeführt werden können, hat die Planfeststellungsbehörde im Januar 2019 die sofortige Vollziehung aller Maßnahmen für den Schleusenstandort Venhaus angeordnet.


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